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Aldi und Lidl: Warnung vor Klopapier-Engpässen – drohen erneut leere Regale?

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Von: Daniel Hagen

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Aldi, Lidl und Co. haben aktuell wieder Probleme mit dem Toilettenpapier. Die Corona-Pandemie und Rohstoffknappheit könnten für Lieferengpässe sorgen – bleiben die Regale erneut leer?

Als die Corona-Pandemie im März 2020 so richtig Fahrt aufnimmt, spielen sich in Deutschland Szenen wie in Katastrophenfilmen ab. Wochenlang stürzen sich Kunden von Aldi, Lidl und Co. auf Nudeln, Mehl und Toilettenpapier, sodass die Regale ständig leer sind. Klopapier wird spaßeshalber schon als neue Währung der Pandemie bezeichnet, die Kryptowährungen wie Bitcoin alt aussehen lassen wird. Zeitweise kommt es sogar zu Schlägereien in den Discountern. Doch als klar wird, dass die Welt nicht demnächst endet, normalisiert sich das Verkaufsverhalten wieder. Aktuell könnte es aber wieder eine Klopapier-Knappheit geben – dieses Mal aber aus einem anderen Grund.

DiscounterAldi
HauptsitzMühlheim an der Ruhr (Aldi Süd) / Essen (Aldi Nord)
GründerKarl & Theo Albrecht
Standorte weltweit11.235
Umsatz106,3 Milliarden US-Dollar (2019)

Aldi, Lidl und Co: Lieferengpässe bei Toilettenpapier? Das steckt dahinter

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, setzen hohe Energiepreise und Rohstoffknappheit die Papier-Industrie unter Druck. Das könnte am Ende dafür sorgen, dass das Toilettenpapier in den Regalen von Aldi, Lidl und Co. wieder knapp wird. In so mancher Filiale scheinen schon erste Lücken zu entstehen. Doch was steckt genau hinter der Knappheit? Die Antwort lautet: Preise, Rohstoffknappheit und natürlich die Pandemie. Aufgrund der Omikron-Variante kann es auch bei anderen Produkten zu Engstellen kommen.

Coronavirus - Göppingen
Zu Beginn der Pandemie ist Toilettenpapier regelmäßig ausverkauft. (Symbolfoto) © Tom Weller/dpa

Bereits im Jahr 2021 haben Experten davor gewarnt, dass Zellstoff knapp werden könnte. Dabei handelt es sich um den Hauptrohstoff von Toilettenpapier. Doch Anfang 2022 kommt es zu weiteren Problemen. So streikt aktuell die Belegschaft des finnischen Zellstoffherstellers UPM, Schiffe werden nicht rechtzeitig entladen oder die nötigen Container fehlen. All das führt zu einer Preis-Explosion für Papier in Deutschland. Laut dem Börsenblatt betrug der Preis pro Tonne im Dezember 2020 noch 650 Euro. Im August 2021 lag der er schon bei 1.000 Euro!

Aldi, Lidl und Co: Tissue-Herstellern droht die Pleite

Auch die Preise für sogenannte „Tissue-Produkte“ sind vor kurzem um 20 Prozent gestiegen. Laut der Lebensmittelzeitung wären aber zweistellige Aufschläge nötig, um die steigenden Produktionskosten wieder auszugleichen. In manchen Märkten können Hersteller aktuell nicht mal mehr alle Filialen vollständig beliefern, was zu Unmut mit den Einkaufsmärkten führt. All das sorgt dafür, dass zwischen Hersteller Essety und Edeka sowie Hakle und Rewe keine wirkliche Einigung besteht. Auch bei Katzenfutter und Katzenstreu haben Läden wie Aldi, Lidl und Co. derzeit große Problem.

Natürlich trägt auch das Coronavirus zu der Knappheit bei. So berichten Lieferanten und Hersteller, dass Teile der Belegschaft erkrankt oder in Quarantäne sind. Einigen kleineren Herstellern drohe zudem die Insolvenz. Nach Informationen der Lebensmittelzeitung müssten ein paar davon bereits in Vorleistungen gehen, um Zellstoff bestellen zu können. (dh)

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