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Aldi und Co.: Top-Discounter fordern Ende von 2G im Einzelhandel

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Von: Daniel Hagen

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Aldi, Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl richten sich in einem gemeinsamen Brief an Bundesminister Wolfgang Schmidt. Sie bitten darum, dass die 2G-Regel für den Handel endlich wegfällt!

Seit der Einführung sorgt die 2G-Regel im Einzelhandel für jede Menge Stress und Frust. Nicht nur, dass diese Corona-Maßnahme in jedem Bundesland anders gehandhabt wird, sie zieht auch eine Linie, die nicht jeder nachvollziehen kann. Denn die Regel, dass nur Geimpfte und Ungeimpfte ein Geschäft betreten dürfen, gilt nicht für Läden, die „systemrelevante“ Güter verkaufen. Doch wie genau wird dieser Begriff umgesetzt? Mehrere Gerichte haben bereits darüber urteilen müssen, ob Genussmittel oder Kinderkleidung so wichtig sind wie Essen und Getränke. In Baden-Württemberg hat sogar ein Schuhgeschäft geklagt* – und verloren. Wie mehrere große Händler darauf reagieren, verrät HEIDELBERG24*.

UnternehmenAldi
ZugehörigkeitDiscount-Einzelhandelskette
HauptsitzEssen
GründerKarl & Theo Albrecht
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)

Aldi, Kaufland und Co. fordern Ende der 2G-Regel im Einzelhandel

„Sehr geehrter Herr Bundesminister, der Lebensmittel- und Online-Handel werden aufgrund der 2G-Regelung in der breiten Öffentlichkeit oftmals als privilegiert wahrgenommen. Tatsächlich stehen die Lebensmittel- und Drogeriemärkte in der Corona-Zeit für mehr als 80 Prozent der täglichen Kundenkontakte - und der Online-Handel boomt“, beginnt ein Brief an Wolfgang Schmidt, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts. Der Brief stammt aber nicht von irgendwem, sondern von sechs der größten Handelsketten in Deutschland. Dabei handelt es sich um Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Rewe, Kaufland und Lidl.

Obwohl es diesen Discounter- und Supermarkt-Riesen so gut geht, fordern sie trotzdem die Abschaffung der 2G-Regeln im Einzelhandel. Es geht Aldi, Kaufland und Co. dabei aber nicht um sich selbst, sondern um den „Nonfood-Handel“, der meist keine „systemrelevanten“ Güter verkauft und daher unter starken Einbußen leidet. Wenn es nach den Beschlüssen der letzten Ministerpräsidenten-Konferenz geht, könnte diese Regelung auf unbestimmte Zeit bleiben. Wie fnp.de berichtet, hat auch der hessische Handelsverband ein Ende der 2G-Regeln gefordert*.

Aldi, Kaufland und Co: Solidarität mit „Nonfood-Handel“

„Als Lebensmittelhändler stehen wir mit den Kollegen aus dem Nonfood-Handel nicht nur über die HDE-Gremien im engsten Austausch. An vielen tausend Standorten in Deutschland bilden wir zusammen mit dem Nonfood-Handel die eine Handelslandschaft unseres Landes zum Nutzen unserer Kundinnen und Kunden. Wir teilen mit dem stationären Nonfood-Handel dessen tiefe Existenzsorgen und sehen die Gefahr von tausenden Schließungen insb. inhabergeführter Geschäfte und deren verheerende Wirkung auf unsere Innenstädte, die Standort-Agglomerationen und mithin den stationären Einzelhandel in Deutschland als Ganzes“, schreiben Aldi, Kaufland und Co. weiter.

Die Märkte und Discounter seien nach zweijähriger Pandemie-Erfahrung keine Infektionsherde, wenn sie geeignete Hygienekonzepte nutzen. Daher bitten Aldi, Kaufland und Co. darum, die 2G-Regeln im Einzelhandel abzuschaffen. Dafür werden die Bundesländer Niedersachsen, Bayern und Saarland als Beispiele genutzt, in denen es nach Gerichtsurteilen zwar kein 2G im Handel mehr gibt*, die Inzidenz aber nicht höher sei, als in anderen Ländern. „Den Unternehmen sollte es jetzt ermöglicht werden, unter Einsatz der hinlänglich bewährten Hygienekonzepte ihre Kundinnen und Kunden ohne weitere Beschränkungen zu empfangen und zu bedienen“, meinen die Unternehmen und hoffen, dass der „Nonfood-Handel“ in Deutschland auch weiterhin fortbestehen wird. (dh) fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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