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Aldi-Kunde wiegt 1-Kilo-Nudelpackung: „Wo sind die anderen 367 Gramm?“ Supermarkt-Riese reagiert

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Von: Nadja Zinsmeister

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Ein Aldi-Kunde behauptet, in seiner Ein-Kilogramm-Nudelpackung fehlten beim Wiegen zuhause ganze 367 Gramm. Ist eine solche Gewichtabweichung noch erlaubt? Die tz hakte nach, Aldi reagierte.

London - Dass Lebensmittel nach dem Auspacken manchmal nicht ganz so viel wiegen wie auf der Verpackung angegeben, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Oft muss das Gewicht der Verpackung selbst noch weggerechnet oder bei Gläsern darauf geachtet werden, was beispielsweise als letztendliches Abtropfgwicht angegeben ist. Einen immensen Unterschied beim angegebenen und tatsächlichen Gewicht musste aber zuletzt eine Aldi-Kunde beim Kauf einer Ein-Kilogramm-Nudelpackung feststellen. Er beschwerte sich deshalb beim Discounter. Die tz ging dem Fall nach.

Aldi: Bei Ein-Kilo-Nudelpackung fehlen 367 Gramm - Kunde beschwert sich

633 Gramm zeigt die Waage des Kunden in Großbritannien bei der Nudelpackung offenbar an, die laut Angabe auf der Rückseite eigentlich einen ganzen Kilo verspricht, wie tz.de berichtet. „Wo sind die anderen 367 Gramm der Pasta?“, fragte er deshalb auf Twitter und richtete seinen Tweet samt Beweisfoto direkt an Aldi UK. „Das ist aber mal ein großer Unterschied!“, merkte ein weiterer User zu dem Gewichtsunterschied an.

Auf Twitter antwortete ein Mitarbeiter des Discounters, dass es dem Unternehmen leidtue und der Kunde seine Packung beim nächsten Mal gegen Umtausch zurückgeben oder eine Rückerstattung des Geldes anfordern könne. Das Angebot stehe auch für die leere Packung, denn der Kunde musste diese zu dem Zeitpunkt laut eigener Angabe bereits verwerten. Einem anderen Kunden fiel bei seinem letzten Aldi-Einkauf ein seltsamer 1-Cent-Eintrag auf dem Kassenbon auf.

Mogelpackungen beim Einkaufen: Was sagt das Gesetz zu Gewichtsabweichungen?

Doch wie ist die gesetzliche Lage zu Füllmengen? Ist ein solcher Gewichtsunterschied alias Mogelpackung, sollte er im Fall des Kunden stimmen, überhaupt noch erlaubt? Wie die Verbraucherzentrale für Deutschland darlegt, ist eine Unterfüllung von Lebensmittelverpackungen durchaus genehmigt. Die tolerierte Abweich-Menge sei dabei aber abhängig von der „Nennfüllmenge“, im Fall der Nudeln ist das die „1 Kilogramm“-Angabe.

Die „Füllmenge“, so erklärt die Verbraucherzentrale, ist hingegen das tatsächliche Gewicht des Inhalts. Das sind auf dem Foto demnach die 633 Gramm, die die Waage anzeigt. „Bei Fertigpackungen mit einer Nennfüllmenge von 500 bis 1.000 Gramm oder Milliliter duldet das Gesetz, dass bis zu 15 Gramm bzw. Milliliter fehlen“, heißt es auf der Website.

Nudelpackung überschreitet erlaubte Grenze - das sagt Aldi zu dem Fall

Einige Packungen dürften im Rahmen dieser Grenze somit gesetzlich gestattet tatsächlich weniger enthalten, wenn andere Packungen dafür mehr Gewicht beinhalten. Denn am Ende zählt der Mittelwert der Packungen. Die erlaubte Abweichung von fünfzehn Gramm ist damit aber noch immer deutlich weniger als die fehlenden 367 Gramm im Fall des Kunden.

Die tz fragte deshalb bei Aldi direkt nach, was es mit dem Gewichtsunterschied auf sich hat. Eine Pressesprecherin des Discounters antwortete darauf: „In Deutschland bezieht sich die Gewichtsangabe sowohl bei Nudeln als auch bei anderen Artikeln aus dem Nahrungsmittelbereich wie Reis oder Hülsenfrüchten auf die Trockenmasse. In Großbritannien und den USA wird das ebenfalls so gehandhabt.“ Weiter heißt es, dass Aldi die gesetzlichen Bestimmungen zur Füllmenge „selbstverständlich bekannt“ sind und routinemäßig geprüft würden. Zu dem Fall mit der Nudelpackung wollte sich die Sprecherin aber nicht äußern. Bei Aldi könnte zudem bald ein neues System beim Einkaufen eingeführt werden. (nz)

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