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„Ganz schön frech“ – Aldi-Kundin wütend nach Speiseöl-Fund

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Von: Jason Blaschke

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Eine Aldi-Kundin macht am Speiseöl-Regal eine überraschende Entdeckung: Es gibt wieder Sonnenblumenöl im Discounter – und auch eine sonderbare Mitteilung.

Seit Wochen tobt der Krieg in der Ukraine. Und seit Wochen spüren das die Verbraucher in Deutschland auch im Geldbeutel. Neben Energie- und Spritpreise sind auch zahlreiche Lebensmittel teurer geworden. Mit ein Grund ist, dass für fast alle Produkte die Liefer- und Produktionskosten gestiegen sind. Hinzu kommen Lieferengpässe und nicht einkalkulierte Hamsterkäufe, die Supermärkte und Discounter wie Aldi vor große Herausforderungen stellen.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)
Gründung1961, Essen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

Aldi kämpft mit Kriegsfolgen – Ukraine ist Exportland für Alltags-Produkte

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Aldi rund 400 Produkte teurer macht. Dazu gehören vorwiegend Fleisch, Wurst und Milcherzeugnisse. Zuvor war der Discounter schon in die Kritik geraten, als einzelne Produkte rationiert wurden – darunter auch das Speiseöl. Der Anlass hierfür waren neben Lieferengpässen auch die Hamsterkäufe, nachdem bekannt wurde, dass die Ukraine eines der wichtigsten Importländer ist.

Der Verband der Ölsaaten-verarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID) teilte Anfang März in einer Mitteilung mit, dass etwa 51 Prozent der Sonnenblumenöl-Importe aus der Ukraine kommen. Aus Russland sind es rund 27 Prozent. Bloß sechs Prozent stammt in Deutschland aus der nationalen Landwirtschaft. Experten und Verbände vermuten, dass das mit einer der Auslöser für den Run auf das Speiseöl sein könnte.

Die Grafik zeigt, aus welchen Staaten Deutschland Sonnenblumenöl bezieht und in welcher Menge.
Zu mehr als 90 Prozent stammt das Sonnenblumenöl aus Importen – primär aus der Ukraine. © OVID 2022 Oil World

Aldi führt wieder Speiseöl: Kundin beobachtet kurioses Verhalten vor Regal

In Baden-Württemberg war die Situation wegen mehrerer Flaschen Speiseöl in einem Supermarkt vor Wochen dermaßen eskaliert, dass ein Supermarkt-Mitarbeiter zum Nudelholz greifen musste, um die Speiseöl-Hamsterer zu verjagen. Solche Situationen wie im Südwesten gehören aber aktuell der Verlegenheit an, denn: Zumindest in einigen Filialen von Aldi ist das Speiseöl-Regal wieder gut gefüllt – auch mit Sonnenblumenöl. Wie man Speiseöl bei der Nutzung am besten dosieren kann, verrät wa.de

„Es geht aufwärts“, twitterte eine Userin unter ein Foto, das ein gut gefülltes Speiseöl-Regal in einer Filiale von Aldi zeigt. Das Regal sei seit gestern wieder gut bestückt, was offenbar manche Kunden gar nicht glauben können. „Lustig mit anzusehen: eine Frau, die ungläubig davor stand, eine Flasche rausnahm, schüttelte, wieder zurückstellte, wieder rausnahm.“ Die Frau hatte die Flasche wohl für eine Attrappe gehalten, mutmaßt die Userin.

Aldi erstaunt mit Zettel an Öl-Regal – „haben wir den nichts dazu gelernt?“

Das Foto auf Twitter offenbart aber noch ein anderes Detail, das aufmerksamen Nutzern ins Auge sticht: einen seltsamen Zettel am Regal. „Kaufen Sie das Öl, weil Sie es brauchen? Oder kaufen Sie das Öl, weil es jeder macht?“, fragt Aldi seine Kunden. „Wenn jeder normal einkauft, könnten solche Engpässe nicht entstehen.“ Am Ende steht noch: „Haben wir den nichts dazu gelernt, die letzten 2 Jahre?“

Auf Twitter stößt die seltsame Mitteilung von Aldi auf ein geteiltes Echo. „Ungeheuerlich, was dort auf dem Zettel steht“, schreibt dazu eine Nutzerin und ergänzt: „Ganz schön frech.“ Ein anderer Twitter-Nutzer postet dazu ein Bild, dass ein Preisschild zeigt, wo das Sonnenblumenöl 4,99 Euro pro Liter kostet. Tatsächlich gibt es in immer mehr Supermärkten und Discountern in Deutschland wieder Speiseöl zu kaufen. In Hamburg gibt es aber eine Filiale, bei der sogar Security eingesetzt wird, damit der Speiseöl-Verkauf überwacht werden kann. Darüber berichtet 24hamburg.de.

Aldi verkauft Speiseöl für 1,79 Euro pro Flasche – doch es gibt einen Haken

Berichten von BW24 zufolge aber nicht immer zum günstigen Preis. „Kaufland zockt die Leute ab“, textete vor wenigen Tagen ein Twitter-User zum Sonnenblumenöl von Kaufland für fast 5 Euro pro Liter. Doch zumindest in der Filiale von Aldi, in der die Kundin das Foto aufgenommen hatte, ist das nicht der Fall. Hier kostet der Liter Sonnenblumenöl von Aldi‘s Eigenmarke Bellasan nur 1,79 Euro.

Allerdings ist der Verkauf auf eine Flasche pro Kunde begrenzt. Das Speiseöl ist allerdings nicht die einzige Meldung, weswegen die Discounterkette Schlagzeilen macht. Erst vor mehreren Wochen hatte HEIDELBERG24 über eine geheime Funktion am Eingang aller Aldi-Filialen berichtet. Auch interessant: Der geniale Einkaufswagen-Trick der Discounter, den viele Kunden nicht kennen, aber doch kennen sollten, denn: dahinter steckt ein fieser Trick.

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