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„Niedrigster Preis“: Aldi-Rabatt lässt Kunden in Falle tappen – Gericht greift ein

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Von: Pauline Wyderka

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Eine Klatsche muss Aldi kürzlich einstecken. Der beliebte Discounter habe Rabatte verwirrend dargestellt und Kunden damit irregeführt.

In Zeiten, in denen man durch Inflation und hohe Kosten ganz besonders auf sein Geld gucken muss, greift man gerne auf ein echtes Schnäppchen zurück. Beliebt für einen günstigen Fang ist da gerade der deutsche Discounterriese Aldi. Dieser lockt jede Woche mit scheinbar unschlagbaren Angeboten in seinen Prospekten. Scheinbar? Ja, denn anscheinend ist der günstige Preis oft mehr Schein als Sein. Nach einem Gerichsturteil muss die Kette ihre Angebote nun anders darstellen.

Rabatte im Aldi-Prospekt: Verwirrend für Kunden, urteilt Gericht

Die Aldi-Prospekte sind für viele schon lange eine willkommene Quelle, um aktuelle Angebote auszukundschaften. Der Discounter sieht laut eigenen Angaben sogar davon ab, wie andere Märkte wie REWE auf digitale Angebote für Whatsapp und Co. umzusteigen, da die Papier-Prospekte so beliebt sind. Einer der größten Vorteile, die Aldi dabei jedoch auf seiner Seite hat, wird jetzt durch ein Gerichsturteil in Frage gestellt. Sind die Preise in den Prospekten wirklich so unschlagbar?

Dem Gerichtsurteil zufolge: Nein. Die Art und Weise, wie die Preise abgedruckt sind, sei verwirrend für Kunden und verstoße sogar gegen das Gesetz. Seit diesem Jahr gilt in der EU nämlich eine neue Preisangabenverordnung. Diese besagt: Neben Sonderangeboten muss auch der niedrigste Preis aus den vergangenen 30 Tagen angegeben werden. Und hier ist der Discounter in die Falle getappt – oder hat eher Kunden in die Falle tappen lassen.

Gerichtsurteil gegen Aldi-Rabatte: Verfahren kann zum Musterfall werden

Aufgrund der Preis-Praxis, die Aldi betreibt, setzt der „Verband sozialer Wettbewerb“ der Lebensmittelzeitung zufolge Mitte September eine einstweilige Verfügung vor dem nordrhein-westfälischen Landgericht Düsseldorf durch. Daraufhin entscheidet das Gericht, dass der durchgestrichene Preis in den Prospekten nicht transparent genug sei, da er sich bislang nicht an die Preisangabenverordnung halte.

Immer wieder werden Kunden in solche Preisfallen gelockt. Besonders berüchtigt sind dabei Mogelpackungen wie diese, in der Röntgen-Aufnahmen entlarven, dass vor allem 95 Prozent Luft enthalten sind. Aldi hat inzwischen auf das Urteil reagiert und zeigt Preise gemäß der EU-Verordnung an. Das Urteil ist das erste seiner Art. Legt das Unternehmen keine Rechtsmittel gegen den Beschluss ein, könnte dieser zum Musterfall für weitere Verfahren zum Thema Preistransparenz werden. (paw)

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