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Alkoholfreier Sekt im Öko-Test: Gar nicht so prickelnd – zwei Produkte fallen durch

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Von: Teresa Knoll

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Manchmal muss es eben alkoholfrei sein – und das muss natürlich auch schmecken. Öko-Test hat 20 Sekte ohne Alkohol getestet. Über die Hälfte liefert ein prickelndes Ergebnis.

Zu Anlässen wie Silvester gehört Sekt einfach dazu. Damit Anti-Alkoholiker und Autofahrer auch mit anstoßen können, gibt es alkoholfreien Sekt. Der sollte natürlich schmecken und nicht von Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet sein. In der aktuellen Ausgabe von Öko-Test (1/2023) haben die Experten 20 der schäumenden Köstlichkeiten getestet. Über die Hälfte ist empfehlenswert – da kann Silvester kommen.

Alkoholfreier Sekt im Öko-Test: Darauf achteten die Experten

Prickelnden Schaumspaß gibt es schon ab 1,99 Euro, der teuerste der getesteten Sekte kostet 12,99 Euro. Geprüft wurde, wie viel Alkohol noch enthalten ist und in welche Flasche das Traubengetränk abgefüllt ist. Wichtig ist natürlich auch, ob die Produkte Pestizide aufweisen. Und schmecken muss der Sekt: Fachmänner für Sensorik bewerteten Geruch, Geschmack und Mundgefühl und – gerade bei Sekt essenziell –, ob das Getränk auch schön auf der Zunge prickelt.

Bei den getesteten Artikeln werden zwei Arten unterschieden: Vier der Produkte sind auf Traubensaftbasis produziert, die anderen 16 wurden aus Wein gewonnen, der entalkoholisiert wurde. Nur jeweils einer aus beiden Kategorien fällt durch. Bei den Ingwershots, die Öko-Test unter die Lupe nahm, fiel das Ergebnis schlechter aus. In vielen ist nicht das drin, was draufsteht.

Alkoholfreier Sekt im Öko-Test: Schaumiger Spaß schon unter zwei Euro

Zwei der Sekte, die mit „sehr gut“ abgeschnitten haben, gibt es schon für 1,99 Euro: Den Burg Schöneck alkoholfrei von Lidl und den Schloss Königstein Weiss alkoholfrei von Edeka. Sechs Produkte haben die Bestnote erhalten, sieben wurden mit „gut“ bewertet. Vier der Testsieger im Überblick:

Bei den anderen Sekten wurde vor allem das Bukett bemängelt: Wenn ein Wein zu alkoholfreiem Sekt werden soll, entsteht häufig ein Kochgeschmack, der mit nachträglich zugesetzten Aromen und Zuckern ausgeglichen wird. Hochwertiger ist es, das Naturprodukt Traubenmost zuzufügen, wie es bei vier der „sehr guten“ Schaumweinen im Test der Fall ist. Allerdings fehlt den Getränken auf Traubensaftbasis die für Sekt typische Gärungsnote. Den gesamten Testbericht von Öko-Test zu den alkoholfreien Stimmungsmachern gibt es hier (kostenpflichtig).

Alkoholfreier Sekt im Öko-Test: Klage wegen täuschender Verpackung

Interessant: Gerade die beiden teuersten alkoholfreien Schaumweine fallen bei Öko-Test durch. Der Cuvée blanc No. 1 prickelnd, alkoholfrei ist mit gleich zwei „besonders bedenklichen“ Pestiziden belastet. Auch mit alkoholfreien Getränken kann eine durchfeierte Nacht sichtbar werden. Dafür testete Öko-Test Nachtcremes, von denen sieben mit „sehr gut“ abschnitten.

Der Zéra Profil Chardonnay Effervescent alkoholfrei kommt in einer Flasche daher, die wie ein Edelschaumwein aufgemacht ist – und wurde dafür von der Verbraucherzentrale Bundesverband verklagt. Der Hersteller Pierre Chavin hat versäumt, auf dem Etikett zu vermerken, dass es sich um Traubensaft und nicht um Wein handelt, damit werden die Verbraucher getäuscht. Vor dem Landgericht Berlin haben die Verbraucherschützer Recht bekommen, aber Pierre Chavin legte gegen das Urteil Berufung ein. (resa)

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