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Nachtcremes im Öko-Test: Diese Marken bringen Stirnrunzeln

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Von: Marten Kopf

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Erholsamer Schlaf sorgt für gesunden Teint. Wer aber der Regenerationskraft der Haut allein nicht traut, hilft vielleicht mit einer Nachtcreme nach. 36 solcher Cremes hat Öko-Test nun genauer unter die Lupe genommen:

Schön im Schlaf? Das wär‘ natürlich was. In der Tat versprechen zahlreiche Kosmetiklinien genau das. Drogerieregale sind voll von Nachtcremes, die, ja, eben über Nacht wahre Wunder bewirken sollen: sichtbar weniger Fältchen, sichtbar reinere Haut, gesunder Teint, Augenringe adé. Aber mit Wundern ist das bekanntlich ja immer so eine Sache. In der aktuellen Ausgabe ihres Magazins (12/2022) hat sich die Verbraucherorganisation Öko-Test nun eine ganze Reihe dieser Cremes genauer angesehen. Das Ergebnis: Tatsächlich sind die allermeisten solcher Kosmetika völlig unbedenklich – bis auf vier namhafte Testverlierer.

Nachtcremes im Öko-Test: 21 werben mit „Anti-Aging-Effekt“

Besagte vier Schlusslichter nämlich punkteten weniger durch Anti-Aging-Effekt, sondern verursachten im Gegenteil eher Sorgenfalten, wie die Tester es etwas salopp ausdrücken. Besonders in der Rezeptur der „Olay Regenerist Retinol 24 Nachtpflege“ von Procter & Gamble fand Öko-Test praktisch alle Problemstoffe, die in ein solches Produkt gerade nicht hineingehören, darunter ein Konservierungsmittel, das Formaldehyd abspaltet. Das wiederum kann allergieauslösend wirken und steht sogar im Verdacht, krebserregend zu sein.

Den Nachtcreme-Test in die Dezemberausgabe zu legen, scheint übrigens einigermaßen folgerichtig, sind Kosmetika doch gern gesehene Präsente unterm Weihnachtsbaum. Entsprechend stehen aktuell etwa auch Bodylotions auf der Öko-Test-Liste. Und nun mussten sich also insgesamt 36 verschiedene Nachtcremes „beweisen“. 15 davon werben „nur“ mit reichhaltiger Pflege oder verbesserter Feuchtigkeit, 21 obendrein auch noch mit zusätzlichem Anti-Aging-Effekt. Und eben diesen (angeblichen) Effekt lassen sich Hersteller selbstverständlich entsprechend bezahlen. Tatsächlich aber fand Öko-Test bei keinem dieser Produkte einen überzeugenden Vorteil gegenüber einer „normalen“ Feuchtigkeitscreme belegt.

Nachtcremes im Öko-Test: Preise von 1,95 bis 40 Euro

Gekauft wurden die Artikel in Drogerien, (Bio-)Supermärkten, Apotheken oder Discountern. Bei 16 der Cremes handelt es sich um zertifizierte Naturkosmetik. Dabei ist die Preisspanne für 50 Milliliter enorm: Sie liegt zwischen 1,95 und 40 Euro. Im Test standen unter anderen Produkte der Marken Weleda, Blütezeit, Alverde, Cien, Garnier, Nivea oder Neutrogena. Schlussendlich schnitten sieben Nachtcremes mit „sehr gut“, elf immer noch mit „gut“ ab. Vier dagegen fielen mit „ungenügend“ glatt durch. Hier einige Wertungen im Überblick:

Das vollständige Ergebnis des Nachtcreme-Tests gibt es direkt bei Öko-Test. In derselben Ausgabe seines Magazins testet Öko-Test passend zur Weihnachtszeit übrigens auch Schokoweihnachtsmänner.

Öko-Test: Nachtcreme im Pappkarton

Für den Test überprüfte Öko-Test alle Produkte anhand ihrer Deklaration auf umstrittene Inhaltsstoffe wie umweltbelastendes Flüssigplastik, PEG/PEG-Derivate oder bedenkliche UV-Filter. Darüber hinaus wurden alle Cremes im Labor auf weitere Problemstoffe hin untersucht, beispielsweise auf hautreizende oder allergieauslösende Konservierungsmittel, Duftsstoffe und Mineralölbestandteile.

Zusätzlich bewerteten die Tester, ob die Artikel in überflüssigen Pappkartons steckten und befragten die Hersteller, ob sie für Plastiktuben recycelten Kunststoff verwenden. Für angebliche Anti-Aging- bzw. Anti-Falten-Effekte wurden zudem Studien angefordert, die diese belegen sollten. (mko)

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