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Öko-Test warnt vor Backpapier: „Hätte gar nicht verkauft werden dürfen“

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Von: Malin Annika Miechowski

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Ein Backblech mit Backpapier und Gebäck
Backpapier hat bei der Überprüfung von Öko-Test meist mit „sehr gut“ abgeschnitten. Doch die Entsorgung ist problematisch. © Daniel Zuchnik/AFP

Backpapier ist für Weihnachtsplätzchen ein Muss. Doch bei einer Variante schlagen Experten jetzt Alarm. Das Produkt hätte nicht verkauft werden dürfen.

Deutschland – Mit Beginn des Monats November* verwandeln sich erste Haushalte in Backstuben für verschiedenste Plätzchen und Gebäcke. Damit die Herstellung in der heimischen Küche gelingt, hilft Backpapier. Öko-Test hat verschiedene Marken und Variationen getestet, wie RUHR24* berichtet.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Jahr(e)April 1985
Erscheinungmonatlich

Backpapier bei Öko-Test mit überraschendem Ergebnis — Alternative fällt gnadenlos durch

Immer beliebter beim Backen sind anscheinend wieder verwendbare Alternativen zum bräunlichen Papier als Unterlage für Plätzchen und andere Leckereien. Daher haben sich die Prüfer von Öko-Test nicht nur gewöhnliches Backpapier angeschaut, sondern auch Silikonmatten und ein Produkt aus Teflon. Dabei ist das Ergebnis der alternativen Produkte eigentlich erfreulich für Hobby-Bäcker. Denn mehrere Marken erhalten ein „sehr gut“ (weitere Testberichte* bei RUHR24).

Doch bei den wiederverwendbaren Artikeln gibt es auch einen großen Verlierer. Das Urteil der Experten fällt vernichtend aus. Durch Kontrollen von Zahnpasta und anderen Artikeln bei Öko-Test können die Tester oft Schadstoffe feststellen. So auch jetzt bei einem besonders teuren Back-Produkt.

Insgesamt 7,34 Euro kostet eine Matte der Backpapier-Alternative aus Teflon. Und den Preis sollten Kunden besser nicht investieren. Mit der Gesamtnote „ungenügend“ ist der Doppelpack Dauer-Backtrennfolien von der Firma Städter in der Größe  40×33cm gnadenlos durchgefallen.

Öko-Test untersucht Backpapier — Alternative mit Chemikalie belastet

Grund dafür sind vor allem Schadstoffe, mit denen das Produkt belastet ist. Bei der Untersuchung haben die Experten von Öko-Test deutlich zu viel der sogenannten Perfluoroktansäure (PFOA) nachgewiesen. Der gemessene Wert liege deutlich über der von der EU festgelegten Grenze.

„Die Folie hätte so gar nicht mehr verkauft werden dürfen“, machen die Tester daher deutlich. Der Stoff PFOA kam lange Zeit wegen seiner Antihafteigenschaften und Langlebigkeit bei Artikeln wie Teflon-Pfannen zum Einsatz, die Stiftung Warentest in einer Überprüfung ebenfalls bemängelt hat*.

Teflonpfanne mit Spiegeleiern
Pfannen mit Teflonbeschichtung können gefährlich für die Gesundheit sein - genau wie eine Backpapier-Alternative. © Jan Woitas/dpa

Doch genau diese Langlebigkeit stellt gleichzeitig ein gefährliches Problem dar. Denn in der Umwelt baut sich der Stoff kaum bis gar nicht ab. Auch für Lebewesen hat die (unbewusste) Aufnahme von PFOA fatale Folgen. „Für den Menschen ist die Chemikalie giftig und schädigt die Fortpflanzung“, schreibt das Umwelt-Bundesamt. Daher soll PFOA seit 2020 in der EU verboten sein.

Silikonmatten zum Backen: Öko-Test warnt vor Folgen für Mensch und Umwelt

Auch von anderer offizieller Seite steht die Chemikalie in der Kritik. „Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bewertet PFOA als reproduktions- und lebertoxisch“, macht Öko-Test deutlich. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt daher als Unterlage für Backbleche lieber Backpapier.

Die Silikonmatten schneiden im Test zwar deutlich besser ab, als die Teflon-Variante. Doch auch bei den Kunststoffunterlagen gibt es ein gesundheitliches Risiko, haben die Experten festgestellt. Denn das Material ist ebenfalls äußerst langlebig und belastet daher Umwelt, Tiere und Menschen. Denn über den Müll können hinterher kleine Teile des Produktes in die Nahrungskette gelangen und so den Lebewesen schaden.

Daher empfehlen die Experten, das gewöhnliche Backpapier zu nutzen. Bei der Untersuchung von Öko-Test konnte das Discounter-Backpapier sogar mit den Markenprodukten mithalten. Welche Produkte die Bestnote erhalten haben, listet Öko-Test genau auf (Bezahlartikel).

Backpapier nicht ins Altpapier werfen — umweltfreundliche Alternativen für den Ofen

Aber Achtung: Backpapier ist nicht so umweltfreundlich, wie gedacht. Entsorgt werden muss das Produkt nach Verwendung nicht im Altpapier oder Biomüll, sondern im Restmüll. Das liegt an der Beschichtung auf den einzelnen Blättern. Da diese Schicht ebenfalls Silikone enthält, sollte man das Produkt sparsam und mehrfach verwenden.

Wer deshalb komplett auf Backpapier verzichten möchte, kann das Blech alternativ mit Fett bestreichen. Dafür eignen sich beispielsweise Butter aus dem Discounter* oder Margarine. Für Gerichte, wie Pizza, eignen sich zudem sogenannte Backsteine, auf denen der Teig im Ofen gart.

Video: Öko-Test mit neuen Untersuchungen

Aktuell steht nicht nur die Backpapier-Alternative aus Teflon in der Kritik. Auch vor bestimmten Sorten Tee warnt Öko-Test* nach Untersuchungen. Gerade in den kühlen Jahreszeiten lohnt sich daher ein genauerer Blick beim Einkaufen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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