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Nach Bier auch Fleisch und Käse – warum so viele Lebensmittel vom CO2-Mangel betroffen sind

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Von: Pauline Wyderka

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Verschiedene Lebensmittel im Einkaufswagen
Neben Bier sind zahlreiche Lebensmittel vom CO2-Mangel betroffen © dpa/Jens Kalaene

Bierbrauern in Deutschland droht das CO2 für die Kohlensäure auszugehen. Doch der Mangel betrifft noch unzählige weitere Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs.

Vor 2022 wäre keiner auf die Idee gekommen, dass es zu wenig CO2 geben könnte. Jetzt bedroht der CO2-Mangel ganze Industrien. Nachdem Bierbrauereien kürzlich Alarm schlagen mussten, melden sich nun auch andere Lebensmittelhersteller. CO2 wird in der Herstellung von Nahrungsmitteln vielseitig eingesetzt.

CO2-Mangel: Nach Bier sind auch diese Lebensmittel betroffen

So ein Aufbackbrötchen am Morgen ist doch was Feines. Schön mit Wurst und Käse und vielleicht einem Joghurt dazu. Dieses Frühstück könnte bald nicht mehr so selbstverständlich sein, denn alle diese Lebensmittel haben eines gemeinsam: Sie sind vom CO2-Mangel betroffen. Das bedeutet, dass es schon bald zu einer Knappheit kommen könnte. Und die Liste an Lebensmittelherstellern, die vor Engpässen warnen, wird länger und länger.

Kein Kohlendioxid für die Kohlensäure im Bier – das ist die Herausforderung, vor der die Bierbrauer aktuell stehen. Mehrere Getränkehersteller in Baden-Württemberg müssen darum nun schon ihre Produktion stoppen. Doch was hat das mit dem Frühstücksbrötchen zu tun?

Käse, Fleisch und Co.: Der CO2-Mangel betrifft noch zahlreiche weitere Lebensmittel

Kohlendioxid wird in der Lebensmittelindustrie vielseitig eingesetzt. Wurst, Fleisch, Käse, Joghurt und sogar Aufbackbrötchen werden damit haltbarer gemacht, da CO2 Sauerstoff vertreibt und damit den Zeitpunkt deutlich hinauszögert, an dem die Lebensmittel zu schimmeln beginnen. Auch darum ist zum Beispiel Käse länger haltbar als man denkt. In Treibhäusern wird CO2 zudem eingesetzt, um Obst und Gemüse schneller reifen zu lassen.

In der Fleischindustrie dagegen wird CO2 zur Betäubung der Schlachttiere verwendet. Das macht die Mangellage leider deutlich akuter, denn sie könne laut der Geschäftsführerin des Verbands der Fleischwirtschaft (VDF), Heike Harstick, zu einem Schlachtstopp führen. Und das könne wiederum für den Tierschutz bedenklich werden.

Erdgaskrise verantwortlich für CO2-Mangel

Dem Handelsblatt zufolge ist auch in diesem Fall die Erdgaskrise verantwortlich. Die hohen Gaspreise machen auch die Düngemittelproduktion unrentabel, aus der das CO2 normalerweise als Nebenprodukt anfällt. Aus einer Erklärung der Verbände der Getränkewirtschaft geht nun hervor, dass nur noch etwa 30 bis 40 Prozent des eigentlich benötigten Kohlendioxids zu „immensen“ Preisen verfügbar seien.

Forderungen nach staatlicher Unterstützung werden immer lauter. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. warnt in einer Pressemitteilung, die „nationale Ernährungssicherheit“ stehe auf dem Spiel. Ein Vorschlag des bayerischen Wirtschaftministers Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht vor, das CO2, das aus den Schornsteinen von Zementwerken kommt, abzuführen und nutzbar zu machen. Ob und wie das funktionieren kann, muss nun geklärt werden. (paw)

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