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XXL-Rückruf von Mars-Eis – aber ein Jahr zu spät: Das müssen Kunden jetzt wissen

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Von: Lisa Bender

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Der Hersteller Mars weitet seinen Eis-Rückruf aus. Aber erst ein Jahr, nachdem das Eis im Supermarkt verkauft wurde. Das müssen Kunden jetzt wissen.

Dortmund – Es war der Supermarkt-Aufreger schlechthin im vergangenen Sommer: Zahlreiche EU-Länder mussten massenweise Eis des Lebensmittelgiganten Mars zurückrufen. In Deutschland blieb der Rückruf lange aus. Zwar hatte der Hersteller der Eissorten Bounty, Twix und Co. bereits 2021 reagiert, nun – ein Jahr später – gibt es aber erneut einen Rückruf.

LebensmittelherstellerMars Deutschland
SitzVerden
MarkenU.a. Mars, Snickers, Twix, Balisto, Bounty, M&Ms, Uncle Ben’s, Ebly oder Mirácoli

Mars von großem Eis-Rückruf betroffen: Um diese Sorten geht es

Nachdem bereits 2021 die Forderungen von Verbraucherschützern immer lauter wurden, das mit Ethylenoxid belastete Eis zurückzurufen*, hatte die Mars GmbH letztendlich reagiert und insgesamt sechs Sorten Eis auch in Deutschland aus dem Verkauf genommen.

Nun ein Jahr später veröffentlicht das Unternehmen erneut einen Hinweis und informiert die Kunden über den Eis-Rückruf. Kurioserweise geht es wieder um das Eis, das bereits 2021 verkauft wurde, wie RUHR24 berichtet. Genannt werden folgende Eis-Sorten sowie zahlreiche Chargen der jeweiligen Marken:

ProduktVerpackungsgrößeArtikelnummerMindeshaltbarkeitsdatum
Bounty Eisriegel6er Multipack500015948306330.06.2021; 31.07.2021; 31.12.2021; 31.01.2022; 31.05.2022; 30.06.2022; 31.07.2022; 31.08.2022; 30.09.2022
Bounty EisriegelEinzelriegel500015948304930.06.2021; 31.07.2021; 31.05.2022; 31.08.2022; 30.09.2022
Twix Eisriegel6er Multipack500015948469531.05.2021; 30.06.2021; 31.07.2021; 31.12.2021
Twix EisriegelEinzelriegel500015948464031.07.2021; 31.12.2021; 31.01.2022; 30.04.2022; 31.07.2022; 31.08.2022
M&M’s Peanut StieleisEinzelriegel500015950034028.02.2022

XXL-Rückruf von Eis: Verhalten des Herstellers wirft viele Fragen auf

Als die Mars GmbH 2021 über den Eis-Rückruf informiert hatte, ging es um Snickers-, Bounty-, Twix- und M&M-Eis – allerdings mit anderen Mindesthaltbarkeitsdaten und Artikelnummern. Nun wird der Rückruf also rückwirkend auf weitere Sorten ausgeweitet.

So teilt der Lebensmittelkonzern mit, dass einer ihrer Lieferanten sie darüber informiert hat, dass Spuren von Ethylenoxid in Produktzutaten gefunden wurden. Diese wurden vor allem in zwei Eisfabriken in Frankreich verarbeitet. Konkret geht es dabei wieder um das mit Ethylenoxid belastete Johannisbrotkern- und Guarkernmehl.

Mars gibt an, dass man nach dem Massen-Rückruf im vergangenen Sommer weitere Tests durchgeführt habe – und nun eben fündig wurde, weshalb es erneut zu einem Eis-Rückruf kommt.

Was ist Ethylenoxid?

Laut der Verbraucherzentrale ist Ethylenoxid ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel und wird zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Als solches ist es in Europa verboten, in anderen Ländern wie der Türkei oder Indien wird es jedoch noch eingesetzt. Aufgrund von Importen kann deshalb immer wieder vorkommen, dass auch auf dem deutschen Markt Lebensmittel landen, die mit dem Gas verunreinigt sind.

Außerdem wird das Gas auch als Desinfektionsmittel für Nahrungsmittel, organische Dämmstoffe (Wolle, Pflanzenfasern), Textilfasern und medizinische Geräte verwendet – wodurch es zu Verunreinigungen kommen kann.

Ethylenoxid wird von dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft. Rückstände in Lebensmitteln seien daher grundsätzlich „unerwünscht“. Werden Grenzwerte überschritten, kommt es zum Rückruf.

Massen-Rückruf von Eis – aber ein Jahr zu spät: Das müssen Kunden jetzt wissen

Die Mars GmbH betont ausdrücklich, dass es sich bei dem Eis-Rückruf nur um Eis handelt, das im Juni 2021 verkauft wurde. Doch wer hat fast ein Jahr später noch Eis aus dem vergangenen Jahr im Gefrierschrank? Die meisten Kunden werden das verunreinigte Eis bereits gegessen haben. Droht ihnen nun gesundheitliche Gefahr?

An dieser Stelle versichert der Eis- und Süßwaren-Hersteller, dass es sich bei dem Hinweis um einen freiwilligen Rückruf handelt. „Der mögliche Anteil von Ethylenoxid im fertigen Eis-Produkt liegt bei wenigen Teilchen pro Milliarde. Diese geringe Konzentration stellt kein Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher dar“, so die Mars GmbH.

Man habe den Rückruf lediglich veranlasst, um eine Verunsicherung der Kunden zu begegnen. Auch andere Eis-Marken, Mindesthaltbarkeitsdaten oder Produkte der Mars GmbH seien nicht von der Verunreinigung mit dem giftigen Gas betroffen.

Rückruf von Eis ein Jahr später: Kein Gesundheitsrisiko für Kunden laut Mars

Kunden müssen also nicht befürchten, dass ihnen eine gesundheitliche Beeinträchigung droht, weil sie das Eis gegessen haben. Es gibt jedoch laut einem EU-Beschluss keine eindeutige Zahl, ab wann der Verzehr des krebserregenden Stoffes tatsächlich gefährlich wird. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, dass schon die kleinste Menge für die Verbraucher ein Gesundheitsrisiko darstellen kann und ausnahmslos ein Rückruf erfolgen muss, sobald Ethylenoxid nachgewiesen wird.

Generell wird jedoch der einmalige Verzehr von Lebensmitteln mit Ethylenoxid als wenig schädlich eingestuft. Dass das Gas krebserregend und erbgutschädigend wirken kann, ist vielmehr im Verdacht bei einem längeren, kontinuierlichen Verzehr. *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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