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Hau-Ruck-Aktion bei Edeka und Netto: Wasser-Eigenmarke wird überraschend ausgetauscht

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Von: Stella Henrich

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Edeka kauft sein Wasser jetzt beim französischen Hersteller Parot und Source Alma. Das sorgt in der Branche für Aufsehen. Im deutschen Einzelhandel gilt es eher als Ausnahme, preiswertes Eigenmarken-Wasser aus dem Ausland zu beschaffen.

Hamburg – In einer Hau-Ruck-Aktion hat die Handelskette Edeka in den vergangenen Wochen seine Eigenmarken-Beschaffung umgebaut. Da aber nicht jeder der neuen Partner offenbar direkt liefern konnte, wurden die leeren Regale mit Marken aus dem französischen Ausland aufgefüllt, sodass für den Konsumenten keine Lücken entstanden. Das berichtet die Lebensmittel Zeitung.

Edeka sei auf die Hersteller Parot und Sources Alma ausgewichen, „um den enormen Bedarf an „Gut & Günstig“-Wasser kurzfristig decken zu können“, berichtet das Branchenblatt. In den Märkten von Edeka, Netto und Marktkauf finde sich aktuell Handelsmarkenwasser aus mindestens fünf französischen Quellen. Die meisten davon gehörten zur „Le Groupe Alma“. Die Franzosen deckten damit die komplette Sortimentsbreite ab. Von 0,5 Liter bis hin zu 1,5 Liter PET-Flaschen.

Edeka: Preiskonditionen entscheiden über Lieferanten

In der Branche ist diese Partnerschaft eher eine Ausnahme. Der Grund ist denkbar einfach: Der Transport von preiswertem Eigenmarken-Wasser über Landesgrenzen hinweg ist kostspielig für die Händler. Am Ende verdienen Händler am ohnehin schon margenschwachen Produkt Wasser noch weniger, berichtet Merkur.de.

Die Preiskonditionen waren auch jüngst der Anlass für Edeka, den Stammlieferanten Altmühltaler Mineralbrunnen (Schäff-Gruppe) zu wechseln. Der Abfüller wollte mehr Geld für sein Produkt und begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen Energiekosten. Merkur.de berichtete.

Edeka: Konsument greift hierzulande gern zur Wasserflasche

Der Konsument greift hierzulande gerne zur Wasserflasche. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser in Deutschland hat sich in den letzten 50 Jahren nahezu verzehnfacht, berichtet Statista, ein Anbieter von Markt- und Konsumentendaten. Lag der Mineralwasser-Konsum im Jahr 1970 noch bei 12,5 Litern pro Kopf, wurden im Jahr 2021 nach vorläufigen Angaben in Deutschland bereits durchschnittlich 122,7 Liter Mineral- und Heilwasser je Einwohner konsumiert. Mineralwasser ist damit das absatzstärkste Getränkesegment in Deutschland.

Deutschland hat gutes bis sehr gutes Trinkwasser. Die Qualität wird häufig und regelmäßig überwacht und entspricht den strengen Güteanforderungen der Trinkwasserverordnung.

Bundesamt für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden hierzulande im Jahr 2021 rund 12,4 Milliarden Liter natürliches Mineralwasser hergestellt. Rein rechnerisch seien das rund 34 Millionen Ein-Liter-Flaschen pro Tag gewesen. Etwa 935,4 Millionen Liter Mineralwasser wurden 2021 nach Deutschland importiert. Dabei dominierte das Wasser ohne Kohlensäure. Hauptquelle des stillen Wassers war Frankreich.

Edeka: Dauerhafte Lösung mit französischen Brunnen nicht geplant

Edeka hingegen sieht offenbar keine dauerhafte Lösung für eine Zusammenarbeit mit den französischen Brunnen, meldet die Lebensmittel Zeitung. Wie lange der Import des preisgünstigen Mineralwassers also andauern wird, lässt der Händler gegenwärtig offen.

Welche Wassersorten bei den Verbrauchern am besten ankommen, hat die Stiftung Warentest jetzt untersucht und insgesamt 32 Mineralwasser-Sorten unter die Lupe genommen. Während der eine es direkt aus der Leitung zapft, schwört der andere auf den kühlen Genuss aus der Flasche. Dabei sind es vor allem die günstigen Varianten, welche die Tester überzeugen.

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