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DM und Rossmann: Neues EU-Verbot – fliegen diese Kosmetikprodukte raus?

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Von: Madlen Trefzer

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Bestimmte Kosmetika könnten schon bald aus den Drogerie- und Supermarktregalen verschwinden. Der Europäische Gerichtshof fällt ein Urteil.

Viele Kosmetikprodukte könnten schon bald aus dem Sortiment genommen werden. Schließlich sehen manche Kosmetika Lebensmitteln sehr ähnlich. Rossmann verkauft Produkte, die beliebten Süßigkeiten zum Verwechseln ähneln. So zum Beispiel das Geschenkset „Macaron Badefizzer“ des Labels „Bubble T Cosmetics Ltd“. Die darin enthaltenen Badeprodukte sehen exakt wie französische Macarons aus.

NameEuropäischer Gerichtshof
Gründung1952
SitzLuxemburg
StellungOberstes rechtsprechendes Organ der EU

Kosmetikprodukte, die Lebensmitteln ähneln, könnten eine Gefahr für die Gesundheit darstellen

Auch die Bio Badepralinen von „Satin Naturel“ erinnern stark an Lebensmittel. Zwar warnt Rossmann im Onlineshop, dass sie nur für die äußere Pflege gesunder Haut geeignet sind, jedoch sehen die Produkte im Set genau aus wie Pralinen, Muffins und Schokolade. Badeherzen des Drogerie-Riesen dm werden sogar lediglich mit „Anwendungsbereich: Körper“ ausgeschrieben, obwohl die Verwechslungsgefahr mit Süßigkeiten keine geringe ist.

Am 2. Juni fällt der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Urteil, das möglicherweise das Ende solcher Produkte bedeuten könnte. Dabei dürfen EU-Länder den Verkauf von Kosmetikprodukten stoppen, die wie Lebensmittel aussehen. Das allerdings erst, wenn diese Produkte bei Verzehr ein Gesundheitsrisiko darstellen. Der EuGH lässt Raum für Einzelfälle. So können Behörden der einzelnen Länder die betroffenen Produkte selbst prüfen. 

Problematisches Marketing der Kosmetikindustrie: Produkte, die aussehen wie Lebensmittel

Damit ein Kosmetik-Produkt vom Verkauf ausgeschlossen wird, müssen gesundheitliche Risiken wie Ersticken oder eine Vergiftung eindeutig vorliegen, erklärt RUHR24. Als Auslöser für dieses Urteil gilt ein laufendes Verfahren in Litauen. Dabei wird einem Hersteller vorgeworfen, mit dem Verkauf von Badekugeln die Gesundheit von Kindern und Senioren zu gefährden. Grund dafür: Die Produkte sehen aus wie Lebensmittel. 

Zu einem allgemeinen Verbot wird es in Europa aber nicht kommen. Der Hersteller aus Litauen konnte die Vorwürfe zurückweisen. Er gab an, dass die Ähnlichkeit seiner Kosmetika zu Lebensmitteln für ein Verbot nicht ausreichen würde. Außerdem spricht ein generelles Verbot gegen die EU-Richtlinien. Es müsse unter anderem absehbar sein, dass zum Beispiel Kinder das Produkt in den Mund nehmen und verschlucken könnten.

Gute Alternativen für Kosmetika, die Lebensmitteln ähneln

Da sich dies in diesem konkreten Fall jedoch nicht nachweisen lässt, sollen nun die Verwaltungsgerichte in Litauen den Streit klären. Laut chip.de hieß es auch, dass gesundheitliche Gefahren für ein Verbot nicht zwingend bestehen müssen. Wer seiner Haut und Gesundheit etwas Gutes tun will, kann weitestgehend auf chemische Kosmetika verzichten.

Einige Produkte können mit Kokosöl ersetzt werden– hier gibt es acht überraschende Fakten über den Alleskönner. Wer Kokosöl mit Natron, Zitronensäure und Speisestärke mischt, kann auch eigene Badeprodukte kreieren. Dabei lassen sich verschiedene Farb- und Duftkombinationen zusammenstellen und man weiß, was drin ist. (mad)

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