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Edeka: Aus für eigene Discounter-Kette – Märkte werden neu genutzt

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Von: Eliran Kendi

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Edeka verkündet Aus: Knapp 330 Filialen der Kette NP Discount werden eingestampft. Warum lässt Edeka seine regionale Discounter-Kette mit 40-jähriger Tradition einfach verschwinden?

Der Traditionsmarke NP Discount geht es allmählich an den Kragen. Die 330 NP-Märkte – vormals als „Niedrig Preis“ (NP) bekannt – sollen schrittweise bis 2026 in Filialen der Ketten Edeka oder Nah & Gut umgewandelt werden. NP Discount hat seine Märkte bisher als Tochtergesellschaft der Edeka Minden-Hannover betrieben. Neben NP gehört auch der Netto Marken-Discount zu Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka. Im Gegensatz zur regional begrenzten NP-Kette ist Netto bundesweit mit Filialen präsent. Die NP Discount-Filialen befinden sich ausschließlich in Norddeutschland, mit einem Verbreitungsgebiet zwischen der niederländischen Grenze im Westen bis zur polnischen Grenze im Osten.

Nachdem die „Lebensmittel Zeitung“ im Juli 2021 über das Aus für NP berichtet hat, ist die Meldung seitens einer Edeka-Sprecherin bestätigt worden. Damit steht fest: Der Lebensmittelhändler Edeka sieht für seine Discountkette NP keine Zukunft mehr.

Discounter:Edeka
Edeka steht für:Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler
Hauptsitz:Hamburg
Mitarbeiter*innen:402.000 (Stand: 2020)

Edeka: Aus für Discountkette NP – Märkte werden neu genutzt

„Perspektivisch wird NP damit verschwinden“, sagt Bernhard Berger, Vertriebsgeschäftsführer für den Bereich Einzelhandel bei Edeka Minden der „Lebensmittelzeitung“. „Discount-Elemente wird es bei uns immer geben, zum Beispiel unsere Preiseinstiegsmarke Gut & Günstig. Aber wir verabschieden uns mit diesem Schritt von einem eigenständigen Discount-orientierten Vertriebsformat.“

Anders als bei der Edeka-Tochter Netto sind bisher in NP-Märkten auch Produkte der Gut und Günstig-Discountproduktreihe vertrieben worden.

NP-DiscounterLogo Schild Edeka
Edeka Minden-Hannover gibt das Ende der NP-Discounter bis zum Jahr 2026 bekannt. © Sascha Steinach/imago

Einige NP-Märkte sind bereits zu kleinflächigen Edeka-Filialen umgebaut worden. Nach Angaben der Lebensmittelzeitung sind an diesen Standorten im Jahr 2020 zweistellige Umsatzsteigerungen erzielt worden. Unter dem Motto „Mehr Nahversorger statt Discounter“ soll der Umbau 2022 fortgesetzt werden. NP-Märkte werden somit vor allem als Nah&Gut-Filialen umkonzipiert.

Durch die Umstellung auf die neuen Konzepte erhoffe sich Edeka größere Akzeptanz bei den Kunden und spürbare Umsatzzuwächse, heißt es in Minden. Zudem soll die Edeka-Tochter Netto bundesweit im Discounter-Markt expandieren. Durch Nettos Wachstum hat die NP-Kette für Edeka zuletzt an Bedeutung verloren.

Edeka will gemeinsam mit den Töchtern Netto und Nah&Gut im Ranking der Einzelhändler aufholen

Die Wachstumsziele von Edeka scheinen ambitioniert zu sein, aber angesichts des umkämpften Einzelhandelsmarktes ist der Umbau ein folgerichtiger Schritt. In dem am Donnerstag (24. Februar) von der Unternehmensberatung Deloitte veröffentlichten Weltrangliste der Einzelhändler belegt die Schwarz-Gruppe mit ihren Töchtern Lidl und Kaufland als größter deutscher Einzelhändler Rang vier.

Größer sind nur noch der US-Handelriese Wal Mart als unangefochtene Nummer eins, der Internetgigant Amazon und die US-Kette Costco. Aldi belegt Rang acht. Die Supermarktketten Edeka und Rewe landeten im weltweiten Ranking auf den Plätzen 17 und 18.

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