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„Du lässt dich gerne ausbeuten?“ –Twitter-User entsetzt über Stellenausschreibung

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Von: Christoph Gschoßmann

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Man möchte gar nicht genau wissen, was in diesem Edeka abläuft: Eine Stellenausschreibung, die über Twitter die Runde macht, lässt Beobachter schaudern.

Es gibt Anzeigen, die machen sprachlos. Kontaktanzeigen gehören zweifellos oft dazu. Mit welch speziellen Vorlieben manche Menschen ihre bessere Hälfte suchen, mag noch zum Schmunzeln sein. Doch was eine Stellenausschreibung der Supermarkt-Kette Edeka in Detmold (Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen) über die Arbeitsbedingungen in der Filiale verrät, klingt besorgniserregend (bei Edeka fand ein Kunde am Preisschild eines Produkts einen ungewöhnlichen Unterschied).

Unglaubliche Edeka-Stellenanzeige: „Du bist in der Lage, dir morgens eine Stulle zu schmieren?“

Ein Twitter-User hat diese in der Zeitung „Lippe akutell“ entdeckt. Edeka Gebhardt sucht darin einen Mitarbeiter in Vollzeit. Schon bei der genaueren Beschreibung des Geschlechts wird man stutzig: „(m/w/d/ ... usw. usf.)

Doch die wirklichen Paukenschläge kommen erst noch, wie tz.de verrät. So fragt die Anzeige gleich im ersten Stichpunkt: „Du bist nicht komplett verpeilt?“ In diesem Stil geht es weiter: „Du kannst eine Kiste Bier von einer Kiste Wasser unterscheiden?“ und „Du bist in der Lage, dir morgens eine Stulle zu schmieren?“

Twitter-User sind von Edeka-Stellenanzeige entsetzt

Weitere der Fragen lassen vermuten, dass die Chefs dieses Edekas gar nichts von wertschätzendem Betriebsklima halten: „Du musst nicht beim kleinsten Kratzen im Hals eine Woche krank feiern?“ oder „Du kannst dir vorstellen, fünfmal die Woche zu arbeiten, ohne gleich an Burnout zu erkranken?“

Weitere „Highlights“: „Du kannst die Uhr lesen und freundlich ‚Guten Tag‘ und ‚Auf Wiedersehen‘ sagen?“ sowie „Du musst nicht alle drei Minuten eine WhatsApp schreiben oder Insta checken?“ und „Du beherrscht die Grundrechenarten und kannst dich in deutscher Sprache verständigen?“

„Du bist devot, lässt dich gerne ausbeuten und verhöhnen?“

Dass das mit der deutschen Sprache auch beim Betreiber des Edekas nicht immer zutrifft - darüber macht sich auch der Twitter-Nutzer lustig, der die Anzeige gefunden hat. Er oder sie schreibt: „Du bist devot, lässt dich gerne ausbeuten und verhöhnen? Du magst Arbeitgeber*innen mit Rechtschreibschwäche? Du verachtest modernes Arbeitsrecht und steckst infiziert gerne Kollegen und Kunden an? Dann bewirb dich bei Edeka Gebhardt in Detmold.“

Noch hat Edeka nicht auf die akutellen und künftigen Mitarbeitern gegenüber despektierliche Stellenanzeige reagiert. Dass über diese wirklich jemand in der Filiale anfängt, ist stark zu bezweifeln, und demjenigen definitiv nicht zu wünschen. Der Preisstreit zwischen Edeka und Coca-Cola eskaliert. Jetzt ist die Angelegenheit sogar vor dem Kadi gelandet. Jetzt hat das Landgericht Hamburg entschieden - zum Unmut von Coca-Cola. (cg)

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