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Ferrero: Tierblut in Nutella – was ist dran am irren Mythos?

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Von: Daniel Hagen

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Seitdem der Salmonellen-Skandal bei Ferrero bekannt geworden ist, werden viele Schoko-Produkte gemieden. Informiert man sich auf Google über Nutella, taucht dort zudem ein alter Mythos auf. 

Der Salmonellen-Skandal setzt dem Süßwarenhersteller Ferrero schwer zu. Auf der ganzen Welt werden kinder-Produkte zurückgerufen, das betroffene Werk in Belgien ist auf unbestimmte Zeit dicht und das Vertrauen der Kunden auf die Probe gestellt. Zu groß ist die Angst, eine Salmonellen-Infektion zu bekommen – so wie mittlerweile 119 Menschen in Europa. Hinzu kommen noch 31 Verdachtsfälle.

UnternehmenFerrero
Gründung1946
HauptsitzAlba, Italien

Ferrero: Wird Nutella mit Tierblut gemacht? Mythos hält sich seit Jahrzehnten

Die Sorge um die eigene Gesundheit ist sogar so groß, dass weitere Ferrero-Produkte gemieden werden, die gar nicht aus dem Werk im belgischen Arlon stammen. So ist vor kurzem der Verdacht bei mehreren Leuten aufgekommen, ob es sich bei weißen Flecken in ihrem Nutella um Salmonellen aus dem Ferrero-Werk handelt. Der Schoko-Riese mit Sitz in Italien kann das Gerücht aber schnell entkräften.

Wer nun aber den Fehler begeht und bei Google „Nutella“ sucht, findet dort ein weiteres, weitaus kurioseres Gerücht. „Ist in Nutella Schweineblut enthalten?“, ist eine der am häufigsten gestellten Fragen bei Google zum berühmten Brotaufstrich. Dabei handelt es sich aber lediglich um einen Mythos, der bereits seit Jahrzehnten existiert und sich bis heute hartnäckig hält.

Blut in Schokolade: Gehen Nutella-Gerüchte auf italienischen Pudding zurück?

So wird behauptet, dass Schokolade oder Produkte wie Nougatcreme angeblich Rinder- oder Pferdeblut enthalten würden. Dieses soll wohl die Farbe der Schokolade dunkler machen. Doch woher kommt dieser Mythos? Auf diese Frage gibt es gleich mehrere mögliche Antworten. Welche davon die Wahrheit ist, lässt sich aber nur schwer sagen.

Ein möglicher Ursprung kommt aus Italien. Dort gibt es ein neapolitanisches Schokoladensoßengericht namens „Sangulnaccio“. Neben Zutaten wie Schokolade, Milch, Pinienkernen, Rosinen und Zucker landete früher auch Schweine- oder Rinderblut in dem Pudding. Mittlerweile ist diese Art der Zubereitung aber auch in Italien glücklicherweise außer Mode gekommen.

Tierblut in Nutella: Schokoladen-Mythos könnte aus der DDR kommen

Wenn es nach der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geht, könnte der Ursprung des hartnäckigen Mythos aber auch an einer Privatperson liegen. Diese soll vor Jahren ein Rezept für Schokoladen-Brotaufstrich veröffentlicht haben, in dem wohl auch Blut enthalten gewesen ist. Wie das Rezept sich so sehr verbreiten konnte, wird aber nicht erwähnt.

Als dritter möglicher Auslöser wird ein Forschungsprojekt aus der DDR bezeichnet. Demnach sollen Forscher in ihren Experimenten versucht haben, der Schokolade durch Blut eine dunklere Farbe zu verleihen. Generell war es damals üblich, dass man sich in der Produktion vom Ausland unabhängig macht. Alle in der DDR verwendeten Zutaten sollten auch von dort kommen.

DDR-Schoko-Produkt soll mit Stierblut gemacht worden sein

Einen großen Erfolg feierte damals die „Schlager Süßtafel“, die ab 1970 von der VEB Rotstern in Saalfeld hergestellt wurde. Es handelte sich dabei um ein „Schokoladenersatzprodukt“ mit einem Kakao-Anteil von sieben Prozent. Aufgrund der Farbe und der krümeligen Konsistenz des Produkts wurde behauptet, dass es Stierblut enthalte.

Der Leipziger Lebensmittelchemiker Klaus Valdeig, der in der DDR viele der Ersatzprodukte erfunden hat, bezeichnete 1991 das Gerücht im „Spiegel“ als „absolute Räuberpistole“. Was Valdeig noch zu dem Gerücht erklärte, kannst Du hier lesen. Woher die Behauptung kommt, dass Tierblut ausgerechnet in Nutella von Ferrero auftaucht, ist aber komplett unklar. Der Mythos gilt jedoch als komplett widerlegt! (dh)

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