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Salmonellen-Skandal: Ermittlungen gegen Ferrero laufen – Werk bereits geschlossen

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Von: Daniel Hagen

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Der Rückruf mehrere Produkte wegen Salmonellen könnte für Hersteller Ferrero starke Konsequenzen bedeuten. Denn die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen das Unternehmen!

Das Wasser steht dem italienischen Süßwarenhersteller Ferrero aktuell bis zum Hals. Kurz vor Ostern muss das Unternehmen mit Hauptsitz in Alba weltweit Kinder-Produkte zurückrufen. Grund dafür ist ein größerer Salmonellen-Ausbruch, der auf ein Werk im belgischen Arlon zurückzuführen ist.

UnternehmenFerrero
Gründung1946
HauptsitzAlba, Italien

Ferrero-Rückruf: Werk in Belgien wegen Salmonellen-Fällen geschlossen

Schlimmer als der Salmonellen-Ausbruch ist aber die Tatsache, dass Ferrero bereits seit Dezember 2021 über diesen Zustand Bescheid gewusst hat. In einer Pressemitteilung entschuldigt sich das Unternehmen dafür, die Information nicht schon früher geteilt zu haben. In den letzten Wochen sind über 100 bestätigte Salmonellen-Erkrankungen in ganz Europa bekannt geworden. Es gibt zudem 29 Verdachtsfälle.

Alle Fälle lassen sich nach Information der Aufsichtsbehörde AFSCA (Agence fédérale pour la sécurité de la chaîne alimentaire) ins Werk nach Arlon zurückführen. Daraufhin hat die Behörde am Freitag (8. April) dem Werk vorübergehend die Produktionslizenz entzogen. Die Salmonellen seien in einem Sieb am Auslass von zwei Rohstofftanks festgestellt worden.

Belgische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ferrero

Jetzt droht Ferrero aber auch ein juristisches Nachspiel. Denn wie die Nachrichtenagentur Belga am Montag (11. April) unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg mitteilt, hat die belgische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Hersteller der Kinder-Produkte eingeleitet.

Das Werk in Arlon darf laut AFSCA erst wieder geöffnet werden, wenn der Betrieb „alle Lebensmittelsicherheitsvorschriften und -anforderungen“ erfülle. Das betroffene Sieb sei laut Ferrero mittlerweile ausgetauscht worden. Zudem wolle der Schokoladen-Riese die Kontrollen der fertigen und unfertigen Produkte steigern.

Foodwatch fordert nach Ferrero-Skandal mehr Transparenz

„Wie konnten offenbar monatelang gesundheitsgefährdende Produkte die Fabrik verlassen und verkauft werden? Die Süßwarenindustrie weiß genau, dass Salmonellen ein riesiges Problem sind bei der Herstellung von Schokolade. Wenn so ein Fehler passiert, muss die Bevölkerung sofort gewarnt werden“, sagt Andreas Winkler von foodwatch zu dem Ferrero-Skandal.

Der Fall zeige, dass Eigenverantwortung und Eigenkontrollen bei Herstellern nicht reichten und es mehr Transparenzpflichten für Behörden brauche. Stille Rückrufe ohne öffentliche Warnungen könnten schwere Gesundheitsschäden verursachen, weshalb Unternehmen wie Ferrero gesetzlich dazu verpflichtet werden müssten, ihre Kunden sofort zu warnen. (dh mit dpa)

Diese Chargen von Ferrero-Kinder-Produkten werden zurückgerufen

Folgende Chargen verschiedener Kinder-Produkte sind von dem Rückruf in Deutschland betroffen:

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