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Klopapier-Hersteller Hakle ist pleite – drohen jetzt wieder leere Supermarkt-Regale?

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Von: Tobias Becker

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Einer der bekanntesten Klopapier-Hersteller in Deutschland hat Insolvenz angemeldet. Bleiben die Regale im Supermarkt wegen der Hakle-Pleite nun wieder leer?

Kleiner Luxus, aber für viele Menschen kaum noch wegzudenken: Klopapier! Wie wichtig das Hygienepapier wirklich ist, hat man schon während der Corona-Pandemie gesehen: Die Regal bei Aldi, Lidl und Co. waren leer. Ausverkauft und der Verkauf wurde im Anschluss nur noch abgezählt genehmigt. Und dennoch hat einer der bekanntesten Hersteller nun Insolvenz angemeldet.

UnternehmenHakle
BrancheHygienepapier-Hersteller
SitzDüsseldorf
Gründung1928 in Ludwigsburg

Klopapier-Hersteller Hakle pleite: Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet

Der Klopapier-Hersteller Hakle mit Sitz in Düsseldorf hat in den vergangenen Tagen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nicht das einzige Unternehmen, denn auch Schuhhändler Görtz geht in die Insolvenz. Wie mehrere Medien berichten, wurde das durch eine Sprecherin des Düsseldorfer Amtsgericht bestätigt. Einen Produktionsstopp gibt es deshalb erstmal nicht, der Betrieb läuft weiter.

Die Löhne und Gehälter, so schreibt die Bild, zahlt die Bundesagentur für Arbeit über die kommenden drei Monate. „Die Eigenverwaltung bietet uns die notwendige Flexibilität und Geschwindigkeit, um unseren Betrieb nachhaltig zu sanieren“, erklärt Hakle-Chef Volker Jung in einer Mitteilung. Dennoch steht erstmal die Nachricht: Hakle ist pleite! Der Grund ist naheliegend und war absehbar.

Klopapier-Hersteller Hakle pleite: Energiekrise und Preisschock als Grund

Dass die Herstellung von Klopapier besonders energieaufwendig ist, ist schon länger bekannt. Kürzlich sprach auch der Verband „Die Papierindustrie“ eine Warnung aus, dass Klopapier knapp werden könnte. Schon im Frühjahr haben Toilettenpapier-Hersteller vor der Preisexplosion gewarnt, man sei auf bei der Produktion auf Gas angewiesen.

Auch Hakle schreibt: „Die Unternehmen kämpfen seit nunmehr drei Jahren mit stark gestiegenen Herausforderungen – vor allem im Gas- und Stromsektor.“ Jetzt ist es für das Traditionsunternehmen, das 1928 in Ludwigsburg gegründet wurde, zu viel geworden. Die „massiv gestiegenen Kosten für Material- und Energiebeschaffung sowie der Transporte“ konnten bislang auch nicht weitergegeben werden.

Klopapier-Hersteller Hakle pleite: Drohen nun leere Regale im Supermarkt?

Doch alles ist noch nicht verloren, denn Hakle-Chef Volker Jung betont in der Mitteilung: „Wir sind zuversichtlich, dass diese Neuaufstellung in dieser herausfordernden Lage einer als historisch zu bezeichnenden Energiekrise gelingt.“ Die Frage, die sich Verbraucher und Verbraucherinnen nun stellt: Wie geht es weiter in den nächsten Monaten?

Schließlich ist eine Besserung der Energiepreise nicht in Sicht, andere Hersteller sind aller Voraussicht nach ebenso betroffen. Wird das Klopapier jetzt wieder zum Luxusgut und folgt eine weitere Klopapier-Knappheit in den Supermärkten? Klar ist, dass Hakle nicht der einzige Hersteller von Toilettenpapier ist, für die Branche ist es aber sicher kein gutes Zeichen. (tobi)

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