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Hamsterkäufe im Supermarkt: Drohen leere Regale? Das sagen Experten

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Von: Tobias Becker

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Bilder von Hamsterkäufen gehen durchs Netz, aber im Laden sieht meist alles gewöhnlich aus. Was sagt der Handelsverband zu möglichen Lebensmittelengpässen?

In der Ukraine herrscht Krieg, die Sanktionen des Westens laufen weiter und die Solidarität ist riesig. Seit einigen Tagen haben auch Supermärkte und Discounter wie Aldi*, Lidl, Edeka und andere sich entschieden, russische Produkte aus den Regalen zu nehmen. Manch anderes Produkt könnte nun knapp werden*, im Netz kursieren Bilder von Hamsterkäufen - aber ist es wirklich schon soweit?

OrganisationHandelsverband Baden-Württemberg
SitzStuttgart
HauptgeschäftsführerinSabine Hagmann

Bei Aldi, REWE und Co.: Handelsverband deutlich – „Hamsterkäufe sind nicht notwendig.“

„Hamsterkäufe wie zu Beginn der Corona-Pandemie sind uns in diesem Ausmaß bisher nicht bekannt“, sagt Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) gegenüber HEIDELBERG24*. Auch wenn es heißt, dass Raps- oder Sonnenblumenöl knapp sowie Nudeln und Mehl gehortet werden könnten, macht sich der Handelsverband keine Sorgen.

Hagmann in Richtung Verbraucher: „Hamsterkäufe sind absolut nicht notwendig.“ Die Versorgung in Baden-Württemberg sei gesichert, Versorgungsengpässe gebe es nicht, sondern lediglich Verteilungsengpässe - ein Unterschied, denn: „Sollten einzelne Produkte am Tag des Einkaufs nicht vorhanden sein, so kann man davon ausgehen, diese beim nächsten Einkauf wieder zu erhalten.“

Aldi, Lidl und Co.: Lieferschwierigkeiten möglich – das ist der Grund

Hagmann sagt jedoch auch, dass es bei einzelnen Produkten „vorübergehend“ zu Lieferschwierigkeiten kommen kann. „Den Speditionen fehlen LKW-Fahrer aus Russland und der Ukraine, so dass Lieferungen oft verspätet in den Supermärkten ankommen“, erklärt die HBW-Chefin auf HEIDELBERG24-Anfrage.

Das dürfte für Kunden von Aldi, Lidl und anderen Discountern und Supermärkten jedoch das geringste Problem sein, schließlich gibt es dasselbe Produkt oft auch von anderen Marken. Hamsterkäufe und leere Regale, wie sie zum Teil zu Beginn der Coronakrise 2020 sollten deshalb nicht vorkommen.

Enpässe bei Aldi, Lidl und Co.: Speiseöl statt Benzin? ADAC warnt

Kurioserweise sollen derzeit auch Pflanzenöle auch als Spritersatz herhalten. Manche Menschen nutzen das billigere Speiseöl, um so den horrenden Benzinpreisen entgegenzuwirken. Aber: Die Sache hat einen großen Haken, denn in der Folge könnte es doch um einiges teurer werden.

So warnt der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) vor dieser Praktik und schreibt auf seiner Homepage: „Das größte Problem ist der deutliche Viskositätsunterschied im Vergleich zu herkömmlichem Diesel. Pflanzenöle führen zu Startschwierigkeiten und wirken sich negativ auf Leistung und Lebensdauer des Motors aus.“

Lebensmittelengpass? Aldi sorgt vor, Handelsverband gibt Entwarnung

Generell gilt in Baden-Württemberg* und Deutschland, dass die Grundversorgung wohl kaum gefährdet ist. „Grundsätzliche Lebensmittelengpässe sind nicht zu befürchten“, erklärt Sabine Hagmann. Hinzu kommt, dass beispielsweise Discounter-Riese Aldi Süd bereits vorgesorgt hat.

So werden maximal vier Flaschen an Rapsöl* der Eigenmarke pro Kunde verkauft. Ein zusätzliches Mittel von Aldi Süd, um Engpässe eines Produktes zu verhindern, das bereits aus der Coronakrise bekannt ist. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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