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Tierquälerei-Vorwürfe gegen Haribo – Beziehung zu Skandal-Konzern erntet Kritik

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Von: Karolin Stevelmans

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Der Süßwarenhersteller Haribo steht aktuell massiv in der Kritik. Ein Inhaltsstoff der bekannten Fruchtgummis führt zu Unverständnis.

Dortmund – Die Goldbären der Marke Haribo kennt vermutlich jeder. Das Unternehmen erlebte zuletzt allerdings einen regelrechten Shitstorm in den sozialen Medien. Grund dafür ist ein Vorwurf des Deutschen Tierschutzbüros. Doch auch zahlreiche Nutzer von Facebook und Instagram machen ihre Kritik öffentlich. Haribo hat sich zu den Vorwürfen ebenfalls geäußert.

Vorwürfe gegen Haribo: Tierschützer prangern Handelsbeziehung mit Skandal-Fleischkonzern an

Hintergrund der massiven Kritik gegen Haribo ist ein Vorwurf des Deutschen Tierschutzbüros. Dabei geht es um Aufdeckungen von tierschutzwidrigen Zuständen in Zuliefererbetrieben des Unternehmens Westfleisch. In den Schweinemast-Anlagen sollen Schweine unter qualvollen Bedingungen gehalten werden, wie die Bilder des Tierschutzbüros verraten. Doch was genau hat Haribo damit zu tun?

Der Süßwarenkonzern Haribo setzt bei der Produktion für seine Goldbären weiterhin auf den tierischen Inhaltsstoff Gelatine. Es wird als Geliermittel eingesetzt und stammt laut dem Unternehmen aus der Schwarte, also der Haut eines Schweins. Das Deutsche Tierschutzbüro hat den Süßwaren-Giganten vorgeworfen, diesen tierischen Zusatzstoff von Zuliefern des Fleischkonzerns Westfleisch zu beziehen.

Nutzer prangern Tierschutzverstöße an: Westfleisch äußert sich zu Vorwürfen

Über die teils verheerenden Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in den Zuliefererbetrieben von Westfleisch hat auch die ZDF-Sendung „frontal“ berichtet. Laut Tierschutzbüro wurden bereits entsprechende Strafanzeigen erstattet und die zuständigen Veterinärämter informiert. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fleischkonzern aufgrund von Tierquälerei-Vorwürfen in die Kritik gerät.

Auch der Fleischkonzern Tönnies hat einen bundesweiten Shitstorm erlebt. Westfleisch hat sich bereits zu den Aufnahmen in den Schweinemast-Anlagen geäußert. In einer Stellungnahme zeigt sich der Konzern schockiert und kündigt an, Kontrollen in den betroffenen Zuliefererbetrieben zu verstärken. Wer die Qualitätsstandards des Unternehmens in den Stallanlagen nicht einhält, dem drohe sogar eine Kündigung, heißt es vom Konzern.

Haribo äußert sich zu den Vorwürfen: Nutzer kritisieren Einsatz von tierischem Geliermittel

Dass zusätzlich der Süßwarenhersteller Haribo in die Mangel der Tierschützer genommen wird, schlägt auf sozialen Plattformen große Wellen. Mit hunderten Kommentare auf Instagram und Facebook prangern Nutzer die Handelsbeziehung mit Westfleisch an (mehr Service-News bei RUHR24).

Haribo hat sich bereits zu den Vorwürfen der Nutzer geäußert, wie RUHR24 berichtet. Dabei teilt der Süßwarenhersteller mit, dass Haribo keine Vertragsbeziehungen zu Unternehmen der Fleischindustrie unterhalte. Es handele sich laut dem Süßwarenkonzern um „einen von vielen Zulieferern unseres Lieferanten“. Entsprechende Maßnahmen zur Klärung der Sachlage habe Haribo eingeleitet.

So äußert sich Haribo zu den Vorwürfen

Das Fruchtgummi-Unternehmen tue „alles im Rahmen ihrer Möglichkeiten, um die Missstände zu beseitigen“, heißt es in der Stellungnahme. Allerdings zeigen die Nutzer auf Instagram und Facebook weiterhin wenig Verständnis für die Einsetzung von tierischem Geliermittel. „Bitte keine Gelatine mehr“ oder: „Auch Süßigkeiten gehen problemlos vegan“, sind einige der Kommentare.

Der Süßwarenhersteller teilt mit, dass Kunden unter dem Haribo-Sortiment selbst wählen könnten, ob sie auf tierische Inhaltsstoffe verzichten oder nicht. Mittlerweile bietet Haribo auch vegetarische Produkte an.

Haribo schreibt auf der Unternehmensseite dazu Folgendes:

HARIBO-Produkte sind für alle gedacht – wir bieten eine Vielzahl von unterschiedlichen Produktvarianten an, von klassischen bis hin zu vegetarischen und veganen Sorten, die den verschiedenen Vorlieben gerecht werden. Denn wir befürworten, dass die Verbraucher selbst entscheiden können, welche Produkte sie kaufen.

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