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Unterschrift auf dem Kassenzettel: Das steht im Kleingedruckten

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Von: Tobias Becker

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Der Kassenzettel im Supermarkt dient nicht nur dazu, zu wissen, was der Einkauf gekostet hat. Ein genauerer Blick – vor allem vor einer Unterschrift auf dem Kassenbon – lohnt sich.

Für viele Menschen ist es das Normalste auf der Welt: Die Kartenzahlung im Supermarkt. So kaufen mehr als die Hälfte aller Menschen in Baden-Württemberg auf diesem Weg ein, einige zahlen inzwischen per Uhr oder Smartphone. Der Fortschritt ist erkennbar, allerdings gibt es eine Sache, auf die wohl kaum einer achtet: Das Kleingedruckte auf dem Kassenzettel.

Unterschrift auf dem Kassenzettel: Niemand nimmt sich die Zeit, richtig zu lesen

Klar, denn wenn man im Supermarkt bei Aldi, Lidl oder anderen Geschäften dann endlich dran ist, geht es meist ganz schnell. Der aufgelegte Einkauf muss blitzschnell in der Tasche oder dem Einkaufswagen, dessen Form beim Einkauf manipuliert, landen. Dann wird schnell bezahlt und der Weg frei gemacht. Langes Suchen nach Münzgeld, Diskussion oder generelles Zeitlassen ist im Supermarkt selten.

Wenn es dann doch mal etwas länger dauert, treffen einen oft die ungeduldigen, genervten Blicke der anderen Personen in der Kassenschlange. Natürlich gibt es Tricks, mit denen man sich im Supermarkt die schnellste Kasse aussuchen kann. Aber dennoch verspürt man meist Zeitdruck. Wer dann mit Karte zahlt, ist meistens schneller. Kontaktlos, bei kleinen Einkäufen inzwischen oft ohne Pin, fertig.

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Auf dem Kassenzettel lässt sich nicht nur erkennen, was man eingekauft hat. © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Wichtige Hinweise auf Kassenbon: Das unterschreibt man auf dem Kassenzettel

In manchen Fällen ist jedoch auch eine Unterschrift auf dem Kassenzettel nötig, doch was unterschreibt man da eigentlich? Jeder kennt die Rückseite eines Kassenbons und weiß, dass da jede Menge Kleingedrucktes steht. Durchgelesen hat es wohl niemand. Dabei ist es durchaus wichtig, denn schließlich stehen dort die AGBs und teils auch Datenschutzhinweise.

In erster Linie gibt man damit seine Erlaubnis, dass der Händler das Geld vom Konto abbuchen darf. Aber: Wenn die Buchung nicht einlösbar ist, dann kann die Bank sogar die Adresse und den Namen weitergeben, was wiederum auch andere Händler mitbekommen können. Es geht also um durchaus sensible Daten, jedoch ist das Vorgehen auch verständlich und für Verbraucher kaum ein Problem.

Unterschrift auf dem Kassenzettel? Verbraucherzentrale warnte schon vor Jahren

Dennoch hat schon 2017 der damalige Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband gemahnt. Klaus Müller damals gegenüber Focus: „Hand aufs Herz: Wer würde das Kleingedruckte hinten auf einem Bon lesen - zumal in der hektischen Situation des Bezahlvorgangs?“ Generell gilt Wachsamkeit, wenn man etwas unterschreibt, zumal Unternehmen ja auch mehr zum Kaufverhalten wissen möchten.

Im Fall des Einkaufszettels wäre das für Verbraucher zwar gefährlich, aber aus Sicht der Händler auch nicht zulässig. Müller damals: „Wenn sie nicht offen und ehrlich danach fragen, sondern das in so eine Unterschriftserklärung hineinschummeln - das wäre nicht zulässig.“ Die Unterschrift auf einem Kassenzettel ist heutzutage immer seltener, die Gefahr also auch kleiner. (tobi)

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