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Fan-Artikel zum Spottpreis: Kaufland verhökert sie schon vor der WM in Katar

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Von: Kai Hartwig

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In wenigen Tagen startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Doch so richtiges WM-Fieber mag bei vielen Fans nicht aufkommen. Auch bei Kaufland nicht.

Dresden – Die Fußball-WM 2022 rückt näher: Ab dem 20. November rollt in Katar der Ball, doch die erste Weltmeisterschaft in einem arabischen Land steht in der Kritik. Der katastrophale Umgang des Landes mit den Bauarbeitern der WM-Stadien wurde mehrfach scharf verurteilt. Auch der Umstand, dass Katar die LGTBQ+-Gemeinschaft kriminalisiert hat, sorgte für große Kritik.

Kritische Töne gegenüber WM-Gastgeber Katar: So reagieren Gaststätten und Supermärkte

In einem Brief an die Fußballverbände der WM-Teilnehmer forderte FIFA-Boss Gianni Infantino kürzlich, die kritischen Töne gegenüber dem Gastgeberland während des Turniers verstummen zu lassen. Dagegen haben sich in München und anderen Städten Gaststätten für einen Boykott der umstrittenen Weltmeisterschaft entschieden und verzichten auf Public Viewing.

In deutschen Supermärkten und Discountern sollen die Verbraucher allerdings auch Artikel zur Fußball-WM kaufen können. So bieten Rewe, Lidl und andere Merchandising zum wichtigsten Fußballturnier der Welt an. Und auch bei Kaufland hat die WM 2022 bereits Einzug erhalten, berichtet tz.de.

Fußball-Weltmeisterschaft: Bei Kaufland werden Fan-Artikel „bereits Wochen VOR der WM verramscht“

Ein Kunde aus Dresden postete am 6. November – also genau zwei Wochen vor Turnierbeginn – bei Twitter ein Bild. Das zeigt eine Verkaufsecke in einer Kaufland-Filiale. Seinen Angaben zufolge stammt der Schnappschuss vom 5. November. Zu seinem Tweet schrieb er: „Wenn Fan-Utensilien verramscht wurden, dann geschah das bislang nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft. 2022 wird der Kram bereits Wochen VOR der WM verramscht (gestern bei Kaufland). Gut.“

Zudem ergänzte der Kaufland-Kunde den Hastag #BoycottQatar2022. Offenbar ist er kein Fan des WM-Turniers in dem Emirat an der arabischen Halbinsel. Und mit seiner Aussage hatte er nicht ganz unrecht. Denn bei genauerem Hinsehen waren ausschließlich rote Preisschilder an den Produkten der WM-Fanecke angebracht. In vielen Fällen war ein Preisnachlass von mehr als 50 Prozent zu erkennen.

Fußball-WM in Katar: Gastgeberland kaufte sich Fans für gute Social-Media-Presse

Durchaus erstaunlich, da das Eröffnungsspiel der WM zwischen Gastgeber Katar und Ecuador erst am 20. November steigt. Ist dies ein weiteres Zeichen dafür, dass für viele Fußballfans ein wirkliches WM-Fieber nicht aufkommen mag?

Die Vermutung, dass sich die Begeisterung für die WM in Katar allgemein in Grenzen hält, hatte zuletzt auch eine Aktion des Ausrichters verstärkt. Katar hatte sich die Gunst einiger Fußballfans bezahlt und deren Reisekosten übernommen – im Gegenzug sind diese verpflichtet, auf Social-Media-Plattformen einen „positiven Beitrag“ zum Turnier zu leisten. (kh)

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