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Bald wieder kein Klopapier mehr im Supermarkt? Papierindustrie alarmiert

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Von: Tobias Becker

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Die drohende Energiekrise hat mehr Folgen als nur teurere Preise für Gas und Strom. Die Papierindustrie warnt nun vor einem Klopapier-Mangel.

Es ist gerade einmal zwei Jahre her, dass in den Supermärkten viele Regale leer waren. Hamsterkäufe sorgten damals für Verwunderung und durchaus auch für Panik. Betroffen waren vor allem Lebensmittel wie Mehl, Nudeln oder Öl, aber auch Klopapier war leer. Die Folge: Beschränkungen beim Einkauf. Und genau das droht nun wieder, wenn die Papierindustrie recht hat.

Bald Klopapier-Mangel im Supermarkt: Papierindustrie warnt – Energiekrise ist schuld

Die Papierindustrie warnt und der Grund dafür sind nicht die bevorstehenden Corona-Einschränkungen, sondern die Energiekrise. Der Vizepräsident des Verbandes „Die Papierindustrie“, Martin Krengel, sagt laut watson: „Bei einem Wegfall können wir die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleisten.“ Gemeint ist das Gas, dessen Preise auch im Südwesten stark ansteigen!

Denn Gas ist aufgrund des Krieges in der Ukraine derzeit knapp und bringt so auch die Produktion des Klopapiers in Gefahr. „Eine Einschränkung der Gasversorgung würde unweigerlich zu Engpässen bei wichtigen Papierprodukten führen“, erklärt Winfried Schaur, der Präsident des Verbandes in einer Mitteilung. Und weiter: „Für die meisten Betriebe gibt es keine Alternative.“

Klopapier-Mangel wegen Energiekrise: Papierindustrie rechnet mit weiteren Schäden

Dabei ist zwar nicht nur die Produktion von Klopapier betroffen, sondern die Papierherstellung generell, aber die Hygienepapier-Produktion ist besonders auf Gas angewiesen. Währenddessen weist der Verband auf die Wichtigkeit von Papier hin. „Papier ist zentral, um erhebliche Teile der kritischen Infrastruktur wie Ernährung, Medizin, Hygiene und Medien aufrechtzuerhalten“, so Schaur.

Die Papierindustrie fordert deshalb: „Das muss die Politik bei allen Überlegungen berücksichtigen.“ Sollte die Gasmenge auf 30 Prozent reduziert werden, dürfte wohl nur noch etwa 39 Prozent der üblichen Menge an Papier, Karton und Pappe hergestellt werden. Hinzu kommt die Befürchtung eines nicht erprobten Stopp-and-Go-Betriebs sowie Standschäden an den Papiermaschinen, heißt es in der Mitteilung.

Mangel droht: Fakten über „Luxusgut“ Klopapier

Ende August (26.08.) war zudem der „internationale Tag des Toilettenpapiers“, zu dem der Verband bereits eine Pressemitteilung versendet hatte, in der er auf die verbrauchten Mengen an Klopapier verweist. „Immerhin verbraucht jeder Bundesbürger im Schnitt 134 Rollen im Jahr“, heißt es darin. Jährlich werden demnach 750.000 Tonnen Klopapier produziert. Weitere Fakten laut Verband „Die Papierindustrie“:

Gibt es zu Hause noch Alternativen zum Klopapier, sind diese im öffentlichen Leben kaum möglich. Der Verband schreibt deshalb: „Toilettenpapier ist nicht nur für die private Hygiene wichtig.“ Bei der Arbeit, aber auch Einrichtungen wie Krankenhäusern und Flughäfen ist das Hygienepapier wertvoll. Doch wenn es so weiter geht und es an Gas mangelt, könnte Klopapier bald zum Luxusgut werden. (tobi)

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