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Edeka: Kunden kritisieren Boykott russischer Produkte – „Ohne Worte!!!“

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Von: Daniel Hagen

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Edeka - Aufgrund des Ukraine-Krieges verbannen Edeka und weitere Einzelhändler russische Produkte aus ihren Regalen. Das gefällt nicht jedem Kunden.

Mit dem brutalen Angriffskrieg auf die Ukraine hält Präsident Wladimir Putin (69) die Welt in Atem. Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges werden die Bürger des Landes überall wieder als „der Feind“ betrachtet und müssen Angst haben – obwohl sie meist selbst den Krieg verurteilen. Zunehmend verbannen auch große Einzelhandels-Ketten diverse russische Produkte aus ihrem Sortiment, um Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen.

Dass solch ein Solidaritäts-Akt auch nach hinten losgehen kann, zeigt ein Fall in Baden-Württemberg: Eine Bäckerei-Kette wollte ihren „Russischen Zupfkuchen“ nur noch als „Zupfkuchen“ anbieten – und löste damit eine Welle der Empörung aus. Auch am Einzelhandels-Riesen Edeka üben Kunden auf Facebook aktuell Kritik.

NameEdeka Zentrale
Umsatz67,1 Milliarden USD (2019)
HauptsitzHamburg
CEOMarkus Mosa (1. Mai 2008–)
TochtergesellschaftenNetto, Marktkauf, Scheck-In

Edeka: Kritik an Boykott von Russland-Produkten

Mehrere Handelsketten wie zum Beispiel REWE oder Netto haben den Boykott russischer Waren bereits umgesetzt und verkündet, bestimmte Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Wie ruhr24.de zuvor berichtete, hatte auch der Händler-Verbund Edeka bereits angekündigt, prüfen zu wollen, welche Produkte aus Russland aus dem Sortiment fliegen sollen.* Allerdings wies Edeka auch darauf hin, dass selbstständige Edeka-Kaufleute auf regionaler und lokaler Ebene diese Produkte weiter anbieten können.

Eine Kundin postete im Community-Bereich der Facebookseite von Edeka Südwest nun ein Foto aus einer Filiale. Dieses zeigt offenbar einen Artikelausverkauf russischer Ware. „Wir werden diesen Russischen Lieferant nicht mehr unterstützen!“, lautet die eindeutige Botschaft auf einem Aushang am Regal. Ihren Ärger über diesen Boykott macht die Kundin ebenfalls deutlich: „Ohne Worte !!! Die sogenannten russischen Produkte gehören auch zu der ukrainischen Esskultur und werden auch von ihnen gerne gekauft. Viele Bürger der ehemaligen Sowjetunion, bestehend aus verschiedenen Ländern, konsumieren auch diese Produkte HIER in Deutschland!!!“

In welcher Edeka-Filiale das Foto aufgenommen wurde, wird aus dem Facebook-Post nicht klar. Die Kundin kritisiert weiter, dass die Aktion ein falsches Zeichen setze und eher zur Spaltung im Land beitrage. Zudem werde man so an der Lage in der Ukraine nichts ändern. Auch viele weitere deutsche Einzelhändler dürfte nach dem Boykott russischer Waren aktuell wohl ähnliche Kritik erreichen.

Edeka: Kundin reagiert emotional auf Boykott – „Stundenlang geweint“

Weniger wütend, aber sehr emotional schildert eine andere Kundin den Boykott russischer Waren auf der Facebook-Seite von Edeka: „Heute ging mein Mann einkaufen und hat festgestellt, dass ihr die russische Waren aus dem Sortiment genommen habt. Ich war so entsetzt, dass ich noch stundenlang geweint habe“, schreibt sie in einem Beitrag in der Community. Sie fordert, dass Edeka eher Lebensmittel in die Ukraine spenden solle, anstatt „Öl ins Feuer zu gießen“.

Tatsächlich hatte der Edeka-Verbund in einer Pressemitteilung vom 1. März bereits verkündet, dass am Offenburger Logistikstandort vier Busse mit Fahrtziel Ukraine mit insgesamt 14 Tonnen Lebensmitteln und Hygieneartikeln beladen wurden. Auch andere Unternehmen wie dm haben angekündigt, die Menschen vor Ort unterstützen zu wollen. Die Schwarz Gruppe spendet Waren im Wert von 10 Millionen Euro. Finanzielle Unterstützung für Kriegsflüchtlinge und die Bevölkerung gibt es auch von Dietmar Hopp und der BASF in Ludwigshafen. (dh) *HEIDELBERG24 und ruhr24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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