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Kassenzettel richtig entsorgen: Wer ihn in den Papiermüll wirft, macht einen Fehler

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Von: Katja Becher

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Wusstest Du, dass der Kassenzettel nicht in den Papiermüll gehört? Diesen Fehler machen viele – doch man sollte ihn vermeiden:

Seit dem 1. Januar 2020 gilt in Deutschland die sogenannte Belegausgabepflicht. Diese schreibt vor, dass jeder Kunde für jeden Einkauf einen Beleg erhalten muss. Durch die Regelung soll Steuerbetrug verhindert werden. Bei der Flut an Kassenbons, die wir damit im Alltag erhalten, ist es fast unmöglich, jeden einzelnen Beleg aufzuheben. Die meisten Kassenzettel landen über kurz oder lang im Müll – doch nicht jeder entsorgt sie richtig. Denn was viele nicht wissen: der Papiermüll ist die falsche Adresse.

Kassenzettel richtig entsorgen: Die Bons enthalten kritischen Inhaltsstoff

Dass ein Papier-Kassenzettel auch in den Papiermüll gehört, klingt eigentlich logisch. Wäre da nicht das Material, aus dem die meisten Bons bestehen. Viele Kassenzettel werden nämlich auf Thermopapier gedruckt, ein Spezialpapier, das sich unter Temperatureinwirkung schwarz färbt. Die Zusammensetzung dieses Papiers gilt aus Umweltsicht als problematisch – denn bei seiner Produktion wird laut Umweltbundesamt meist Bisphenol A (BPA) oder S eingesetzt.

BPA gilt mittlerweile in der EU als „besorgniserregender Stoff“, der nicht nur die Umwelt schädigen kann, sondern auch die Gesundheit des Menschen. Laut Bundesamt werde der Stoff unter anderem als reproduktionstoxisch eingestuft, könne also die Sexualfunktion und Fruchtbarkeit bei Mann und Frau beeinträchtigen. Welcher Müll in die Biotonne darf und welcher nicht, erklärt RUHR24.de.

BPA im Kassenbon: Kritischer Stoff kann Umwelt und Gesundheit schaden

Seit Anfang 2020 darf Thermopapier, das eine zu Hohe Menge an BPA enthält, nicht mehr in der EU in den Verkehr gebracht werden – doch auch die Alternative Bisphenol S steht im Verdacht, für Mensch und Umwelt schädlich zu sein. Weil nicht alle Hersteller ihre Kassenzettel-Produktion auf BPA-freie Produkte umgestellt haben, wird vor allem die Bonpflicht aus Umweltsicht kritisch gesehen.

Beliebte Discounter- und Supermarkt-Ketten steuern der Flut an Kassenzetteln jedoch bereits entgegen. So bietet Lidl seinen Kunden einen digitalen Kassenbon über eine App an, wodurch diese komplett auf die Papierversion verzichten können.

Kassenzettel gehören nicht in den Papiermüll – aus diesem Grund

Weil nach wie vor die Möglichkeit besteht, dass der Kassenzettel die umstrittenen Farbentwickler enthalten, empfiehlt das Umweltbundesamt Verbrauchern, die Bons nicht im Papiermüll zu entsorgen, sondern mit dem Restmüll. Im Papiermüll könnten sich die kritischen Inhaltsstoffe im Altpapier verteilen und damit über Recyclingprodukte wie zum Beispiel Toilettenpapier wieder beim Kunden und in der Umwelt landen.

Mit der Belegausgabepflicht steigt auch der Papierverbrauch in Deutschland weiter an. Doch auch hier kündigt sich eine Veränderung in den Supermärkten an: So will REWE zum Beispiel als erster Einzelhändler bald komplett auf Papier-Prospekte verzichten. Kunden sollen ihre lokalen Angebote künftig über WhatsApp erhalten. (kab)

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