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Edeka mit politischem Statement gegen Russland – das schmeckt nicht allen

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Von: Eliran Kendi

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Edeka zeigt sich angesichts des russischen Angriffskriegs solidarisch mit den Menschen in der Ukraine. Ein politisches Statement auf Facebook trifft aber nicht überall auf Zustimmung.

Der russische Einmarsch in die Ukraine hat weitreichende Folgen auch für Menschen und Wirtschaft in Baden-Württemberg. Nach hilflosen Appellen an Präsident Putin verurteilen Politiker im Südwesten den Angriff scharf. Putin habe „seine Maske fallen lassen und einen feigen und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf einen demokratischen Staat begonnen“, sagt Innenminister Thomas Strobl (CDU). Zugleich zeigen sich Unternehmer besorgt und ziehen erste Konsequenzen: Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa Park in Rust, setzt die Zusammenarbeit „Nord Stream 2“ aus. Das umstrittene Pipeline-Projekt sollte Erdgas nach Deutschland befördern und gehört dem russischen Staatskonzern Gazprom.

Auch Edeka bezieht zum Krieg gegen die Ukraine Stellung. Auf Facebook ist ein Post des Unternehmens mit folgender politischer Botschaft zu sehen: „Freiheit ist unser höchstes Gut. Wir denken an die Menschen in der Ukraine“

Discounter:Edeka
Edeka steht für:Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler
Hauptsitz:Hamburg
Mitarbeiter*innen:402.000 (Stand: 2020)

Edeka: „Freiheit ist unser höchstes Gut. Wir denken an die Menschen in der Ukraine“

Edeka macht sich seine Unternehmensfarben, Blau und Gelb, zunutze, da sie zufällig den Farben der ukrainischen Nationalflagge entsprechen. Diesen farblichen Hintergrund kombiniert Edeka mit dem eigenen Claim „Wir lieben Lebensmittel“ und wandelt diesen in „Freiheit ist ein Lebensmittel“ um.

Der Lebensmittelhändler Edeka nimmt mit einer klaren Botschaft Stellung zum Krieg gegen die Ukraine (Symbolfoto).
Der Lebensmittelhändler Edeka nimmt mit einer klaren Botschaft Stellung zum Krieg gegen die Ukraine (Symbolfoto). © dpa-Patrick Seeger/Screenshot-Facebook (Edeka)/Montage HEADLINE24

Die politische Botschaft entfacht erwartungsgemäß eine Kontroverse. Einerseits kann man der Supermarkt-Kette die Kompetenz absprechen, sich zu weltpolitischen Ereignissen zu äußern. Andererseits ist die Verurteilung eines Angriffskriegs nicht irgendeine Meinung, sondern Konsens in Demokratien. Überdies wird der Krieg gegen die Ukraine auch viele der Edeka-Kunden beschäftigen.

Edeka: Politische Botschaft sorgt zum Teil für Shitstorm auf Facebook

Bei Facebook hat Edeka für den Post bereits über 11.000 Likes und 637 Kommentare eingesammelt (Stand: 25. Februar, 12:45 Uhr). In den Kommentaren wird das Statement von Edeka vielfach positiv bewertet. „Respekt“, schreibt etwa Lars R. kurz und bündig.

Obgleich der russische Angriffskrieg offenbar das Ziel hat, die freiheitliche Regierung abzusetzen, versuchen einige Menschen die Corona-Maßnahmen mit der kriegerischen Willkür von Präsident Putin gleichzusetzen – so auch Nadine F.; sie schreibt: „Die gleiche Freiheit, die uns seit 2 Jahren abgesprochen wird“.

Andere wollen schlicht keine Vermengung von Geschäft und Politik: „Verkauft Eure Lebensmittel und macht keine Politik!“, schimpft Ulrike H. auf Facebook. Dem widerspricht Friedrich L. feindselig: „Nicht jeder muss ein treudoofer Konsument sein, so wie Du es offensichtlich bist“. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Meinungen zur Kampagne von Edeka zum Ukraine-Krieg weit auseinandergehen und die Debatte, wie so oft auf Social Media, emotional aufgeladen ist.

Baden-Württemberg: Auch Mercedes besorgt wegen Auswirkungen durch Ukraine-Krieg

Auch Kai W. scheint nicht viel von Edekas politischen Statement zu halten: „Auweia! Was kommt als Nächstes? Mercedes mit ‚Freiheit ist ein Fortbewegungsmittel‘?“ Tatsächlich hat Mercedes-Benz ein Werk in der Nähe von Moskau mit rund 1.000 Beschäftigten. Mercedes-Benz-Vorstandschef Ola Källenius zeigt sich ebenfalls besorgt: „Ich hoffe, der Konflikt lässt sich deeskalieren, um diese Situation zu entschärfen“, sagt der Manager bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag (24. Februar). Die Sanktionen gegen die russische Wirtschaft könnten auch den Autobauer treffen.

Ungeachtet dessen sorgt ein direkter Konkurrent von Edeka für Negativ-Schlagzeilen im Zuge des Ukraine-Kriegs: Der Deutsche Bauernverband macht Aldi heftige Vorwürfe: Versucht der Discounter die Verunsicherung auszunutzen, um die Preise weiter zu drücken? (esk/dpa)

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