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Lidl-Chef spricht Preis-Klartext: Womit Kunden beim nächsten Einkauf rechnen müssen

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Von: Melissa Sperber

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Kunden konnten beim Einkauf bei Lidl zuletzt Geld sparen. Grund dafür: gesunkene Preise für Nudeln, Butter und Käse. Doch Lidl-Chef Härtnagel macht wenig Hoffnung auf eine allgemeine Preiswende.

Zuletzt hatte Lidl seinen Kunden Hoffnung auf sinkende Preise gemacht. Wer beispielsweise bei Nudeln zur Eigenmarke des Discounters greift, kann deutlich sparen – und auch Butter und Käse wurden günstiger angeboten. Wer sich nun jedoch Hoffnungen auf eine generelle Preiswende gemacht hatte, wird enttäuscht werden, berichtet echo24.de.

Zuletzt habe Lidl bei über 700 Produkten die Preise gesenkt, sagte Christian Härtnagel, Chef von Lidl Deutschland, am Mittwoch im Hauptsitz der Deutschlandverwaltung in Bad Wimpfen. „Aber wir sitzen auch noch in Verhandlungen mit der Industrie, bei denen Forderungen nach Preissteigerungen auf dem Tisch liegen.“

NameLidl Stiftung & Co. KG
CEOIgnazio Paternò (Aug. 2019–)
GründerJosef Schwarz
Mitarbeiterzahl224.726 (2021/22)

Lidl-Chef erklärt: „Wollen Preissteigerungen nicht eins zu eins an Kunden weitergeben“

Es sei noch nicht so, dass man sich ausschließlich über sinkende Einkaufspreise unterhalte, sagte Härtnagel. „Die Preissteigerungen, die wir teilweise auch berechtigt zahlen, können und wollen wir nicht eins zu eins an die Kunden weitergeben.“ Auf der anderen Seite gehöre für Lidl auch dazu, schnell zu reagieren, wenn es Entspannung auf den Rohstoffmärkten gibt, sagte er mit Blick auf die vergangenen Preissenkungen auf Butter, Nudeln oder Käse. Das berichtet die „Deutsche Presse-Agentur“.

Auch Handelsexperten gehen davon aus, dass das Preisniveau vor der Inflation nicht mehr so leicht zu erreichen sein wird. Realistisch sei, dass die Discounter und Supermärkte verstärkt mit zeitlich begrenzten Angeboten werben, sagte etwa der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln, Kai Hudetz.

Haribo nicht bei Lidl im Regal zu finden – bisher keine Preiseinigung

Derzeit müssten die Kunden bei Lidl auf nahezu keine Marke verzichten, die Ausnahme sei Haribo, sagte Härtnagel. „Wir sind hier bisher zu keiner Übereinstimmung gekommen, die Verhandlungen laufen. Mit unseren Eigenmarken haben wir aber auch immer eine gute Alternative im Angebot.“ Immer wieder kommt es zwischen Händlern und Herstellern zu solchen Auseinandersetzungen. Zuletzt war etwa bekannt geworden, dass Edeka von über einem Dutzend Konzerne nicht mehr beliefert wird.

Die Preisverhandlungen seien intensiv, berichtete Härtnagel. „Wir kennen die Entwicklung der Rohstoffmärkte. Wir wissen ungefähr, wie viel Personal- und Energiekosten in den einzelnen Produkten stecken. Und wir tun alles, um zum Verhandlungserfolg zu gelangen, damit wir eben auch den bestmöglichen Preis an die Kunden weitergeben können.“

Lidl versichert Kunden: Verhandeln intensiv, damit Preissteigerungen im Rahmen bleiben

Lidl erkenne an, dass die Hersteller Kostensteigerungen bei Energie oder Rohstoffen haben. „Natürlich ist die ein oder andere Forderung angemessen. Wir verhandeln intensiv, damit die Preissteigerungen im Rahmen bleiben – und verhandeln etwas länger, wenn diese aus unserer Sicht unangemessen sind.“

In Zeiten der Inflation hätten die Discounter ihre Marktanteile steigern könne, das gelte auch für Lidl, sagte Härtnagel. „Die aktuelle Situation führt generell zu höheren Umsätzen und zu steigenden Marktanteilen, gleichzeitig sehen wir Herausforderungen auf anderen Seiten des Unternehmens.“

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