Leider kein Einzelfall

„Was geht bei denen!?“: Lidl-Kunde beschwert sich über teuren Speiseöl-Fund

Die Meldungen über das knappe und teure Speiseöl beschäftigen seit Wochen die Medien. Auch in Filialen von Lidl ist das teure Öl jetzt aufgetaucht.

Die wirtschaftlichen Folgen vom Krieg in der Ukraine spüren seit Wochen auch die Verbraucher in Deutschland. Energie sowie Sprit, aber auch viele Alltags-Produkte sind seit Kriegsbeginn massiv teurer geworden. Erst vor wenigen Wochen hatte Aldi die Preise für rund 400 Produkte teurer gemacht und bestimmte Lebensmittel rationiert, die von Hamsterkäufen betroffen sind. Dazu gehört das Mehl, aber auch diverse Speiseöle.

UnternehmenLidl
HauptsitzNeckarsulm
Umsatz57 Milliarden EUR
Gründung1932, Deutschland
CEOGerd Chrzanowski (seit 2020)

Knappes Speiseöl noch teurer – auch Lidl zieht seinen Preis kräftig an

Dass in Filialen von Aldi, Kaufland und Co. ausgerechnet das Sonnenblumenöl fast fünf Euro pro Liter kostet, begründen Experten in Deutschland mit der aktuellen knappen Verfügbarkeit und der gleichzeitig großen Nachfrage. Bisher wurde das Sonnenblumenöl zu über 90 Prozent aus Russland und der Ukraine importiert. Der Krieg, aber auch die rasant gestiegene Nachfrage ist in einigen Filialen von Aldi und Co. der Grund für das leere Speiseöl-Regal.

Mittlerweile hat sich die Lage zumindest etwas entschärft. Das heißt: In einigen Läden gibt es wieder Sonnenblumenöl – allerdings zu deutlich teureren Preisen. Und neue Fotoaufnahmen auf Twitter zeigen, dass Kaufland und Aldi mit ihren Speiseölen für fast fünf Euro pro Liter kein Einzelfall sind. Auch der Discounter Lidl mit Hauptsitz in Neckarsulm zieht nach und bietet sein Sonnenblumenöl der Marke „Fontasol“ ebenfalls für 4,99 Euro an.

Lidl-Kundin empört sich über teuren Speiseöl-Fund – „was geht bei denen!?“

Zum teuren Speiseöl-Fund in einer Filiale von Lidl twittert ein Nutzer: „Habe zum ersten Mal seit acht Wochen wieder Öl im Handel gesehen, Lidl hat ein Liter Sonnenblumenöl für 4,99 Euro – was geht bei denen!?“ Eine andere Userin ergänzt: „Muss zum Glück erst nächstes Jahr neues Raps- oder Sonnenblumenöl beschaffen.“ Das verschaffe ihr Raum, um auf die Lebensmittelpreise besonnen zu reagieren. Andre Nutzer sehen die Lage weitaus kritischer.

Ein Kunde von Aldi etwa reagierte stinksauer auf eine Palette voller Speiseöl zum Billigpreis, die er im Ausland entdeckt hatte. „Was läuft hier?“, wollte der betroffene Kunde vom Discounter wissen. Eine Antwort bekam er nicht – dafür äußerte sich ein Experte zur Thematik. Florian Block – Pressesprecher vom Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) – weiß, dass das deutsche Problem zum Teil auch am Verbraucher liegt. 

Auch Speiseöl von Lidl teuer: Schuld sind auch die panischen Hamsterkäufe

Aus Expertensicht ist das geänderte Kaufverhalten einer der Gründe. „Als Russland seinen Angriff auf die Ukraine startete, begann in Deutschland ein starker Run der Verbraucher auf Sonnenblumenöl“, weiß Block. Auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) erklärte Block, dass es kein grundsätzliches Speiseöl-Problem hier in Deutschland gebe. Allerdings seien die Supermärkte und Discounter auf den normalen Konsum ausgerichtet und eben nicht auf die unkontrollierten Hamsterkäufe.

Die gute Nachricht ist, dass die teuren Speiseöl-Preise in Deutschland kein Dauerzustand sein müssen. Auf eine Anfrage der Bild-Zeitung äußerte sich vor ein paar Wochen eine Sprecherin von Aldi zum Sonnenblumenöl für 4,99 Euro. „Der Artikel sollte nicht mit unserer Eigenmarke verglichen werden.“ Die Eigenmarke hatte der Discounter zuletzt für 1,75 Euro pro Liter im Angebot. Allerdings machte ein Zettel am Speiseöl-Regal eine Aldi-Kundin wütend, es ging um Hamsterkäufe.

Kuriose Entdeckung: Aldi lockt mit Speiseöl-Angebot, das gar keins ist

Von einem ähnlichen Szenario berichtete auf Twitter eine Userin, die in einer Filiale von Aldi ein Speiseöl-Sonderangebot entdeckt hatte und beim zweiten Blick eine kuriose Entdeckung am Preisschild machte. Der Grund: Wer sich das betreffende Preisschild auf dem Foto etwas genauer anschaut, bemerkt, dass sich am Preis gar nichts geändert hat – im Gegenteil. Die betroffene Kundin der Discounterkette kommentierte ihren Fund mit „Aldi wieder“.

Rubriklistenbild: © Screenshots: Twitter/Collage: HEIDELBERG24

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