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„Rettertüte“ bei Lidl: Discounter setzt deutliches Zeichen gegen Lebensmittel-Verschwendung

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Von: Daniel Hagen

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Lidl - Der Discounter-Riese will ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Das soll mit dem „Rette mich“-Konzept gelingen, das aus mehreren Teilen besteht.

Laut Welthungerhilfe werden jedes Jahr weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Essen weggeworfen. Alleine in Deutschland landen rund 12 Millionen Tonnen im Abfall. Gehört dieser Mülleimer einem Supermarkt, dürfen die Waren nicht einmal mehr rausgeholt werden – sonst kann man wegen sogenanntem „Containern“, einer Mischung aus Hausfriedensbruch und Diebstahl, zu einer Geldstrafe verurteilt werden. Lidl setzt sich bereits seit Jahren aktiv für die Rettung von Lebensmitteln ein und geht nun den nächsten Schritt.

DiscounterLidl
HauptsitzNeckarsulm
CEOGerd Chrzanowski (Sept. 2020–), Ignazio Paternò (Aug. 2019–)
Umsatz57 Milliarden EUR
Filialen weltweit10.800

Lidl: Discounter sagt Lebensmittelverschwendung den Kampf an

Der Discounter entwickelt dafür ein ganzheitliches Konzept namens „Rette mich“, das aus mehreren Teilen besteht, um der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen. So sollen Lebensmittelverluste im Unternehmen bis 2025 um 30 Prozent reduziert werden. Das Konzept verlangt dafür ein Umdenken bei den eigenen Mitarbeitern und den Kunden.

Los geht es mit Maßnahmen wie bedarfsgerechten Warenbestellungen und Rabatt auf Produkte, die nicht mehr lange haltbar sind. Diese sollen auch an die Tafel gegeben werden. Sollte ein Essen zudem nicht mehr „verzehrfähig“ sein, soll es in Biogasanlagen verwertet werden.

Gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung
Lidl will mit seinem „Rette mich“-Konzept Lebensmittelverschwendung verhindern. © Lidl

„Rette mich“-Konzept: Lidl führt „Rettertüte“ ein

„Mit dem ganzheitlichen „Rette mich“-Konzept in unseren Filialen wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden gezielt Lebensmittel retten. Besonders bei Obst- und Gemüse-Artikeln können wir Lebensmittelverschwendung verringern, indem wir weniger perfekte Produkte stark rabattiert anbieten“, erklärt Elisabeth Koep, Leiterin CSR und Nachhaltigkeit bei Lidl in Deutschland. Auch andere Supermärkte gehen ab Mai neue Wege – wegen der Gesetze.

Lidl wird zudem ab Mai 2022 nach und nach die sogenannte „Rettertüte“ in seinen Filialen einführen. Damit gibt das Unternehmen Obst- und Gemüse eine zweite Chance, das äußerlich weniger perfekt, aber immer noch gut ist. Dieses wird dann zum Einheitspreis von drei Euro angeboten. Konkurrent Aldi plant unterdessen eine große Veränderung im Fleisch-Sortiment.

Discounter Lidl will Kunden sensibilisieren

Um die Kunden zu sensibilisieren, nicht direkt alles wegzuwerfen, was das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, soll ein Aufdruck eingeführt werden. „Ich halte oft länger, als man denkt“ kann man dann auf Produkten wie Milch oder Joghurt finden. Außerdem sollen Kunden Boxen in den Filialen finden, in denen Lidl Nahrungsmittel anbietet, die kurz vor Erreichen des MHD sind. Der Discounter will als letztes Tipps und Tricks auf seinen Kanälen anbieten, mit denen man Lebensmittel retten kann. (pm/dh)

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