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Lidl: Kunde (86) darf Toilette nicht benutzen – dann kann er Harndrang nicht mehr zurückhalten

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Von: Tobias Becker

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In einer Lidl-Filiale in Eppelheim durfte ein Senior die Toilette nicht nutzen. Daraufhin nahm das Unglück seinen Lauf. Wie reagiert der Discounter darauf?

Beim Einkaufen mit Kindern ist es vermutlich jedem Elternteil schonmal geschehen: Plötzlich sagt das Kind, es müsse auf die Toilette. Die Toilettensuche beschäftigt aber nicht nur Kinder und deren Eltern, sondern auch Menschen, die zum Beispiel krankheits- oder altersbedingt an Blasenschwäche leiden. Das stellt die Discounter und Kunden immer wieder vor Probleme. Was neulich bereits bei Aldi Süd einen Vater auf die Palme gebracht hat, ist nun Gesprächsthema und Kritikpunkt bei Konkurrent Lidl.

Bei Aldi war es eine Dreijährige, bei Lidl ist es nun ein betagter Mann. Der 86-Jährige war in der Filiale in der Grenzhöfer Straße in Eppelheim, nahe Heidelberg, einkaufen, wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet. Während des Einkaufs drückte es plötzlich – eine Folge der Tabletteneinnahme gegen Diabetes und Bluthochdruck. Er nehme morgens sieben und abends acht Tabletten, erklärte der Lidl-Kunde gegenüber der Zeitung.

DiscounterLidl
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1973
Filialen weltweit10.800 (Stand 2020)
Mitarbeiter weltweit192.920 (Stand 2019/20)

Lidl lässt Senior nicht auf die Toilette: So reagiert der Supermarkt auf den Vorwurf

Da es keine Kundentoilette in der Filiale gibt, bat der Mann darum, die Personaltoilette nutzen zu dürfen – und wurde abgewiesen. Der Grund: Die Corona-Pandemie. Der 86-Jährige konnte im Anschluss den Harndrang nicht mehr zurückhalten, was nicht nur „unangenehm“ gewesen sei, sondern ihn auch dazu zwang, den Innenraum seines Autos säubern zu müssen. Gegenüber der RNZ bezeichnete der Mann den Vorfall bei Lidl als „bodenlose Frechheit“. Die Frage ist nur: Wie reagierte der Konzern auf die Geschichte?

Laut Bericht soll der Senior bereits zuvor auf die Umstände hingewiesen und nicht nur das Gesundheitsamt Rhein-Neckar, sondern auch Eppelheims Bürgermeisterin Patricia Rebmann informiert haben. Beide hätten darauf hingewiesen, dass sie darauf keinen Einfluss hätten, da es Unternehmenssache sei. Und da kommt der Senior zu seinem nächsten Problem: „Die hatten angekündigt, dass bei der anstehenden Renovierung der Eppelheimer Filiale Kundentoiletten entstehen würden.“ Doch das sei nicht geschehen.

Lidl: Aus diesem Grund gibt es keine Kundentoilette

Lidl antwortet gegenüber der RNZ, dass sich aufgrund der „meist kurzen Verweildauer unserer Kunden“ gezeigt habe, dass die Nachfrage nach Kundentoiletten „sehr gering“ sei. Allerdings würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Filialen in solchen Fällen normalerweise gerne die Personaltoilette anbieten. Aber: Diese Toiletten sind wegen des Infektionsschutzes derzeit nur für das Personal zugänglich.

Allerdings gelobte Lidl-Pressesprecherin Melanie Pöter gegenüber der Zeitung, dass man den Vorfall zum Anlass nehme, „etwaige Ausnahmen zur Nutzung hinsichtlich des Infektionsschutzes zu prüfen“. Eine Entschuldigung fügte Lidl ebenfalls hinzu. Mit Kundenfrust müssen Discounter wie Lidl und Aldi häufiger umgehen. So hat Aldi vor kurzem eine Beschwerde auf Facebook beantwortet, in der ein Vater sich ärgerte, dass das Weihnachtsgeschenk für seinen Sohn Wochen später noch nicht da sei. In diesem speziellen Fall, konnte dem 86-Jährigen zumindest nicht mehr geholfen werden. (tobi)

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