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Margarine oder Butter? Ernährungs-Expertin klärt auf – und zieht überraschendes Fazit

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Von: Jason Blaschke

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Sowohl Butter als auch Margarine können in der Küche vielseitig verwendet werden. Wie gesund ein Produkt ist, bestimmen die verschiedenen Inhaltsstoffe.

Der seit Wochen andauernde Krieg in der Ukraine belastet immer stärker die Wirtschaft und die Verbraucher in Deutschland. Schon seit Wochen klettern Energie- und Spritpreise nach oben und auch einfachste Alltags-Lebensmittel kosten teilweise deutlich mehr als noch 2021. Selbst wer im Discounter einkauft, muss mittlerweile deutlich mehr bezahlen. Erst vor mehreren Wochen hatte etwa Aldi die Preise für rund 400 Produkte angehoben.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)
Gründung1961, Essen
GründerKarl Albrecht, Theo Albrecht

Im Vergleich zur Butter: Margarine punktet mit Omega-3- und -6-Fettsäuren

Davon betroffen waren neben Speiseölen oder Milchprodukten auch Fleisch und verschiedene Nudelsorten. Umso überraschender ist die Meldung, dass ausgerechnet der Butterpreis von Aldi wieder gesenkt wurde, von 2,29 Euro auf 2,19 Euro. „Entspannt sich die Situation am Markt wieder, so werden Preisvorteile umgehend in unseren Verkaufspreisen berücksichtigt“, erklärte dazu eine Aldi-Sprecherin Berichten der Deutschen Presse-Agentur (DPA) zufolge.

Mit Blick auf die teuren Preise für Produkte wie Speiseöle oder Butter hatten viele Verbraucher verstärkt Alternativen gekauft. Über ein 59 Cent-Produkt von Aldi, das die teure Butter ersetzen kann, berichtet aktuell auch HEIDELBERG24. Die Rede ist von Margarine, die im Vergleich zur Butter nicht bloß günstiger ist, sondern auch einige weitere Vorteile hat. So ist Margarine auch gekühlt streichbar und dank der Speiseölzusätze reicher an Omega-3- und 6-Fettsäuren.

Ernährungs-Expertin empfiehlt gewissen Menschen eher Margarine statt Butter

Aber ist Margarine damit automatisch gesünder als Butter? Eine eindeutige Antwort auf die Frage gibt es laut Ernährungs-Expertin Birthe Wulf von Edeka nicht. Sie meint: „Wer körperlich gesund ist, kann sich mit gutem Gewissen für das Produkt entscheiden, das ihm am besten schmeckt.“ Wichtig zu wissen sei, dass beide Produkte viele Kalorien enthalten und deshalb bloß in Maßen verzehrt werden sollten.

Etwas anderes sei es, wenn eine Person Probleme mit ihren Blutfettwerten habe. Für sie könne eine pflanzliche Margarine gesünder als Butter sein, denn: „Margarine hat einen größeren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.“ Dazu zählen etwa Omega 3 und Omega 6, die in Sonnen- oder Rapsöl vorkommen und vom Körper nicht selbst produziert werden können. Laut „ProAktiv“ kann der Verzehr dieser Fettsäuren helfen, das LDL-Cholesterin zu senken.

Trans-Fette in der Margarine: Dabei kommt es auf die verwendeten Speiseöle an

Davon abgesehen spenden ungesättigte Fettsäuren Energie und unterstützen das Immunsystem. Als eher ungesund werden in der Margarine die Trans-Fette eingestuft, die entstehen, wenn flüssige Fette wie Speiseöle verfestigt werden. Gerade Sonnenblumenöl sei bekannt dafür, im Verfestigungs-Prozess solche Trans-Fette zu bilden, berichtet „BR24“. Wird Palmöl als Grundsubstanz benutzt, können zudem „Glycidol-Fettsäureester“ entstehen.

Die wiederum stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Besser scheiden dabei Palm- oder Kokosfette ab, die von Natur aus fest sind und deshalb ganz ohne Trans-Fette auskommen. Allerdings haben diese Fette eine schlechte Umweltbilanz und sind reich an gesättigten Fettsäuren, die als eher ungesund gelten. Hinzu kommt noch, dass es Berichten von BW24 zufolge einen Exportstopp für Palmöl in Indonesien gibt, was die Preise nach oben treibt.

Butter punktet mit fettlöslichen Vitaminen, Margarine mit gesunden Fettsäuren

Die gesättigten Fettsäuren spielen auch bei der Butter eine Rolle. Seit Längerem stehen diese im Verdacht, das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen, weshalb Patienten mit erhöhten Blutfettwerten vom Verzehr tendenziell abgeraten wird. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass man heute weiß, dass ungesättigte Fettsäuren offenbar einen geringeren Effekt auf das „schlechte“ LDL-Cholesterin haben.

Im Unterschied zur Margarine sind in der Butter zudem fettlösliche Vitamine, wie Vitamin A enthalten, die der Körper für Knochen, Knorpel sowie für Zahn- und Sehgesundheit benötigt. Ungesättigte Fettsäuren sind in der Butter stattdessen weniger enthalten – hier punktet die Margarine. Insofern lässt sich nicht genau beurteilen, ob Margarine oder Butter gesünder ist. Ausschlaggebend ist neben der Gesundheit auch die Menge, die ein Mensch verzehrt.

Qualität von Margarine und Butter: Öko-Test macht ernüchternde Entdeckung

„Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob Butter oder Margarine für ihn die richtige Wahl ist und auf welche Kriterien er bei der Entscheidung besonders großen Wert legt“, sagt Ernährungs-Expertin Wulf. Der Frage, ob sich Margarine oder Butter besser zum Kochen und Backen eignet, geht HEIDELBERG24 in einem separaten Serviceartikel nach. Einig sind sich Experten, dass man als Verbraucher auf eine gute Qualität der Produkte achten sollte.

Und gerade mit Blick auf die Margarine sind die Ergebnisse einer Untersuchung ernüchternd. Gleich mehrere bekannte Margarinen-Marken wurden von Öko-Test mit „mangelhaft“ bewertet. Problematisch waren in der Untersuchung die tropischen Fette, die nicht aus nachhaltigem Anbau stammten – insbesondere das Palmöl steht deshalb immer wieder in der Kritik. Die Experten von Öko-Test bemängelten aber noch einen anderen Punkt – krebserregende Stoffe. (jsn)

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