1. Heidelberg24
  2. Verbraucher
  3. Einkauf & Test

Öl-Embargo mit immensen Folgen: Spritpreise über 3 Euro möglich?

Erstellt:

Von: Sven Schneider

Kommentare

Ein Öl-Embargo steht vor der Tür - und das hat immense Folgen. Autofahrer müssen sich eventuell auf eine weitere Preisexplosion bei Benzin und Diesel einstellen. 

Hamm - Erst im Februar stiegen die Spritpreise beinahe im Stundentakt auf über zwei Euro pro Liter. Nicht nur Autofahrer, sondern Verbraucher in ganz Deutschland bekamen die Folgen des Ukraine-Kriegs zu spüren. Nun schlägt die EU-Kommission ein Öl-Embargo gegen Russland vor. Der Grund: Der Nationalstaat stoppte in der vergangenen Woche die Gas-Lieferungen nach Polen und Bulgarien. Das nächste Horrorszenario für Autofahrer und Verbraucher in Deutschland droht.

Öl-Embargo: Spritpreise über 3 Euro? Autofahrern droht Horrorszenario

Die EU geht dem drittgrößten Ölförderer der Welt und der zweitgrößten Exporteur mit dem sechsten Sanktionspaket an den Kragen. So ist es zumindest geplant. Nach einer Übergangsphase von sechs Monaten soll ein Einfuhrverbot für Rohöl gelten. Zwei Monate später soll das auf alle Ölprodukte zutreffen. Ausnahmeregelungen sind nur für Ungarn und die Slowakei geplant. „Die Solidarität mit der Ukraine gebietet es jetzt, die Lieferungen von fossilen Energien aus Russland schnell und drastisch zu reduzieren“, rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) alle EU-Länder zum Handeln auf. Das Problem: Vom Erdöl sind viele Bereiche wie Heizung, Produktion und Verkehr abhängig.

Allein zehn Prozent der raffinierten Ölprodukte - also Diesel und Benzin - kommen aus Russland. Dass Deutschland die Abhängigkeit zumindest senken kann, zeigten die vergangenen Wochen. Waren es zu Beginn des Ukraine-Kriegs 35 Prozent an Öl, die aus Russland den Weg nach Deutschland fanden, sind es neun Wochen später nur noch zwölf Prozent.

Mögliches Öl-Embargo: Konsequenzen für Verbraucher

Aber: Das möglicherweise bevorstehende Öl-Embargo hätte auch für Verbraucher in Deutschland Konsequenzen. Besonders Autofahrer müssen sich möglicherweise erneut auf einen Preisanstieg einstellen. „Ein Öl-Embargo dürfte die Benzinpreise wohl kurzfristig wieder deutlich steigen lassen“, sagte Manuel Frondel vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung der Rheinischen Post. „Allerdings dürften in die aktuellen Preise ein mögliches Embargo zum Teil bereits eingepreist sein. Dauerhafte Benzinpreis-Höhen von drei Euro pro Liter sollten aber eher unwahrscheinlich sein“, fügte er an, wie wa.de berichtet.

Spritpreise über 3 Euro? Öl-Embargo lässt nächstes Horrorszenario erahnen

Gegenstimmen zum Öl-Embargo kommen aus Nordrhein-Westfalen. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) mahnt, ein eben solches nicht zu überstürzen. „Bevor die EU ein Öl-Embargo gegen Russland ausspricht, sollte sie sicherstellen, dass die fehlenden Angebotsmengen aus anderen Quellen durch höhere Förderquoten ausgeglichen werden können“, sagte er: „Sonst steigen die Preise weiter, das trifft die ohnehin schon von hohen Energiekosten belasteten Verbraucher, den Mittelstand und das Handwerk erheblich.“

Klar ist: Autofahrer und Verbraucher in Deutschland dürfen zumindest ab dem 1. Juni aufatmen. Dann soll zum einen das 9-Euro-Ticket kommen, das die günstige Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglicht. Auch das Tanken soll dank Tankrabatt weniger das Portmonee quälen. Aber: Mit dem Öl-Embargo droht die nächste Preisexplosion.

Auch interessant

Kommentare