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Penny-Werbespot geht unter die Haut: Video legt Missstände gnadenlos offen

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Von: Karolin Stevelmans

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Der Discounter Penny begeistert zahlreiche Facebook-Nutzer mit dem neuen Werbespot zu Weihnachten. Das Video thematisiert gesellschaftliche Konflikte.

Dortmund – In den vergangenen Jahren haben Supermärkte und Discounter immer wieder mit ihren Werbespots an Weihnachten auf gesellschaftliche Themen aufmerksam gemacht. Penny setzt dieses Jahr wieder auf ein emotionales Thema und erreicht damit bereits viele Facebook-Nutzer.

Penny-Werbespot zu Weihnachten geht unter die Haut und legt Missstände der Gesellschaft offen

Die Weihnachtsspots der Lebensmitteleinzelhändler wie Rewe, Edeka, Kaufland und Lidl sind Jahr für Jahr eine Überraschung. Mal rühren sie zu Tränen und mal können sie auch für etwas düstere und trotzdem amüsante Momente beim Zuschauen sorgen, wie der Lidl-Werbespot aus dem Jahr 2021.

Bei Pennys Weihnachtsspot müssen viele Facebook-Nutzer zu Taschentüchern greifen, denn das Video veranschaulicht ein emotionales Thema der Gesellschaft. Unter dem Stichwort „Der Riss“ soll der Werbespot Missstände im gesellschaftlichen Miteinander offenlegen, berichtet RUHR24.

Penny
Penny bewegt mit dem neuen Weihnachtsspot viele Facebook-Nutzer. © Jan Woitas/dpa

Penny-Werbespot zu Weihnachten: Das ist die Geschichte

Im Fokus steht eine ältere Frau, die mit ihrem Auto in die Tiefgarage ihres Wohnhauses fährt. Dort stößt sie beinahe mit einem Jungen auf einem Fahrrad zusammen. Beide werden daraufhin laut und geben sich gegenseitig die Schuld für den nur knapp verhinderten Unfall.

Als die Frau mit dem Fahrstuhl in ihre Wohnetage fährt, werden mehrere unterschiedliche Konflikte zwischen Menschen im gesamten Wohnkomplex gezeigt. Streitsituationen, fehlendes Verständnis und abwertender Umgang gegenüber anderen Mitmenschen verbildlichen die harte Realität des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dabei zieht sich ein immer größer werdender Riss durch das Gebäude und sorgt für erhebliche Schäden im Bauwerk.

Weihnachtswerbespot von Penny setzt emotionales Thema in Szene und trifft „den Zahn der Zeit“

Die Stimmung im Werbefilm ist düster und grau. Am Ende gelangt die Frau in ihre Wohnung und ist sichtlich aufgelöst. Der Junge steht ebenfalls vor seiner Wohnungstür, tritt jedoch aufgrund eines Streits seiner Eltern nicht ein. Daraufhin geht er zu der Frau und fragt „Können wir reden?“.

Der Werbespot nennt steigende Preise, die Pandemie und den Ukraine-Krieg als Grund für zwischenmenschliche Konflikte. Penny habe mit dem Spot „genau den Zahn der Zeit gefühlt und umgesetzt“, so ein Facebook-Nutzer. Unter dem Hashtag „Lass reden“ teilen viele Facebook-Nutzer ihre Begeisterung für den Spot mit.

Penny legt gesellschaftliche Missstände in Werbespot offen – Spaltung der Gesellschaft

Im vergangenen Jahr hat der Discounter besonders die junge Generation in den Fokus des Werbespots gelegt. Dabei hat Penny den umfassenden Verzicht von jungen Menschen während der Corona-Pandemie thematisiert. In diesem Jahr geht es im Werbespot um den Zusammenhalt der gesamten Gesellschaft. Denn wie eine Studie der Universität Münster ermittelt hat, besteht ein grundlegender Konflikt in der Gesellschaft.

Dieser Konflikt gründet auf entgegengesetzte Positionen von rund einem Drittel der Deutschen zu Themen wie nationaler Zugehörigkeit, Bedrohung und Benachteiligung. Dieses Bild greift auch der Werbespot von Penny auf. Denn wie es im Video dargestellt wird, sei es vor allem das fehlende Verständnis und mangelnder Zusammenhalt, der für Streitigkeiten im Alltag sorgt. Penny wirbt mit „#lassreden“ für ein Zueinanderzukommen.

Penny macht mit Werbespot auf gesellschaftliches Problem aufmerksam – Millionen Menschen leben alleine

Neben gesellschaftlichen Konflikten scheint auch das Thema Einsamkeit für Probleme in der Gesellschaft zu sorgen. An Weihnachten kommt für gewöhnlich die ganze Familie zusammen. Doch gerade ältere Menschen verbringen das Fest teils alleine, wie auch schon ein Werbespot von Edeka darstellte.

Dass ältere Menschen häufiger alleine leben, belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamts. Denn 2018 lebten etwa 16,9 Millionen Menschen in Deutschland alleine. Was dabei auffällt: Fast 35 Prozent der Alleinlebenden sind über 65 Jahre alt. Die Werbespots der Supermärkte sorgen jedes Jahr für unterschiedliche Emotionen. Vielleicht regen sie manch einen Zuschauer auch zum Umdenken an.

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