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Pfand-Limit im Supermarkt: So viele Flaschen darf man auf einmal abgeben

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Von: Katja Becher

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Gegen den Stau am Pfandautomaten gehen viele Supermärkte vor, indem sie die Abgabe von Leergut beschränken. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Das hat sicher jeder schon erlebt: Man will nur noch schnell ein paar leere Flaschen abgeben, bevor man einkauft. Aber vor dem Pfandautomaten im Supermarkt hat sich eine lange Schlange gebildet, weil jemand Säcke voller Leergut gesammelt hat und nun alles auf einmal abgibt. Da heißt es, Geduld haben und hoffen, dass der Automat nicht auch noch Zicken macht und die Flaschen wieder ausspuckt.

SystemFlaschenpfand
eingeführtab 2003
Pfand-Beträgezwischen 8 und 25 Cent

Abgabe von Pfandflaschen: Supermärkte dürfen eigene Regeln aufstellen

Ein Stau am Pfandautomaten ist zeitraubend und ärgerlich. Manche Menschen sammeln ihr Leergut über Wochen und geben es dann erst ab, damit es sich richtig lohnt. Die, die hinter ihnen warten müssen, werden ungeduldig - und ungeduldige Käufer hat wohl kein Supermarkt gerne. Die Lösung scheint einfach und verbreitet sich immer mehr: In manchem Markt dürfen nur noch 20 Flaschen und Dosen auf einmal abgegeben werden.

Grundsätzlich ist das auch erlaubt, denn im Supermarkt gilt das Hausrecht. Der Händler darf bestimmen, wie viele Flaschen er zurücknimmt. Theoretisch muss er dafür nicht einmal einen Automaten zur Verfügung stellen, sondern kann einen Mitarbeiter mit der Rücknahme betrauen. Übrigens: Wie lange ein Pfandbon, den man zum Beispiel im Geldbeutel vergessen hat, noch gültig ist, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Verpflichtung zur Rücknahme von Pfandflaschen im Supermarkt

Nicht nur für Flaschensammler ist diese Einschränkung umständlich. Auch nach einem durchfeierten Wochenende fallen mehr leere Dosen und Flaschen an, die irgendwo abgegeben werden müssen. Das Verpackungsgesetz sieht vor, dass Supermärkte bestimmtes Pfandgut zurücknehmen müssen. Es gibt aber noch keine gesetzliche Regelung dafür, ob eine Höchstmenge festgesetzt werden darf.

Allerdings dürfen Supermärkte die Annahme von Pfandflaschen nicht grundsätzlich verweigern. Einwegflaschen aus PET müssen überall dort zurückgenommen werden, wo Produkte aus demselben Material verkauft werden. Mehrwegflaschen müssen in der Regel dort abgegeben werden, wo sie auch gekauft wurden. Normalerweise nehmen Händler das Leergut aber auch zurück, wenn sie die Marke selbst verkaufen.

Pfandflaschen-Regel: Kleine Supermärkte müssen nur eigene Marken zurücknehmen

Eine Ausnahme gilt für Märkte, die eine Verkaufsfläche von weniger als 200 Quadratmetern haben. Sie müssen nur Einwegflaschen zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen. Der reguläre Supermarkt ist aber meist größer. Seit Januar 2022 gelten in Deutschland übrigens neue Pfandregeln im Supermarkt.

Was also tun, wenn mal wieder bei einer Feier viel Pfand angefallen ist, der Supermarkt aber nur 20 Flaschen zurücknehmen will? Dann muss man sich wohl oder übel einen anderen Markt suchen. Oder man stellt sich mehrmals an und hat dann eben mehrere Pfandbons. Aus Rücksicht auf seine Mitmenschen könnte man beim Einkaufen aber auch daran denken, öfter eine kleinere Menge Pfandflaschen mitzunehmen. (resa)

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