Wichtige Kundeninformation

Rückruf wegen Explosionsgefahr: Getränk bloß nicht öffnen

Wieder ist ein Getränk von einem Rückruf betroffen. Es besteht Explosionsgefahr wegen Nachgärung. Das zieht ein weiteres Problem nach sich.

Dortmund – Ein Glas Wein in Ehren – ein Sprichwort, das sicher in vielen deutschen Haushalten hochgehalten wird. Immerhin trinkt der Bürger laut Statista im Durchschnitt 20,7 Liter Wein im Jahr. Doch Weinliebhaber sollten aktuell aufpassen, das Getränk ist von einem Rückruf betroffen. Schon beim Öffnen der Flasche besteht Gefahr.

Deutschlandweiter Rückruf: Getränk wegen Explosionsgefahr nicht öffnen

Es ist nicht der erste Getränke-Rückruf in letzter Zeit. Im Dezember 2022 musste ein Wodka bei Lidl, Rewe und Kaufland aus dem Verkauf genommen werden. Jetzt trifft es wieder ein alkoholisches Getränk, doch diesmal geht es um Wein. Das Weingut Rieger teilte bereits am Samstag (31. Dezember) mit, dass es bei zwei Wein-Chargen zu einer Nachgärung gekommen sei. Kunden, die den Wein gekauft haben, sollten ihn gleich aus zwei Gründen auf keinen Fall trinken.

Aufgrund der Nachgärung besteht das Risiko, dass die Flaschen explodieren könnten, berichtet RUHR24. „Durch die entstehende Kohlensäure kann es zu einem Überdruck auf der Flasche führen, woraus eine Bombagegefahr resultiert“, informiert das Weingut Rieger in einem Statement zu dem Rückruf. Man habe im Rahmen einer Eigenkontrolle festgestellt, dass einzelne Flaschen eine Trübung aufweisen würden sowie eine alkoholische Nachgärung auf der gefüllten Flasche stattgefunden habe, heißt es weiter.

Rückruf von Getränk: Gleich zwei Sorten sind betroffen – Explosionsgefahr

Das Weingut, mit Sitz im baden-württembergischen Buggingen, hat eine Bitte an seine Kunden. Sollten sie den betroffenen Wein in letzter Zeit gekauft oder im Online-Shop bestellt haben, sollen sie ihn zurückzugeben oder nach Rücksprache zu entsorgen. Den Kaufpreis bekäme man selbstverständlich zurückerstattet.

Gleich zwei Weinsorten sind von dem Rückruf betroffen. Folgende Details gibt der Weinhersteller bekannt:

  • Name: „Zero Weiss“ – entalkoholisierter Weißwein
    Rebsorte: Riesling, Müller-Thurgau, Muskateller
    Inhalt: 0,75 Liter
    Losnummer 11-22
    EAN: 4260 1781 2085 5
  • Name: „Zero Rot“ – entalkoholisierter Rotwein
    Rebsorte: Regent, Spätburgunder
    Inhalt: 0,75 Liter
    Losnummer 12-22
    EAN: 4260 1781 2086 3

Wein auf keinen Fall öffnen und trinken: Das müssen vom Rückruf betroffene Kunden beachten

Nun dürfte auch der zweite Grund für den Rückruf klar sein. Nicht nur, dass eine Explosionsgefahr von den Weinflaschen ausgeht, sondern auch, dass ein vermeintlich alkoholfreier Wein durch die Nachgärung Alkohol enthalten kann.

Laut eigenen Angaben des Weinguts Rieger ist der Wein vor allem geeignet für Autofahrer, Schwangere oder zur Fastenzeit. Also alles Personengruppen für die Alkohol nicht geeignet ist und sogar regelrecht gefährlich werden kann. Gerade Autofahrer und Schwangere müssen unbedingt die Finger von alkoholischen Getränken lassen. Fatal, wenn sie nun guten Gewissens ein vermeintlich alkoholfreies Getränk trinken, welches aufgrund von Herstellungsfehlern nun doch Alkohol enthält.

Der Weinhersteller geht jedoch nicht davon aus, dass der Wein versehentlich getrunken werden kann. So sei der Wein beim Öffnen eindeutig trüb, was durch die Hefebildung kommt. Auch sei eine deutliche CO₂-Bildung erkennbar. Normalerweise sollte im Wein keine Kohlensäure enthalten sein. Kunden, die den betroffenen Wein in letzter Zeit gekauft haben, sollten sich an diesen Anzeichen orientieren, um feststellen zu können, ob ihr Wein nachgegärt ist. Im besten Fall sollten sie aber schon vor dem Öffnen der Weinflasche anhand der Losnummer prüfen, ob ihr Getränk von dem Rückruf betroffen ist.

Wie kommt es zur Nachgärung bei Wein?

Laut dem Portal Weinkenner wird bei der Gärung der Zucker im Wein in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Durch Schwefelzusätze kann dieser Vorgang gestoppt werden, wenn das Getränk fertig für den Verkauf ist. Wird der Wein nicht hinreichend behandelt oder kommt es bei der Schwefelung zum Fehler, kann es zur Nachgärung kommen. Dadurch entsteht weiter Kohlensäure und Alkohol, wodurch der Druck in den Flaschen steigt und Explosionsgefahr besteht.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

Mehr zum Thema

Kommentare