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Orangensaft im Öko-Test: Bitter! Beliebte Marken – miese Noten

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Von: Josefine Lenz

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Öko-Test hat mehrere Orangensäfte auf Geschmack, Aroma und Inhalt untersucht. Auch auf die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung haben die Experten geachtet. Das Ergebnis:

Morgens zum Frühstück ein Glas leckeren Orangensaft. Für viele Deutsche gehört das erfrischende Getränk genauso zum Start in den Tag wie eine Tasse Kaffee. Doch welche Säfte sind gut – und welche schlecht? Öko-Test hat sich diese Frage auch gestellt und insgesamt 20 Produkte untersucht. Laut dem Verbrauchermagazin zählt der O-Saft zu DEM beliebtesten Saft in Deutschland und schlägt damit sogar den Apfelsaft. „Doch ist O-Saft ohne schlechtes Gewissen zu genießen? Studien belegen, dass die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern teils sehr bitter sind“, heißt es in einem aktuellen Bericht. Welche Marken nach allen Untersuchungen besonders gut abschneiden und welche von den Experten schlecht bewertet werden, verrät HEIDELBERG24.

VerbrauchermagazinÖko-Test
SitzFrankfurt
Erste Ausgabe1985

Öko-Test nimmt 20 Orangensäfte unter die Lupe – darauf achten die Experten

Organgensaft sorgt für den morgendlichen Vitaminkick. Viele Hersteller versprechen mit einem Glas Saft bereits die ausreichende Menge an bestimmten Vitaminen zu erhalten. Doch wird dieses Versprechen auch eingehalten? Öko-Test hat sich von 20 O-Säften (fünf davon mit Bio-Zertifizierung) die Inhaltsstoffe, Aromen und Geschmäcker genauer angeschaut. Auch haben die Experten einen großen Wert auf die Hersteller gelegt – also unter welchen Bedingungen die Säfte im Ausland hergestellt werden. Weitere Testberichte von Öko-Test und Co. findest Du übrigens auf unserer Themenseite.

O-Saft im Öko-Test: Arbeitsbedingungen teilweise schlecht

Zwar legen die Saft-Anbieter ihre Lieferketten teilweise sehr transparent und vollständig zur Verfügung, allerdings gibt es einige Minuspunkte, was die Herstellung betrifft. Laut Öko-Test werden alle konventionell erzeugten Orangensäfte in Brasilien hergestellt. Die Bio-Säfte stammen aus Mexiko, Paraguay, Südafrika, Ägypten und Spanien. „Wir wollten wissen, wie es um die Bedingungen für die Arbeiter auf den Farmen, Plantagen und in den Saftfabriken steht“, schreibt Öko-Test.

Die Antworten sind ernüchternd: „Studien belegen, dass die Farmarbeiter oft zu wenig verdienen, um die Grundbedürfnisse für sich und ihre Familien abzudecken – etwa Nahrung, Kleidung, Bildung und Gesundheitsversorgung. Die Studien offenbarten auch eine Behinderung von gewerkschaftlicher Arbeit und eine mangelnde Arbeitssicherheit“, so das Verbrauchermagazin.

Aber: Säfte mit dem Label „Rainforest Alliance“ können wiederum bei den Arbeitsbedingungen glänzen. „Sehr dünn dagegen fanden wir die Antworten und Belege, die wir von den Anbietern ohne nachgewiesene Zertifikate erhielten“, heißt es weiter.

O-Saft im Öko-Test: Geschmack und Aroma – Kein Getränk mit Bestnote „sehr gut“

Und wie schneiden die O-Säfte im Geschmackstest ab? Laut Öko-Test erhalten nur drei Produkte in der Sensorikprüfung die Bestnote „sehr gut“. Die Experten beschreiben den Geschmack als „wie frisch gepresst“. Bei den drei Sensorik-Gewinnern handelt es sich ausschließlich um Direktsäfte. Der Saft stammt direkt aus der Pressung. Zum Vergleich: Konzentrate werden mit Wasser aufbereitet und Aromen werden hinzugefügt. Wenige Organgensäfte können bei der Untersuchung nicht so gut benotet werden. Die Getränke zeigen beispielsweise bräunliche Reflexe in der Farbe, was auf mangelnde Frische oder zu starke Erhitzung hindeuten kann. Ein Saft kann außerdem bei der Aromastoffanalyse überhaupt nicht glänzen.

Orangensaft
Öko-Test hat mehrere Orangensäfte auf Geschmack, Aroma und Inhalt untersucht © Uwe Bender/picture alliance / obs / Fruit Juice Matters c/o Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie e. V

Orangensaft im Öko-Test: Neue Pfandregel für Getränke

Das Verbrauchermagazin bemängelt außerdem ein Produkt, dass den empfohlenen Mindestgehalt an Vitamin C von 200 Milligramm je Liter unterschritten hat. Pestizide werden glücklicherweise in keinem der 20 Getränke gefunden. Öko-Test weist außerdem darauf hin, dass manche Säfte in Einwegflaschen gefüllt sind. Durch eine neue Gesetzesänderung gilt aber ab 2022 auch für Säfte eine Pfandregelung. „Erste Wahl bei der Verpackung sind Glas-Mehrwegflaschen. Vor allem wenn regionale Hersteller sie befüllen. Überregional erhältlicher Saft ist gut in Kartons aufgehoben. Sie sind leichter und hinterlassen im Transport einen geringeren CO2-Fußabdruck“, erklärt Öko-Test.

O-Saft im Öko-Test: Die Gewinner und Verlierer – beliebte Marken mit Noten 5 und 6

Diese 20 Säfte hat Öko-Test unter die Lupe genommen. Kein Produkt kann mit der Bestnote „sehr gut“ abschneiden. Der gesamte Testbericht kann bei Öko-Test nachgelesen werden.

Zu den Verlierern zählen unter anderem der O-Saft von Innocent wegen schlechter Arbeitsbedingungen (Note „ungenügend“) und der Beutelsbacher Direktsaft („mangelhaft“). Auch die Hersteller Eckes-Granini und Valensina erhalten zwei Mal die Note „mangelhaft“. Nur wenig besser schneidet der Organgensaft Hohes C Milde Orange von Eckes-Granini ab („ausreichend“). Valensina Frühstücks-Orange ohne Fruchtfleisch erhält „mangelhaft“, weil dem Saft unnötigerweise Vitamin C zugesetzt wird.

Zu den Gewinnern zählen diese acht Säfte (alle mit Note „gut“):

Übrigens: Laut Öko-Test entfaltet sich das Aroma eines O-Saftes erst nach einer Weile, weshalb man den Saft nicht direkt aus dem Kühlschrank trinken sollte. (jol)

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