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Ein „Energiespartag“: Erstes Möbelhaus schließt montags seine Filialen

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Von: Teresa Knoll

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Die Energiekosten machen dem Handel zu schaffen. Um Strom zu sparen, schließt das Möbelhaus Ehrmann seine Filialen sogar jeden Montag:

Ehrmann hat sich dazu entschlossen, „Strom und Heizkosten einzusparen und so einen erheblichen Beitrag zu leisten, die wichtigen Einsparziele zu erreichen.“ Das Möbelhaus lässt seine Filialen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dafür sogar einen ganzen Tag geschlossen. Aber es werden auch andere Maßnahmen zum Energiesparen umgesetzt.

Strom sparen: Möbel Ehrmann montags geschlossen – „hoffen, dass wir keine Kunden verlieren“

Ab 16. Januar sollen alle Filialen von Möbel Ehrmann montags geschlossen bleiben. „Denn: die beste Energie ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen“, wie es das Unternehmen auf seiner Website ausdrückt. Besonders in den großen Geschäften mit Tausenden Lämpchen und Lichtern macht ein sogenannter „Energiespartag“ durchaus Sinn. Der extreme Anstieg der Energiepreise solle dadurch ausgeglichen werden, der Energieverbrauch um zehn Prozent verringert werden. „Damit wir unsere Verkaufspreise stabil halten können.“

Doch „wir hoffen, dass wir keine Kunden verlieren“, so Firmenchef Horst Ehrmann. Zum Start am 16. Januar sei die Resonanz „durchweg positiv“ gewesen. „Viele Leute sagen, sie finden es gut, dass wir Energie sparen. Außerdem ist es für sie von Vorteil, wenn sie ihre Möbel auch in der Zukunft zum Preis von 2022 bekommen“, sagt der Unternehmenschef. Aber klar sei auch, dass sich „der ein oder andere kurz geärgert“ habe, wenn er am Montag vor verschlossenen Türen stand. Derzeit hat Galeria Kaufhof andere Probleme – Gespräche zur Übernahme laufen.

Energiesparen in der Möbelbranche – verkürzte Öffnungszeiten

„Montags geschlossen“ gilt nun an allen Standorten von Möbel Ehrmann in Landau, Frankenthal, Trier, Herxheim sowie in Reilingen, Bruchsal und Rastatt (Baden-Württemberg). „Wir haben das erstmal terminiert bis zum Ende der Heizsaison Ende April. Aber wir
können uns sehr gut vorstellen, dass wir auch dann in Folge dabei bleiben“, sagt Ehrmann, dessen Unternehmen rund 700 Mitarbeiter zählt. „Die Zahl der Mitarbeiter bleibt stabil.“ Auch sonst ändert sich für sie – abgesehen von den Öffnungszeiten – nichts.

Auch andere Firmen, meistens in der Möbelbranche, setzen einen Schließtag pro Woche um, sagt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Südwest für Rheinland-Pfalz und das Saarland, Thomas Scherer, in Mainz. Bei manchen Händlern hätten sich die Energiekosten verzehnfacht. „Das ist schon Wahnsinn.“ Für andere Unternehmen macht es mehr Sinn, ihre Öffnungszeiten zu verkürzen. Es gebe keine einheitliche Regelung dafür, auch wenn die Pläne umfassender gewesen seien als die momentane Umsetzung.

Energiesparen bei Möbel Ehrmann – „keine „Wohlfühlatmosphäre“

Möbel Ehrmann bietet montags Beratungen beim Kunden oder online an, aber eben nicht im Geschäft, wie der Chef sagt. Bei den Mitarbeitern seien die geänderten Öffnungszeiten gut angekommen. „Sie haben jetzt zusammenhängend zwei Tage frei.“ Und an den verbleibenden fünf Tagen könnten sie Kunden dann auch intensiver beraten. Der Umsatz von Ehrmann lag 2022 bei rund 134 Millionen Euro. 15 Prozent an Energie habe man bei Ehrmann schon eingespart, etwa dadurch, dass das Licht nur eingeschaltet wird, wenn die Möbelhäuser öffnen.

Mit dem nun geschlossenen Montag erhoffe man sich laut Scherer aufs Jahr betrachtet Einsparungen in Höhe von „einer deutlich sechsstelligen Summe“. Beim Energiesparen gehe aber auch nicht alles. Wenn die Heizung zu sehr runtergedreht werde, gebe es keine „Wohlfühlatmosphäre“ mehr. „Und da hat der Kunde dann keine Lust, großartig etwas einzukaufen oder sich dort länger als notwendig aufzuhalten.“ Schon länger schalten Städte in Baden-Württemberg Lichter aus, um Energie zu sparen. (dpa/resa)

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