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„Schwarzer Tag für Verbraucher“ – Bundesrat trifft harte Pizza-Entscheidung

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Von: Karolin Stevelmans

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Neue Regeln für Lebensmittelverpackungen sollten eigentlich für einen besseren Schutz für Verbraucher sorgen. Der Bundesrat lehnt sich jedoch dagegen.

Gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe in Lebensmitteln sorgen regelmäßig für Produkt-Rückrufe. Sie gelangen unter anderem über die Verpackungen in die Lebensmittel. Um dies flächendeckend zu verhindern, hat der Ernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) eine Verschärfung der Regeln für Verpackungen initiiert. Der Bundesrat stellt sich diesem Vorhaben allerdings entgegen.

Pizza kann weiter gefährliche Stoffe enthalten – „schwarzer Tag für Verbraucher“

Oft sind Gründe für Warnungen bestimmte Inhaltsstoffe, die der Gesundheit schaden können, berichtet RUHR24. Sie können neben Produktionsfehlern auch über die Lebensmittelverpackung in die Speisen gelangen. Konkret geht es um sogenannte Mineralölspuren in Lebensmitteln, die als krebserregend gelten. Davon betroffen sind vor allem Produkte wie beispielsweise Pizza, Süßigkeiten, Butter oder Müsli.

Um das Übergehen der krebserregenden Stoffe in das Lebensmittel zu vermeiden, sollte für Verpackungen mit Altpapier eine Barriereschicht vorgeschrieben werden. Diese Regelverschärfung hat das Ernährungsministerium auf den Weg gebracht. Denn Packungen aus Altpapier bestehen meist aus alten Zeitungen oder Anzeigeblättern. Die enthaltenen Mineralöle stammen aus den Druckfarben der Zeitschriften.

Mineralölrückstände weiterhin in Lebensmitteln: Bundesrat lehnt strengere Regelungen ab

Der Bundesrat hat diese Regelungen nun allerdings abgelehnt. Die Länderkammer spricht sich für die Beibehaltung der gegenwärtigen Richtlinien aus. Das Ernährungsministerium spricht von einem „schwarzen Tag für Verbraucher“ (mehr zu Supermärkten und Discountern bei RUHR24). Die strengeren Regelungen sollten für einen verbesserten Gesundheitsschutz beitragen.

Dass krebserregende Stoffe durch die Verpackung in Lebensmittel gelangen, sei keine neue Erkenntnis. Nun werde das Problem allerdings hinausgezögert und auf die Entscheidungsebene der EU verschoben, kritisiert das Ministerium. Wie die DPA berichtet, werde die EU in nächster Zeit keine Richtlinien dieser Art beschließen. Aus diesem Grund seien nationale Regelungen unumgänglich. Ob der Bundesrat doch noch für strengere Verpackungsrichtlinien stimmt, bleibt abzuwarten.

Krebserregende Stoffe in Lebensmitteln: Worauf Verbraucher beim Einkaufen achten können

Wer Lebensmittel vermeiden möchte, die Mineralölrückstände enthalten, sollte einige Tipps beachten. So kommen die krebserregenden Stoffe meist in besonders fetthaltigen Produkten vor, wie Öle oder Brotaufstriche. Anfang des Jahres gab es deswegen bereits eine Forderung von Foodwatch nach Rückrufen für Produkte wie Knorr-Brühe und Nutella.

Ganz ausschließen lassen sich die Spuren des Mineralöls in Lebensmitteln kaum. Doch regelmäßige Produkttests von Öko-Test geben zumindest einen Überblick über den Mineralölgehalt in den Produkten. So hat Öko-Test zuletzt berichtet, dass 17 von 20 getesteten Buttersorten mit Mineralölspuren belastet sind.

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