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Wattestäbchen im Öko-Test: Viele Testsieger – doch auch einige Haken

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Von: Julian Kaiser

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Beim Check von Wattestäbchen hat Öko-Test einige erstaunliche Entdeckungen gemacht. Das sollten Verbraucher über die kleinen Hygieneartikel wissen.

Dortmund – Um die Ohren sauber zu halten, greifen viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf Wattestäbchen zurück. Beim Gang durch die Regale von Drogeriemärkten wie Dm oder Rossmann könnte dem ein oder anderen allerdings eine Veränderung aufgefallen sein. Und die stach bei den letzten, von Öko-Test durchgeführten Überprüfungen, deutlich hervor.

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Wattestäbchen-Test: Öko-Test untersucht 25 Produkte – vier schneiden etwas schlechter ab

Bei den 25 getesteten Wattestäbchen verschiedenster Marken konnten echte Verlierer beim Check von Öko-Test zwar nicht gefunden werden, allerdings schnitten gegenüber den 21 mit „sehr gut“ bewerteten Stäbchen vier Produkte etwas schlechter ab, wie RUHR24 berichtet. Sie wurden nur mit „gut“ bewertet – aus einem einfachen Grund (mehr Testberichte auf RUHR24).

Denn in folgenden vier Wattestäbchen-Verpackungen fand Öko-Test sogenannte halogenorganische Verbindungen, die unter Umständen Allergien auslösen können. In den anderen 21 Produkten wurden entweder keine Nachweise dieser Verbindungen oder nur Spuren festgestellt. Bei den chlorhaltigen Verbindungen, die in einigen Papierstäbchen nachgewiesen wurden, könnte es sich laut Öko-Test um Rückstände aus Chlorbleiche handeln.

Wattestäbchen im Test: Plastikverbot und Papiermangel erschweren Produktion

Stichwort Papier: Durch die Corona-Pandemie und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist Papier knapp geworden. Zusammen mit dem von der EU verordneten Plastik-Verbot in Wegwerfartikeln im vergangenen Jahr führte das zu einem Mangel an Papier bei der Verarbeitung von Hygieneartikeln. Bei Wattestäbchen in den Regalen bei Dm oder Rossmann müssen die Stiele aber neuerdings aus Papier bestehen.

Eine zukünftige Versorgungskrise könne der Branchenverband „Die Papierindustrie“ laut Öko-Test nicht mehr ausschließen. Wenig überraschend ist auch die Recycling-Quote von Altpapier bei der Herstellung von Wattestäbchen niedrig, da auch dieses Papier immer knapper wird. Nur vier der getesteten Wattestäbchen-Produkte bei Dm und Rossmann enthalten tatsächlich recyceltes Papier.

Wattestäbchen-Test: Positives Fazit trotz Bleich-Rückständen in vier Produkten

Unter diesen Umständen hatte Öko-Test bei der Beurteilung der Wattestäbchen keine Noten abgezogen. Der schnelle Umstieg von Plastik auf Papier und die schlechte Recycling-Quote aufgrund des herrschenden Papiermangels wurde bei der Benotung berücksichtigt. Dennoch hatte der angesprochene Nachweis von Bleich-Rückständen in den obigen vier Produkten „nur“ zu einer Bewertung mit der Note „gut“ geführt.

Das Fazit von Öko-Test fällt jedoch insgesamt sehr positiv aus. „Die neue, plastikfreie Generation von Wattestäbchen ist nahezu frei von Schadstoffen“, erklärt Victoria Pfisterer, Redakteurin bei Öko-Test. Allerdings weist sie darauf hin, dass Wattestäbchen generell im Gehörgang „nichts zu suchen“ hätten.

Wer für die Reinigung der Ohren auf die kleinen, weißen Stäbchen zurückgreift, sollte diese auf keinen Fall in den Gehörgang stecken. Schließlich drückt man das Ohrenschmalz weiter in das Ohr hinein. Stattdessen sind Wattestäbchen für die Reinigung der äußeren Ohrmuschel bestens geeignet.

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