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Stiftung Warentest: Elektrische Zahnbürsten – teurer muss nicht besser sein

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Von: Marten Kopf

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Man mag es glauben oder nicht: Elektrische Zahnbürsten unterm Baum sind gar nicht so selten. Stiftung Warentest hat sich die neusten Modelle jetzt genauer angesehen.

Ob zum besseren Wohlbefinden für die Liebsten gedacht oder als dezenter Hinweis auf Missstände in der Mundhygiene gemeint, sei mal dahingestellt – tatsächlich aber sind elektrische Zahnbürsten unterm Weihnachtsbaum gar keine Seltenheit. Schon jetzt in der Adventszeit wieder locken nicht nur Elektronikmärkte mit zahlreichen Angeboten zum Fest. Doch die richtige Bürste zu finden, ist gar nicht so einfach: Die Sortimente sind riesig, die Auswahl gestaltet sich oft entsprechend schwierig.

OrganisationStiftung Warentest
HauptsitzBerlin
Gründung4. Dezember 1964

Etwa jeder zweite Deutsche vertraut bei der Zahnhygiene inzwischen auf eine elektrische Bürste. Viele Verbraucher empfinden das elektrische Zähneputzen als gründlicher im Vergleich zur gewöhnlichen Handzahnbürste. Neben individuellen Vorlieben sollten beim Kauf aber auch andere Kriterien bedacht werden. Die Stiftung Warentest* hat die Zahnbürsten verschiedener Hersteller jüngst genauer unter die Lupe genommen und kommt dabei zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Schall oder Rotation: Auch viele günstige Modelle sind gut

Grundsätzlich werden zwei Typen von elektrischen Zahnbürsten unterschieden, nämlich rotierend-oszillierende mit rundem Bürstenkopf und Schallzahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf. Hinsichtlich der Reinigungsleistung zeigt laut Stiftung Warentest keines der beiden Systeme eindeutige Vorteile. Daher, so die Verbraucherorganisation weiter, sollte beim Kauf auch das individuelle Putzverhalten eine Rolle spielen. Denn mit einer Rundkopfbürste müsse man jeden Zahn einzeln reinigen, während Schallzahnbürsten großflächiger putzten. Schneller als mit der Handzahnbürste geht das Putzen mit der elektronischen Variante aber nicht. Die Putzdauer sollte in beiden Fällen dieselbe sein.

Besonders groß ist das Preisgefälle. Dabei sind nicht nur die Anschaffungskosten des Hauptgeräts gemeint, Stiftung Warentest gibt ebenso die Kosten für Ersatzbürstenköpfen zu bedenken, die je nach Modell und Hersteller von weniger als 1 Euro bis zu 20 Euro reichen können. Wenig kostenintensiv ist dagegen der benötigte Strom: Bei allen getesteten Bürsten mit Akku oder Netzteil kamen laut Testern hochgerechnet höchstens vier Euro an Stromkosten zusammen. Bei batteriegetriebenen Geräten allerdings, so die Warnung, könnten die Kosten am Ende höher liegen.

Elektrische Zahnbürsten: Das sind die Testsieger

Die Verbraucherorganisation bewertete die Produkte übrigens in den Kategorien Zahnreinigung und Handhabung, außerdem Haltbarkeit bzw. Umwelteigenschaften. Aus den Noten dieser Einzeldisziplinen bildete sie abschließend das Gesamturteil. Die Zahnreinigung (60% der Wertung) wird dabei mithilfe einer elektronisch gesteuerten Zahnputzmaschine ermittelt. Die Handhabung (30% der Wertung) beurteilen fünf Experten anhand verschiedener Kriterien. Um die Haltbarkeit (10% der Wertung) zu prüfen, durchlaufen die Zahnbürsten insgesamt 2.250 Prüfzyklen, die schlussendlich eine sechsjährige Benutzung durch zwei Personen simulieren. Zusätzlich wird hierbei auch (Standby-)Stromverbrauch untersucht (Umwelteigenschaften).

Insgesamt hatten die Prüfer aktuell 69 Modelle in einem breiten Preisspektrum getestet. Das Ergebnis: Tatsächlich schnitten laut Stiftung Warentest Modelle für deutlich weniger als 20 Euro kaum schlechter ab als deutlich teurere zwischen 100 und 300 Euro. Einige der neuesten Geräte kommen übrigens inzwischen mit Zahnputz-Apps daher, die sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden lassen. Die lassen sich prima als Motivationshilfe nutzen – und damit vielleicht schon mal einen Beitrag leisten zu einem guten Neujahrs-Vorsatz: zukünftig gründlicher Zähne zu putzen. (mko)

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