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Ende der Maskenpflicht: Jens Spahn gibt Prognose ab – und erntet Kritik

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Von: Daniel Hagen

Endet bald die Maskenpflicht? Wenn es nach Politikern und Experten geht, könnte das der Fall sein – jedoch nicht überall.

Seit Monaten gehört der Mund-Nasen-Schutz zu unseren täglichen Hilfsmitteln. Wohin wir auch gehen, die Maske ist dabei und schützt uns und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus*. In öffentlichen Verkehrsmitteln, Gebäuden und manchen Plätzen ist es sogar Pflicht, einen Mundschutz zu tragen. Doch mit sinkender 7-Tage-Inzidenz und steigender Zahl der Geimpften und Genesenen könnte die Pflicht bald wegfallen*. Dafür sprechen sich auch immer mehr Politiker*innen und Expert*innen aus. Das Ende soll jedoch nicht abrupt, sondern in kleinen Schritten erfolgen. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

Maskenpflicht: Spahn und Lauterbach stellen Ende in Aussicht – aber nur draussen

„Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“, erklärt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Montag (14. Juni) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In Regionen mit niedriger Inzidenz und hoher Impfquote kann die Pflicht dann auch in Innenräumen fallen. Im Zweifel tendiere der Minister aber immer zum Tragen einer Maske – besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen. Dem widerspricht allerdings Niedersachsens Ministerpräsident, wie hna.de berichtet*.

Ähnlich wie Spahn sieht es auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. „Natürlich kann die Maskenpflicht draußen fast überall aufgehoben werden. Draußen gibt es kein Superspreading. Aber drinnen eben leider doch“, schreibt der Politiker auf Twitter. Zudem warnt er davor, die Maskenpflicht zu schnell aufzuheben, um im Wahlkampf Stimmen zu ergattern. Dabei geht Lauterbach auf eine Forderung des FPD-Politikers Wolfgang Kubicki ein, der ein komplettes Ende der Maskenpflicht bei einer Inzidenz von unter 35 fordert.

Maskenpflicht: Lehrerverband warnt vor zu schnellem Ende

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat die Länder am Wochenende dazu aufgerufen, eine weitere Fortdauer der Maskenpflicht zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, erklärt die SPD-Politikerin der Bild am Sonntag. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Einer vorschnellen Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen widerspricht allerdings der Deutsche Lehrerverband. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger rät gegenüber der dpa eher zu „größtmöglicher Vorsicht“ während des Unterrichts, da das Virus noch nicht von der Bildfläche verschwunden sei. Man freue sich zwar über die Rückkehr zum Präsenzunterricht, wolle aber die noch aktiven Fälle nicht unterschätzen. Zudem seien viele Schüler*innen und etwa 50 Prozent aller Lehrkräfte immer noch nicht vollständig geimpft. „Es ist zwar richtig, dass Masken eine Belastung für die Betroffenen sind, sowohl für Lehrkräfte als auch für Schüler, aber in der Gesamtabwägung warnen wir vor einer vorschnellen Abschaffung“, sagt der Präsident des Lehrerverbands.

Maskenpflicht: Dobrindt rät zur Vorsicht

Für die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch scheint die Pandemie unterdessen schon vorbei zu sein. „Die Maskenpflicht muss weg. Sie ist nicht mehr zu begründen. Sie ist der sichtbarste Ausdruck für den Ausnahmezustand. Der ist jetzt zu beenden. Wir müssen wieder Gesicht zeigen“, sagt die Politikerin im ZDF. Über ein mögliches Ende der Maskenpflicht berichtet auch die Frankfurter Rundschau*.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt mahnt unterdessen zur Vorsicht. Richtig sei, dass die Verhältnismäßigkeit von Corona-Maßnahmen immer wieder überprüft werden müsse, wobei man aber zwischen drinnen und draußen unterscheiden müsse. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Maskenpflicht da, wo sie überhaupt noch besteht draußen, entfallen lassen“, meint Dobrindt in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Für Innenräume rate er aber zur Vorsicht – auch mit Blick auf ansteckendere Virusmutationen. (dh mit dpa) HEIDELBERG24*, Frankfurter Rundschau* und hna.de* sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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