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Europapark: Rassismus-Debatte um „Dschungel-Floßfahrt“ – Neuer Name fix?

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Von: Marten Kopf

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Europapark Rust - Die „Dschungel-Floßfahrt“ in Deutschlands größtem Freizeitpark wird umgestaltet. Wie sie dann aussehen soll, ist zwar noch geheim – doch jetzt taucht ein entscheidender Hinweis auf.

Es verwundert nicht wirklich, dass der Europapark Rust im schönen Schwarzwald in Baden-Württemberg der beliebteste Freizeitpark des Landes ist. Erst jüngst räumt er bei den Publikums-Awards des Branchenmagazins „Parkscout“ in gleich fünf Kategorien Gold ab, sichert sich unter anderem den Titel als „bester Freizeitpark 2021“. Täglich bis zu 50.000 Besucher sprechen natürlich für sich – und selbstverständlich hat jeder, der den Park schon mal durchstreift hat, so seine Lieblingsecken. Ständig kommen neue Attraktionen hinzu, ab und an aber müssen alte auch gehen. Oder werden radikal erneuert. In diesem Jahr trifft es die „Dschungel-Floßfahrt“.

NameEuropa-Park
OrtRust (Baden-Württemberg)
Fläche85 Hektar
Besucher5,8 Millionen (2019)
Eröffnung12. Juli 1975

An der jahrzehntealten Attraktion hatte es immer wieder massive Kritik gegeben, weil dort stereotype Rollenbilder aus der Zeit des Kolonialismus verwendet würden. Der Vorwurf: Eine rassistische Gegenüberstellung von weißen und farbigen Menschen. Die Parkverantwortlichen wiesen in diesem Zusammenhang Vorwürfe des Rassismus und der Diskriminierung zwar zunächst vehement zurück, reagierten dann aber doch: Die belastete Dschungelfahrt soll künftig nun dem Themenbereich „Österreich“ zugeordnet und in diesem Zuge gleich auch vollkommen überarbeitet werden. Übrigens ist es nicht die erste Überarbeitung: Die Floßfahrt wurde erst im Jahr 1992 in den Dschungel verlegt. Vorher kam die Attraktion im finnischen Design mit Piraten daher.

Europapark: „Dschungel-Floßfahrt“ – Zauberreise mit der Kaiserin?

Zum Ende der Wintersaison am 9. Januar dieses Jahres schließt der Park die beliebte Attraktion, die mit ihrer Eröffnung 1978 zu den ältesten auf dem Gelände gehört, dann also vorerst. Aber nicht für lange, denn schon im Jahr 2023 soll die thematische Neuausrichtung abgeschlossen sein. Unter welchem Namen Gäste die Floßfahrt nach dem Umbau präsentiert bekommen, das wollen die Betreiber zwar noch nicht offiziell verraten. Wer sich aber die Mühe macht, einen Blick ins Deutsche Patent- und Markenregister zu werfen, könnte über erste Hinweise stolpern, wie die Branchen-Webseite parkerlebnis.de jüngst berichtet.

Unter dem sperrigen Aktenzeichen „3020222010082“ ist da nämlich seit dem 15. Januar eine neue Wortmarke eingetragen: „JOSEFINAS KAISERLICHE ZAUBERREISE“ ist da in Großbuchstaben zu lesen. Markeninhaber ist Mack Media & Brands GmbH & Co KG – und die wiederum gehört zum Imperium der Familie Mack, die ihres Zeichens den Europa-Park im Jahr 1975 gründete, ihn bis heute führt und mit einer weiteren familieneigenen Firma – „Mack Rides“ nämlich – auch die meisten Fahrgeschäfte entwirft und baut. Insofern scheint der Schluss naheliegend, dass es sich bei dem neuen Markennamen um eine Art „Ersatz“ für die „Dschungel-Floßfahrt“ handeln könnte.

Europapark: Hinweise auf „Duelling Coaster“

Zwar sind 2022 und 2023 im Europapark durchaus noch andere Projekte in Planung. Dabei soll es sich unter anderem, so zumindest vermuten Fans, um eine spektakuläre neue Achterbahn handeln. Ja, richtig gehört: eine neue Achterbahn steht in der Pipeline. Und was für eine. Tatsächlich spekulieren Fans außerdem auch schon lange darüber, dass der Park um einen völlig neuen Themenbereich erweitert werden soll, der die derzeitigen, meist länderspezifisch gestalteten Bereiche ergänzt. Top-Favorit ist hier übrigens Kroatien – da passen Josefina und ihre Zauberreise wohl nur bedingt hinein.

Die Firma „Mack Rides“ ist es übrigens auch, die die geplante neue Achterbahn, Typ „Big Dipper“, liefern soll. Die eigentlich erst für 2023 angekündigte Bahn soll mit einer Gesamtlänge von 1.600 Metern nur unwesentlich kürzer sein als der „Silver Star“, die aktuell größte Bahn des Parks. Allerdings wäre die auf öffentlich einsehbaren Bebauungsplänen ausgezeichnete Fläche für eine einzelne, sehr große Bahn relativ schmal. Und so vermutet wiederum parkerlebnis.de, dass auf dem Gelände eben gerade nicht eine, sondern zwei größtenteils parallel verlaufende Achterbahnen mit je 800 Metern Länge, ein sogenannter „Duelling Coaster“, entstehen könnten. Eins steht also fest: Langeweile dürfte bei den Parkgästen auch zukünftig definitiv nicht aufkommen. (mko)

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