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Ferrero-Rückruf: Salmonellen in Schokolade – Ursache gefunden

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Von: Katja Becher

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Ausgerechnet kurz vor Ostern muss der Schokoladen-Riese Ferrero weltweit Kinder-Produkte zurückrufen. Jetzt gibt es neue Details, was zum Salmonellen-Alarm geführt haben könnte:

Die Zahl der Fälle, in denen Salmonellen in Schokolade von Ferrero nachgewiesen wurden, steigt weiter an. Kurz vor Ostern hatte Ferrero einen weltweiten Rückruf mehrerer Kinder-Schokoladen-Produkte aufgrund Salmonellen-Verdachts gestartet – jetzt scheint der Grund für die Verunreinigung in einer der Fabriken gefunden. Neue Details zum Rückruf und den Ermittlungen der EU-Behörden:

UnternehmenFerrero
Gründung1946
HauptsitzAlba, Italien

Salmonellen-Alarm bei Ferrero: EU-Behörden nennen möglichen Grund für Verunreinigung

Der Salmonellen-Ausbruch rund um die Schokoladen-Produkte von Ferrero hängt nach Angaben von EU-Behörden möglicherweise mit der Verarbeitung von Buttermilch im betroffenen Werk in Belgien zusammen. Der Fabrikbetreiber in Arlon hatte das Bakterium Salmonella Typhimurium bei eigenen Kontrollen bereits im Dezember 2021 in einem Buttermilch-Tank entdeckt. Das teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Dienstag zu ihren laufenden Untersuchungen mit.

Das Unternehmen, in dem auch Ferrero-Schokolade produziert wurde, habe Hygienemaßnahmen umgesetzt und Probenahme und Tests der Produkte und des Verarbeitungsumfelds verstärkt. Nach negativen Salmonellen-Tests habe es die Schokoladenprodukte dann in ganz Europa und weltweit vertrieben. HEIDELBERG24 hat die Rückruf-Liste von Ferrero im Überblick.

Ferrero-Rückruf: Viele Kinder wegen Salmonellen-Infektion im Krankenhaus

Laut einer gemeinsamen Bewertung des ECDC und der EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA seien bis Freitag vergangener Woche im Zusammenhang mit dem Salmonellen-Ausbruch 119 bestätigte sowie 31 Verdachtsfälle in insgesamt zehn europäischen Ländern registriert worden – darunter auch in Deutschland. Die erste positive Probe sei am 21. Dezember in Großbritannien gemeldet worden. Unterdessen macht eine völlig irre Theorie zum Ferrero-Rückruf auf Telegram die Runde.

Bei den meisten Infizierten handle es sich demnach um Kinder im Alter von unter 10 Jahren – viele davon mussten ins Krankenhaus. Man werde die Situation weiter genau beobachten, schrieben ECDC und EFSA. Weitere Untersuchungen seien im Werk in Belgien nötig, um die grundlegende Ursache, den Zeitpunkt und mögliche Faktoren hinter der Kontamination der Kinder-Schokolade von Ferrero aufzuklären.

Salmonellen in Ferrero-Schokolade – Rückgabe-Welle in deutschen Supermärkten

Der Kinder-Schokoladen-Hersteller Ferrero musste das Werk in Belgien auf Anweisung der Behörden mittlerweile schließen. Alle Kinder-Schokoladen-Produkte, die in Arlon hergestellt und von dort ausgeliefert wurden, sind von dem Rückruf betroffen – darunter auch Schokobons und die beliebten Kinder-Überraschungseier. Die Rückruf-Liste von Ferrero beinhaltet aber auch Weihnachts-Artikel aus der Saison 2021 sowie aktuelle Oster-Produkte.

Etliche Verbraucher geben nun offenbar Produkte von Ferrero zurück. So berichtet zum Beispiel die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, dass Kunden kiloweise Schokolade in die Supermärkte bringen würden. „Die Kunden sind sehr verunsichert und bringen auch Produkte zurück, die gar nicht auf der Rückrufliste stehen“, zitiert die Zeitung die Inhaberin einer Edeka-Filiale. Supermärkte nehmen die vom Rückruf betroffenen Artikel in der Regel zurück – auch ohne Kassenzettel.

Salmonellen-Erkrankung: Auf diese Symptome sollte man jetzt achten

Salmonellen sind Bakterien, die auf der ganzen Welt vorkommen. Der häufigste Auslöser einer Salmonellen-Erkrankung ist die Übertragung durchs Essen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gelangen Salmonellen am häufigsten über Lebensmittel in den Verdauungstrakt von Menschen. Die Bakterien breiten sich schnell auf ungekühlten Lebensmitteln aus, können aber auch zum Beispiel über verunreinigte Oberflächen auf unser Essen gelangen.

Nach der Ansteckung mit Salmonellen bricht die Erkrankung den Angaben zufolge nach 6 bis 72 Stunden aus – meist nach 12 bis 36 Stunden. Bei Betroffenen äußert sich die „Lebensmittelvergiftung“ dabei vor allem mit Problemen im Magen-Darm-Trakt. Die häufigsten Symptome sind plötzlicher Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen sowie gelegentlich auch Erbrechen. (kab/dpa)

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