Gut zu wissen

FFP2-Masken richtig tragen: Diesen unnötigen Fehler macht fast jeder

FFP2-Masken: Beim Einkaufen und in Bus und Bahn sind medizinische Masken ab sofort Pflicht. Doch ohne es zu wissen, machen viele beim Tragen einer FFP2-Maske Fehler. So kannst Du sie vermeiden:

  • Bund und Länder haben Mitte Januar die Maßnahmen gegen das Coronavirus* verschärft.
  • Beim Einkaufen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln müssen jetzt „Medizinmasken“ – sprich OP-Masken oder FFP2-Masken getragen werden.
  • Beim Aufziehen einer FFP2-Maske machen viel Träger unbewusst Fehler. Darum sollte jeder folgende Regeln kennen:

Beim Corona-Gipfel am 19. Januar haben Bund und Länder die Corona-Maßnahmen erneut verschärft, um der Verbreitung des gefährlichen SARS-CoV-2-Erregers in Deutschland weiter entgegenwirken zu können. Seit Montag (25. Januar) muss deutschlandweit beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen eine medizinische Maske getragen werden. Es gibt diverse Unterschiede zwischen OP- und FFP2-Masken – doch die meisten Menschen bevorzugen Letztere: Schließlich haben FFP2-Masken den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht nur die Mitmenschen, sondern auch den Träger selbst vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Um aber vollen Infektions-Schutz gewährleisten zu können, müssen FFP2-Masken jedoch auch richtig getragen werden – und hier reicht der Blick in den nächsten Supermarkt, um festzustellen, dass viele Menschen dabei unbewusst Fehler machen. Wir erklären dir, welche Regeln Du beim Tragen einer FFP2-Maske kennen solltest, was Du unbedingt vermeiden solltest, und warum manche Personengruppen gleich ganz die Finger von dieser Masken-Art lassen können.

MaskenartFFP2-Maske
KennzeichnungCE-Kennzeichnung auf Verpackung und Produkt
SchutzwirkungTröpfchen, Aerosole
Wen schütze ich?Eigenschutz, Fremdschutz – weniger Fremdschutz mit Ventil

FFP2-Masken: Darauf musst Du beim Kauf achten

Die erste ‚Stolperfalle‘ wartet noch vor dem Aufziehen der Maske. Denn beim Kauf gilt: Vorsicht vor gefälschter oder qualitativ minderwertiger Ware!

Wer eine FFP2-Maske kaufen will, sollte unbedingt darauf achten, dass sie ein CE-Zertifikat besitzt. Dieses ist, gemeinsam mit der EU-Prüfnorm (EN 149:2001+A1:2009) und der vierstelligen Kennnummer der Benannten Stelle (Prüfstelle), auf der Verpackung und der Maske abgedruckt. Sind Zertifikat und Nummern nicht auf der Maske vorhanden, dann handelt es sich NICHT um eine zertifizierte FFP2-Maske – das Produkt könnte gefälscht sein.

Die Kennzeichnung auf einer zertifizierten FFP2-Maske.

FFP2 bezeichnet den europäischen Standard. In anderen Ländern gibt es dafür andere Bezeichnungen. So wird die FFP2-Maske in den USA beispielsweise als K95 bezeichnet, in China spricht man von KN95. Die Normen und Anforderungen an die Masken ähneln sich jedoch sehr.

FFP2-Masken: Finger weg von Masken mit Ventil

FFP2-Maske ist nicht gleich FFP2-Maske, denn solche mit Ventil haben nicht den umfänglichen Schutz wie solche ohne. FFP2-Masken ohne Ventil filtern sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft und schützen daher nicht nur den Träger, sondern auch die Menschen in der Umgebung.

Bei FFP2-Masken mit Ventil ist der Fremdschutz deutlich geringer ausgeprägt, denn ausgeatmete Aerosole werden nicht nur das Filtermaterial abgefangen, sondern lediglich durch das Ventil ausgebremst und dann verwirbelt. Das bedeutet: Ist der Träger einer FFP2-Maske mit Ventil unwissend mit dem Coronavirus infiziert, könnte er seine Kontakte in der Folge anstecken. Daher: Finger weg von FFP2-Masken mit Ventil!

Der richtige Umgang mit der FFP2-Maske – noch VOR dem Tragen

Und bevor die Maske überhaupt aufgesetzt wird, lauert auch gleich die nächste Stolperfalle: Denn wenn die FFP2-Maske so genutzt wird, wie es die meisten Menschen bislang auch mit ihren Alltagsmasken getan haben, dann ist nur bedingter Schutz garantiert – und der Träger sogar einem erhöhten Risiko ausgesetzt.

Das ist nämlich beispielsweise dann der Fall, wenn die Maske bis zum Einkauf in der Hosen- oder Jackentasche aufbewahrt, kurz vor Ladeneingang aufgesetzt und im Anschluss wieder in die Tasche gesteckt wird. Klar, bei Aldi, Lidl und Co. herrscht natürlich keineswegs ein so hohes Ansteckungsrisiko wie beispielsweise in einem Krankenhaus, doch wer nicht penibel auf die Hygienemaßnahmen achtet, läuft dennoch Gefahr, sich mit Bakterien oder (Corona-)Viren, die an der Maske haften, anzustecken. Hier

FFP2-Masken richtig tragen – DIESE Regeln musst du unbedingt kennen

Die wichtigste Regel gleich vorneweg: Um wirklich zuverlässig zu schützen, muss die FFP2-Maske absolut dicht am Gesicht sitzen. Um zu sehen, dass es daran schon bei vielen Trägern scheitert, reicht der Blick in den nächsten Supermarkt. Diese Regeln solltest Du unbedingt beachten und verinnerlichen, um Dich effektiv zu schützen:

  • Vor dem Auspacken Hände mindestens 20 Sekunden gründlich mit Seife waschen oder desinfizieren
  • Nie ins Innere der Maske greifen – auch nicht mit sauberen Händen . Am besten nur die Bänder anfassen.
  • Die Maske vollständig entfalten und den Nasenbügel verformen.
  • Der Nasenbügel muss der Nasenform angepasst werden – hier sitzt die Maske oft besonders schlecht.
  • Die Maske mit der einen Hand vor den Mund platzieren, dabei am Kinn beginnen. Mit der anderen Hand die Bänder über den Kopf ziehen und um die Ohren spannen.
  • Die Bänder dürfen nicht verdreht sein, sondern müssen flach anliegen.
  • Beim Abnehmen und Entsorgen NICHT die Außenseite berühren, sondern an den Bändern anfassen.
  • Auch mit Maske Abstand zu anderen Menschen halten – wo immer möglich 1,5 Meter.

FFP2-Masken: Männer mit Bärten können gleich zur OP-Maske greifen

Wie schon erwähnt: Regel Nummer 1 beim richtigen Tragen der FFP2-Maske ist, dass diese dicht anliegt. Doch genau das wird durch Gesichtsbehaarung quasi unmöglich. Bei Männer mit Bärten liegt die Maske nicht direkt auf der Haut auf und folglich ist kein vollumfänglicher Schutz geboten – das gilt übrigens auch schon bei Drei-Tage-Bärten. Da können Bartträger also auch direkt zur OP-Maske greifen und Geld sparen.

Aber auch bei allen anderen Menschen mit langen Haaren gibt es potenzielle Einschränkungen beim Schutz. So weist das Robert Koch-Institut darauf hin, dass Masken im Wangenbereich möglicherweise nicht dicht sitzen, wenn die Haare offen getragen werden und über Hals und Nacken fallen.

Egal, wie: Das Tragen einer FFP2-Maske ist nur ein Mittel im Kampf gegen das Coronavirus – wichtigster Bestandteil bleibt dabei weiterhin das Einhalten der Hygieneregeln. (rob)

Rubriklistenbild: © Medien Service Mueller / imago images

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