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Girokonto bei Stiftung Warentest: Das sind die letzten kostenlosen Angebote

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Stiftung Warentest hat Girokonten in Deutschland unter die Lupe genommen. Bei der Auswertung von 152 Banken fanden die Experten nur wenige kostenlose Angebote.  

Berlin - In Deutschland wird es zunehmend schwerer ein kostenloses Girokonto zu finden. Bei der Überprüfung von 380 Modellen von 152 Banken und Sparkassen haben die Experten von Stiftung Warentest nur 14 kostenlose Girokonten finden können. Vier von ihnen sind nur regional erhältlich. Im Vorjahr waren es noch 20. Als kostenlos definieren die Tester: keine Grundgebühr, keine Gebühr für Buchungen, das Geldabheben am Automaten, für Kontoauszüge und die Girocard. Außerdem soll das Konto nicht an Geldeingänge in bestimmter Höhe gekoppelt sein. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (9/2021) bekommt die gewählte Modellkundin ein regelmäßiges Gehalt, nutzt das Konto online und nutzt es durchschnittlich oft. Über die Ergebnisse des Girokonto-Vergleichs berichtet HEIDELBERG24*:

Stiftung Warentest vergleicht Girokonten: Wer mehr als 60 Euro zahlt, sollte wechseln

Im Test schneiden sind nur 14 Konten komplett kostenlos, 90 sind laut Experten mit unter 60 Euro im Jahr günstig. „Denn die Bank wickelt Buchungen ab, stellt Geldautomaten und sichere Technik für das Onlinebanking bereit. Wir stellen dabei allerdings fest, dass immer weniger Konten deutlich unter 60 Euro liegen“, so „Finanztest“-Expertin Heike Nicodemus gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Wer mehr als 60 Euro jährlich an Gebühren zahlt, sollte wechseln, rät Stiftung Warentest*. Ein Tipp: Viele Banken bieten mehrere Kontomodelle an. Es könnte sich also auch lohnen bei der eigenen Bank nach einem preisgünstigeren Konto zu fragen.

Stiftung Warentest: Erhöhte Bankgebühren fallen häufig nicht auf

Die Banken würden generell an verschiedenen Stellschrauben drehen, so dass die Erhöhungen nicht auffallen: „So werden tendenziell Überweisungen in Papierform teurer, ebenso Kreditkarten.“ Problematisch sei, dass die Informationen auf Webseiten der Institute oft sehr versteckt seien.

Der Bundesgerichtshof hatte dem zuletzt Grenzen gesetzt. Banken dürfen bei Änderungen von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht mehr von einer stillschweigenden Zustimmung ausgehen, wenn Kunden innerhalb von zwei Monaten keinen Widerspruch einlegen, sondern müssen diese explizit einholen. Dies würde Kunden sonst unangemessen benachteiligen, urteilte das Gericht im April 2021.

Bankkunden können Gebühren, die ohne Einwilligung erhoben wurden, zurückfordern. Nach der Einschätzung von Stiftung Warentest sogar rückwirkend bis zum Januar 2018. Jedoch rechnen die Experten nicht damit, dass die Banken die Kontogebühren freiwillig zurückzahlen werden. Verbraucherschützer drohen für diesen Fall bereits mit einer Klage.

Stiftung Warentest: Diese 14 Bankkonten sind in Deutschland kostenlos

Niedrigzinsen setzen Banken finanziell unter Druck. Wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken, müssen die Institute 0,5 Prozent Negativzinsen zahlen. Die Branche klagt über Milliardenbelastungen, auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt. Wegen der fortschreitenden Digitalisierung werden in Deutschland zudem immer mehr Filialen geschlossen. 2020 sank die Zahl um 9,6 Prozent auf 24.100, es wurden 2.567 Zweigestellen geschlossen, 2019 waren es 1.772. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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