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Illegales Weihnachtsmarkt-Andenken: Fast jeder hat sich schon strafbar gemacht

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Von: Katja Becher

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Für viele Menschen ist der leere Glühweinbecher ein schönes Erinnerungsstück an den Weihnachtsmarkt-Besuch. Doch ist es wirklich erlaubt, die Tasse einfach so mit nach Hause zu nehmen?

Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehört für die meisten Menschen einfach zur besinnlichen Zeit dazu. Tausende Besucher zieht es im Dezember wieder an die festlich beleuchteten Glühweinbuden. Oft genug wird die bunte Tasse nach dem Genuss von Glühwein, Feuerzangenbowle und Co. dann nicht mehr zurückgegeben, sondern landet stattdessen als hübsches Souvenir in der Jackentasche. Doch obwohl man für den Glühweinbecher in den meisten Fällen Pfand bezahlt hat, ist es nicht legal, ihn mit nach Hause zu nehmen. HEIDELBERG24 erklärt, warum:

Glühwein-Becher vom Weihnachtsmarkt mitnehmen: Rechtlich gesehen illegal

Dass die Glühweintasse den Besitzer wechselt, sobald man dafür Pfand bezahlt hat, ist ein weit verbreiteter Mythos. Denn theoretisch gehört dem Weihnachtsmarktbesucher nach dem Kauf nur der Inhalt des Bechers – die Tasse selbst ist nur eine Leihgabe des Händlers. Die Pfandgebühr soll, wie man es auch bei den Flaschen aus dem Supermarkt kennt, dazu beitragen, dass die Weihnachtsmarktbesucher die Tassen auch wieder an der Bude abgeben.

Wer den Glühweinbecher jedoch im Anschluss mit nach Hause nimmt und auf das Pfandgeld verzichtet, begeht rechtlich gesehen also tatsächlich einen Diebstahl. Doch muss man wirklich mit Konsequenzen rechnen, wenn man die weihnachtliche Tasse eingesteckt hat? Auch interessant: Preis-Schock beim Glühwein? Eine Umfrage zeigt, wie teuer Weihnachtsmärkte jetzt werden.

Glühwein-Tasse mitnehmen ist Diebstahl – muss ich mit einer Strafe rechnen?

Theoretisch kann ein Diebstahl oder eine Unterschlagung mit einer Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe geahndet werden. Doch keine Sorge: Wegen einer mitgenommenen Glühweintasse muss man Heiligabend sicherlich nicht hinter Gittern verbringen. Zum einen würde das nämlich voraussetzen, dass die Händler der Sache nachgehen. Und die haben in der Adventszeit sicherlich anderes zu tun, als jeden einzelnen „Tassendieb“ zu verfolgen. Zum anderen würde die Staatsanwaltschaft, sollte es tatsächlich zu einem Strafantrag seitens des Budenbesitzers kommen, das Verfahren wohl wegen Geringfügigkeit einstellen, wie juraforum.de erklärt.

Für die Glühweinverkäufer entsteht außerdem normalerweise kein finanzieller Verlust, wenn Kunden den Becher nicht mehr zurückgeben. In den meisten Fällen liegen die Kosten für eine Glühweintasse nämlich unter dem Pfandbetrag. Wer dennoch mit einem absolut reinen Gewissen sein Erinnerungsstück an den Weihnachtsmarkt ins heimische Regal stellen will, kann einfach freundlich beim Standbesitzer nachfragen, ob er die Tasse behalten darf. Wer dann noch den ein oder anderen Euro draufzahlt, wird sicherlich kein Nein hören. (kab)

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