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Haarfarbe bei Öko-Test: Diese Inhaltsstoffe können die Gesundheit gefährden

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Öko-Test hat Pflanzen- und alternative Haarfarben getestet und erstaunliches festgestellt: Entweder schneiden die Produkte mit „sehr gut“ oder mit „ungenügend“ ab. Die Gewinner und Verlierer:

Wer seine Haare beim Färben nicht allzu sehr strapazieren will, macht sich auf die Suche nach Haarfarben mit natürlichen Inhaltsstoffen. Doch im Dschungel der Angebote ist es gar nicht so einfach einen kühlen Kopf zu bewahren und das richtige Produkt zu wählen. Öko-Test* zeigt, dass Konzerne oft mit natürlichen Inhaltsstoffen werben, das Produkt aber voll mit schädlichen Oxidationsfarbstoffen ist.

Um herauszufinden, welche Haarfarbe eine Mogelpackung ist und welche ihr Versprechen hält, hat Öko-Test 12 braune Haarfarben unter die Lupe genommen. Das Ergebnis überrascht: In diesem Test gibt es entweder schwarz oder weiß. Alle Testsieger schneiden mit „sehr gut“ ab, die Verlierer fallen mit der Note „ungenügend“ durch. HEIDELBERG24* hat die Einzelheiten:

Die Experten von Öko-Test haben 12 Pflanzen- und alternative Haarfarben untersucht. Darunter sind Marken und Produkte, die auf den Verpackungen mit „100 % vegetal“ und „Wirkstoffe aus Bio-Anbau“ beworben werden. In den Laboren ließ Öko-Test dann nach bedenklichen Inhaltsstoffen fahnden.

VerbrauchermaganzinÖko-Test
Erstausgabe\t1985
HauptsitzFrankfurt

Öko-Test untersucht Pflanzenhaarfarben – so wirken sie

Pflanzenhaarfarben färben, wie der Name bereits suggeriert, ausschließlich mit zermahlenen Blättern, Wurzeln oder Blüten. Die Farbstoffe aus Indigo, Färberkrapp und Indigo legen sich wie eine Lasur um die Haare und verbinden sich mit der äußeren Schuppenschicht. Pflanzenhaarfarben leisten keine hundertprozentige Abdeckung. Graue Haare schimmern eine Nuance heller durch.

Außerdem gilt: Dunkler geht immer, eine Aufhellung der Haare ist jedoch nur nach vorheriger chemischer Blondierung möglich. Chemische Oxydationshaarfarben hingegen dringen ins Haar ein, wo Wasserstoffperoxid die Melanin-Pigmente zerstört. Die gewünschten Farbpigmente lagern sich daraufhin zwischen den Keratinsträngen im Haar ein.

In der vergangenen Ausgabe hat Öko-Test auch Shampoo für gefärbtes Haar getestet* – und für einige bekannte Marken ein vernichtendes Urteil gefällt.

Knallhart-Urteil bei Öko-Test: Alle alternativen Haarfarben fallen durch

Durchgefallen sind alle alternativen Haarfarben. Statt Inhaltsstoffen aus Pflanzen setzen sie auf Chemiekeule. Die chemischen Oxidationsfarben enthalten aromatische Amine. Diese seien laut Öko-Test in allen Permanent-Farben enthalten. Einige, darunter p-Phenylendiamin (PPD), Toluene-2,5-Diamine Sulfate oder HC Red No.3, stuft das EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS) als starke oder sogar extrem starke Kontaktallergene ein.

Öko-Test: Gefährliche Inhaltsstoffe in Haarfarben

Diese Inhaltsstoffe können die Gesundheit gefährden, da sie bei Verwendung eine Kontaktallergie auslösen können, die ein Leben lang nicht mehr verschwindet. Die Kontaktallergie kann sich durch Schwellungen, Rötungen und Juckreiz bemerkbar machen. Bei jedem neuen Kontakt mit den Stoffen reagiert die Haut aufs Neue.

Doch das ist noch nicht alles: Die Experten von Öko-Test haben außerdem halogenorganische Verbindungen in den alternativen Haarfarben gefunden. Viele Vertreter gelten als allergieauslösend und sogar krebserzeugend. Ebenfalls enthalten sind PEG-Verbindungen, die die Kopfhaut durchlässiger für Fremdstoffe machen. In zwei Haarfarben waren künstliche Moschusdüfte, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und über das Abwasser in die Umwelt gelangen können. Sie stecken in Sanotins Haarfarbe und in der Korres dauerhafte Haarfarbe Arganöl.

Öko-Test untersucht Haarfarben: Dieser Stoff könnte Gendefekte auslösen

In der Biokap Haarfarbe mit Bio-Arganöl ist neben sechs verschiedenen aromatischen Aminen auch p-Aminophenol enthalten. Der Stoff steht im Verdacht, genetische Gendefekte zu verursachen.

Haarfarbe bei Öko-Test: Note 6! Die Verlierer im Überblick

Haarfarbe bei Öko-Test: Die Gewinner

Unter den echten pflanzlichen Haarfarben, die mit Wurzeln und Co. färben, ist beispielsweise Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Die Packung gibt es für etwa 10 Euro.

Das günstigste Produkt unter den Testsiegern ist Terra Naturi Henna Pflanzliche Haarfarbe braun. Die Haarfarbe gibt es bereits für 3,99 Euro bei Müller. Die ausführlichen Testergebnisse gibt es kostenpflichtig bei Öko-Test. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (kp)

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