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Omikron-Infektion gefährlicher als gedacht? Diese neue Studie schockt!

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Von: Jason Blaschke

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Eine Corona-Infektion mit der Variante Omikron kann milde verlaufen. Doch Experten warnen davor, eine Infektion auf die leichte Schulter zu nehmen.

Die Zahl der Omikron-Fälle in Heidelberg und ganz Deutschland steigt rapide an. Allein in Baden-Württemberg gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) Stand 5. Januar 603 bestätigte Fälle. Das sind 208 mehr, als am Vortag. Insgesamt wurden in Deutschland in der ersten Januarwoche 3.841 Infektionen mit der Corona-Variante registriert. Fakt ist: Omikron könnte bald die dominanteste Variante in Deutschland sein. Die Mutation ist laut Experten deutlich ansteckender als die Alpha- und Delta-Variante.

Auch deshalb wird in der Bund-Länder-Konferenz am Freitag, 7. Januar, über neue Corona-Maßnahmen in Deutschland debattiert. Im Gespräch ist auch eine verkürzte Quarantäne-Zeit für Geimpfte. Die soll verhindern, dass zu viele Menschen auf einmal wegen ihrer Quarantäne-Zeit ausfallen – gerade mit Blick auf die Berufe der kritischen Infrastruktur. Bisher haben Experten angenommen, dass Omikron im Vergleich zur Delta- oder Alpha-Variante zwar ansteckender, aber weniger schlimm im Verlauf ist.

Neue Corona-Studie zu Organschäden: Omikron ist gefährlicher als gedacht

Die Betonung liegt aus ‚bisher‘. Denn eine neue Studie zum Coronavirus aus Hamburg zeigt, dass auch eine Infektion mit Omikron nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Berichten von t-online zufolge kann das Coronavirus auch dann Organe im Körper schädigen kann, wenn der Infizierte nicht symptomatisch erkrankt. Und gerade im Fall einer Infektion mit Omikron ist es oft so, dass der Infizierte die Krankheit gar nicht bemerkt, sofern die Infektion nicht zufällig entdeckt wird.

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf untersuchte von Mitte 2020 an 443 Menschen nach einer SARS-CoV-2-Infektion mit leichteren Symptomen umfangreich. Die Untersuchten waren zwischen 45 und 74 Jahre alt und wurden zu 93 Prozent ambulant wegen ihrer Coronavirus-Infektion behandelt. Keiner der Studienteilnehmer musste intensivmedizinisch behandelt werden. Die Befunde wurden mit denen von gesunden Menschen verglichen – und die Erkenntnis ist ernüchternd.

Neue Corona-Studie zu Organschäden: Experten kommen zu krassen Ergebnissen

In gleich mehreren Organen im Körper haben die Forscher Auffälligkeiten entdeckt. „In der Studie wurden das Herz-Kreislauf- sowie Gefäßsystem, die Lunge, die Nieren und das Gehirn auf Funktion, Struktur und mögliche Folgeschädigungen im Mittel zehn Monate nach der SARS-CoV-2-Infektion untersucht. Anhand von Fragebögen wurde die Lebensqualität erfasst“, heißt es Berichten von t-online zufolge von der Universitätsklinik Hamburg zu der Corona-Studie mit Blick auf mögliche Folgeschäden.

Die nicht an Covid-19 erkrankten Vergleichs-Teilnehmer der Studie waren in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bildungsstatus ihren Kollegen ähnlich. Im Unterschied zeigten die mit SARS-CoV-2-Infizierten in der Corona-Studie aus Hamburg aber deutlich häufiger „mittelfristige Organschädigungen“, heißt es. Und: „In der Lungenfunktionstestung konnte bei den Teilnehmenden ein um etwa drei Prozent reduziertes Lungenvolumen sowie ein leicht erhöhter Atemwegswiderstand dokumentiert werden. 

Neue Corona-Studie zu Organschäden: Dieser Faktor macht Omikron zum Problem

Die Herzuntersuchungen hätten zudem ergeben, dass die durchschnittliche Pumpkraft im Fall der mit Corona Infizierten um etwa ein bis zwei Prozent abgenommen habe. Zudem sei bei einigen SARS-CoV-2-Infizierten in der Studie aus Hamburg eine Erhöhung eines Markerproteins im Blut festgestellt worden. Dieses gibt Auskunft über die Belastung des Herzens. Doch das ist noch nicht alles. Ultraschalluntersuchungen ergaben, dass in einigen Fällen Zeichen einer Beinvenenthrombose nachgewiesen wurden.

Die Studie zum Thema Folgeschäden nach einer Coronavirus-Infektion zeigt, dass nicht nur Infizierte mit schweren Verläufen von Folgeschäden oder Langzeitfolgen betroffen sind. Auch unwissend Infizierte können nach der Corona-Infektion von Organschäden betroffen sein. Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung von Organen führen kann, habe höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, sagt Raphael Twerenbold vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur Studie.

Ein Fahrgast trägt Mundschutz und sitzt in einem Bus.
Auch Wochen oder sogar Monate nach einer Corona-Infektion kämpfen manche Betroffene (Symbolbild) noch mit Langzeitfolgen. © Brian Lawless/dpa

Neue Corona-Studie zu Organschäden: So kann man sich am besten schützen

Auch zeigt die Studie, wie wichtig es – auch mit Blick auf mögliche Folgeerkrankungen – ist, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Dabei sind Ernst- und Zweitimpfungen ebenso empfohlen, wie die Booster-Impfungen mit Biontech und Moderna als dritter Piks. Welche Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung auftreten können, fasst HEIDELBERG24 im eben verlinkten Serviceartikel zum Thema Corona zusammen. Solche Organschäden können übrigens unabhängig von der Variante auftreten, mit welcher man sich infiziert hat.

Das gefährliche ist bloß, dass mache Corona-Varianten einen milderen oder sogar asymptomatischen Infektionsverlauf verursachen. Das macht es für die Medizin schwieriger, mögliche Organschäden oder auch Folgeerkrankungen nach der Infektion zu erkennen. In Frankreich wurde jetzt eine neue Corona-Variante mit Namen B.1.640.2 entdeckt, die Experten noch immer Rätsel aufgibt. Ob die in Frankreich entdeckte Mutation gefährlicher ist, wird derzeit noch untersucht.

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