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Rätsel um Hepatitis-Ausbruch bei Kindern: Behörden weiter ratlos

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Von: Marten Kopf

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Nach jüngst aufgetretenen Fällen akuter Hepatitis unter Kindern und Jugendlichen kommen Behörden der Ursache nach wie vor nicht auf die Spur. Derweil gibt es den ersten Todesfall.

Die genaue Ursache hinter den jüngst aufgetauchten akuten Hepatitis-Fällen bei jüngeren Kindern in verschiedenen Ländern bleibt nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) weiterhin unklar. Untersuchungen dazu liefen derzeit, sagt ECDC-Direktorin Andrea Ammon am Dienstag (26. April) auf einer Pressekonferenz in Stockholm.

ErkrankungHepatitis
Auslösermeist Hepatitis-Viren der Typen A, B, C, D und E
Symptome(akute) Leberentzündung

Hepatitis-Infektionen bei Kindern: Mögliche Verbindung zu Adenoviren

Die ersten ungewöhnlichen Hepatitis-Fälle waren Mitte April bekannt geworden, zunächst war es Großbritannien, das einen Anstieg akuter Fälle der potenziell tödlichen Leberentzündung bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahre verzeichnete. Inzwischen spricht die ECDC von rund 190 gemeldeten Fällen weltweit, davon etwa 40 im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), außerdem in Israel und den USA.

Mittlerweile brauchten 17 der Infizierten eine Lebertransplantation und auch ein erster Todesfall ist zu beklagen. Die bisherigen Untersuchungen deuteten auf eine Verbindung zu Infektionen mit Adenoviren hin. Auch einem möglichen Zusammenhang mit Infektionen mit dem Coronavirus war nachgegangen worden, der sich aber nicht erhärtete.

Akute Hepatitis bei Kindern: Noch keine Fälle in Deutschland

Bislang gebe es keine Verbindung zwischen den Fällen, so Ammon. Das Ungewöhnliche an den Infektionen: Die sonst meist für akute Krankheitsverläufe verantwortlichen Hepatitis-Viren A, B, C, D und E wurden laut Behörden durch Laboruntersuchungen ausgeschlossen. Darüber hinaus verläuft eine Hepatitis bei Kindern Experten zufolge in der Regel oft ohne Symptome oder nur mit geringer Beeinträchtigung.

Derweil sind aus Deutschland noch keine Fälle bekannt. So sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Burkhard Rodeck, noch Ende vergangener Woche: „Wir haben nach den Berichten aus Großbritannien die Kinder-hepatologischen Zentren in Deutschland abgefragt: Es gibt aber bisher keinerlei besorgniserregenden Signale für eine ungewöhnliche Häufung“.

Viruserkrankung: Schwere Hepatitis bei Kindern eher selten

„In der Regel vermuten wir eine bislang unbekannte Virusinfektion. Es kommen mehrere Arten von Viren infrage, nicht nur die Hepatitisviren A bis E. Die bekannten Viruserkrankungen kann man natürlich diagnostizieren, bisher nicht bekannte bleiben unklar“, so Rodeck weiter. Grundsätzlich sei eine schwere Hepatitis bei Kindern eher selten.

Bei den betroffenen Kindern in Großbritannien waren stark erhöhte Leberenzyme gemessen worden, viele hatten Gelbsucht. Auch von Magen-Darm-Beschwerden war die Rede, etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen. Fieber sei dagegen meist nicht aufgetreten. (mko/dpa)

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