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Homeoffice-Pflicht ab sofort beendet: Diese Regeln gelten jetzt im Büro

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Von: Katja Becher

Am 1. Juli endet in Deutschland die Homeoffice-Pflicht. Was bedeutet das für Arbeitnehmer? Und welche Corona-Regeln gelten jetzt im Büro? Die wichtigsten Infos im Überblick: 

Mit der Bundesnotbremse läuft am 1. Juli auch die Homeoffice-Pflicht aus. Die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause zu ermöglichen, wo eine Präsenz nicht dringend erforderlich ist, war im geänderten Infektionsschutzgesetz enthalten. Dieses soll nun zum 30. Juni auslaufen. Doch was bedeutet das Ende der Homeoffice-Pflicht nun für Arbeitnehmer? Muss jeder sofort wieder ins Büro zurückkehren? Und wie gefährlich ist diese Rückkehr angesichts des Coronavirus*? HEIDELBERG24* beantwortet die wichtigsten Fragen:

Homeoffice-Pflicht endet: Muss ich direkt am 1. Juli wieder ins Büro?

Bereits Anfang Januar verpflichtete die Bundesregierung die Arbeitgeber, ihrem Mitarbeitern die Möglichkeit zum Arbeiten im Homeoffice anzubieten. Gegenüber der Wirtschaftswoche hatte Kanzleramtschef Helge Braun vor wenigen Tagen erklärt, dass die gesetzliche Homeoffice-Pflicht nun Ende Juni auslaufen werde.

Ob man ab dem 1. Juli sofort an seinen Arbeitsplatz zurückkehren muss, hängt allerdings von dem jeweiligen Arbeitgeber ab. Bereits jetzt steht fest, dass es bei vielen Unternehmen auch nach der Corona-Pandemie keine Rückkehr zur typischen 5-Tage-Woche im Büro geben wird. So hat zum Beispiel der IT-Riese SAP verkündet, seinen Mitarbeitern dauerhaft Homeoffice ermöglichen zu wollen – sofern diese freiwillig lieber von zu Hause aus arbeiten wollen. Auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte bereits Mitte Juni betont, dass eine Mischung aus Präsenz und Homeoffice „das neue Normal“ werden könnte. Hierfür brauche man aber einen verbindlichen Rechtsrahmen.

Homeoffice-Pflicht: Welche Corona-Regeln gelten ab 1. Juli am Arbeitsplatz?

Am Mittwoch (23. Juni) hat das Bundeskabinett eine neue Corona-Arbeitsschutzverordnung beschlossen, die ab 1. Juli in Kraft treten und bis 10. September gelten soll. Für Unternehmen und Mitarbeiter gibt es dabei einige Lockerungen. Weiterhin gilt, dass Unternehmen zwei Tests pro Woche für Beschäftigte anbieten müssen, die vor Ort arbeiten. Dies ist laut der neuen Verordnung jedoch nicht mehr notwendig, wenn Arbeitgeber „durch andere geeignete Schutzmaßnahmen einen gleichwertigen Schutz der Beschäftigten“ sicherstellen können – oder wenn Mitarbeiter zum Beispiel vollständig geimpft sind.

Arbeitgeber müssen laut Corona-Arbeitsschutzverordnung außerdem weiterhin die Nutzung von Büroräumen durch mehrere Personen auf „das betriebsnotwendige Minimum“ reduzieren. Die Vorgabe von zehn Quadratmetern für eine Person entfällt jedoch. Unternehmen müssen aber weiter Schutzmaßnahmen, zum Beispiel in Form von Trennwänden und Abstandsregeln ergreifen. Wo das nicht möglich ist, müssen medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden.

„Wir brauchen auch weiterhin Kontaktbeschränkungen und regelmäßige Testangebote in den Unternehmen und Verwaltungen. Eine vierte Welle muss unbedingt vermieden werden“, sagte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). „Die jetzt vorgenommenen Anpassungen der Corona-Arbeitsschutzverordnungen ermöglichen es, die betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen an die erfreulich gesunkenen Infektionszahlen anzupassen.“

Homeoffice-Pflicht endet: Wie gefährlich ist die Rückkehr ins Büro?

Wie hoch ist die Gefahr jetzt noch, sich im Büro mit dem Coronavirus zu infizieren? „Das einzige, was sich verändert hat, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Infizierten zu treffen“, erklärt Aerosolforscher Dr. Christof Asbach gegenüber t-online.de. Vor allem enge Räume, wie Fahrstühle oder Toiletten, stellten ohne Maske weiter eine Infektionsgefahr dar. „Eine effiziente Maske richtig tragen bleibt ein effektives Mittel, und zwar am besten überall“, rät der Experte daher. Mit einer Kombination aus Maßnahmen – zum Beispiel Masken, Tests, Abstand oder regelmäßigen Lüften, könne es aber gelingen, das Virus auch im Büro einzudämmen.

„Aus Arbeitsschutz-Perspektive bleibt ein Restrisiko – auch bei niedrigen Inzidenzen“, erklärt auch Michael Kloth vom Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit gegenüber t-online.de. Kloth spricht sich dafür aus, die Homeoffice-Möglichkeit beizubehalten, „auch zum Beispiel für Menschen, deren Verwandte aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können.“ (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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