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Hundstage 2021: Datum, Bauernregel, Bedeutung – alles über die heißesten Tage des Jahres

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Von: Robin Eichelsheimer

Die heißeste Zeit des Jahres zwischen Ende Juli und Ende August wird als Hundstage bezeichnet. Doch woher stammt der Begriff – und welche Regeln lassen sich davon ableiten? Alle Infos:

Mitte Juni hat die Sonne schon ordentlich die Muskeln spielen lassen und uns Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke beschert. Doch Ende Juli steht erfahrungsgemäß die heißeste Zeit des Jahres erst noch an, die gerne auch als „Hundstage“ bezeichnet wird. Doch was hat es genau mit den Hundstagen auf sich? Woher kommt der Begriff – und welche Bauernregeln lassen sich aus dieser einmonatigen Phase für den weiteren Verlauf des Wetter-Jahres ableiten? HEIDELBERG24* hat die Antworten.

Hundstage: Bedeutung und Wortherkunft

Sommerliche Hitzephasen werden heute im allgemeinen Sprachgebrauch oft als Hundstage genannt. In Deutschland wird so der Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August bezeichnet. Und auch, wenn es dann meist tierisch heiß wird, haben die Hundstage per se nur wenig mit den beliebten Fellnasen zu tun.

Stattdessen verdankt der sommerliche Hitzezeitraum seinen Namen dem Erscheinen des „Hundssterns“ - dem hellsten Stern des Sirius - am Morgenhimmel. Die Zeitangabe für die Hundstage geht auf die Römer zurück, die das Auftauchen des Großen Hundes (Canis Major) in ihrem Kalender damals vom 26. Juli bis Anfang August verzeichneten.

Dass der hellste Stern im Sternbild „Großer Hund“ - dieses liegt südlich des Himmelsäquators und südöstlich des - im Morgengrauen aufgeht, brachten auch die alten Griechen später mit der sommerlichen Hitze in Verbindung.

Damals schenkte man dem ersten sichtbaren Aufgang des Hauptsterns Sirius den Glauben, dass dieser die Kraft der Sonne noch verstärkt. Das astronomische Ereignis wurde von den Griechen später als „heliakischer Aufgang“ bezeichnet, was so viel wie „mit der Sonne aufgehend“ bedeutet. Für sie war klar, dass es einen Zusammenhang zwischen den Tagen der größten Sommerhitze und der Wiederkehr des Sirius gab, und erklärten sich diesen durch den Mythos, dass die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius ursächlich für die große Hitze sei.

Auch die Ägypter beobachteten den aufgehenden Stern und rechneten ihm hohe Bedeutung für die Landwirtschaft zu, kündigte er doch das jährliche Nilhochwasser an, das das Land überschwemmte und den Boden der Bauern fruchtbar machte. Im alten Mesopotamien (Irak) glaubten die Menschen, dass mit der einsetzenden Dämmerung des Sirius die gefürchtete Sommer-Dürre beginne.

Heute weiß man jedoch, dass der Stern Sirius keinen Einfluss auf unser Wetter hat.

Von wann bis wann sind die Hundstage 2021 in Deutschland

Unabhängig vom Jahr dauern die Hundstage immer vom 23. Juli bis zum 23. August und bezeichnen die heißesten Tage des Jahres – und das, obwohl der Sonnenhöchststand bereits zum kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni erreicht wird. Dennoch fällt die wärmste Zeit des Jahres meist auf den Zeitraum der Hundstage. Die zeitliche Verschiebung hängt mit der Trägheit hinsichtlich der Aufheizung der Erdoberfläche zusammen.

Durch die Präzession der Erdachse hat sich der Aufgang des Sterns Sirius um rund vier Wochen verlagert und ist in Deutschland erst etwas ab dem 30. August zu beobachten.

Hundstage: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Hundestern und dem Wetter?

Zwar werden die heißesten Tage des Jahres stets als Hundstage bezeichnet, mit dem Erscheinen des Hundesterns Sirius hat das sommerliche Wetter mit seinen hohen Temperaturen jedoch nichts zu tun. Dabei handelt es sich lediglich um ein astronomisches, nicht aber um ein meteorologisches Phänomen.

Hundstage: Wieso ist es in diesem Zeitraum immer so heiß?

Wie eben beschrieben, ist es reiner Zufall, wenn die heißesten Tage des Jahres genau auf den Zeitraum der Hundstage fallen – einen direkten Zusammenhang gibt es aus wissenschaftlicher Sicht nicht. Dennoch lässt uns die Sonne vor allem Ende Juni und im August ordentlich schwitzen. Doch wie kommt das?

Wie wetter.com berichtet, verlagert sich der Jetstream dann nach Norden. In der Folge gelangt Mitteleuropa in den Einflussbereich des subtropischen Hochdruckgürtels. Die Tiefdruckgebiete werden dann oft weit in den Norden Europas zurückgedrängt und machen folglich einen großen Bogen um Deutschland. So behauptet sich häufig während der Hundstage ein Hoch in Mitteleuropa, das warme bis heiße Mittelmeerluft nach Deutschland lenkt.

In diesem Zeitraum treten zudem immer wieder Südwestwetterlagen auf, die zwar hohe Temperaturen, aber auch unbeständiges Wetter mit Regen und Gewittern mit sich bringt.

Hundstage: Die bekanntesten Bauernregeln zum astronomischen Wettereignis

Mit den Hundstagen gehen - wie bei den meisten Wetterphänomenen auch - zahlreiche Bauernregeln einher, die sich um den Wetterverlauf für das weitere Jahr, aber auch um die bevorstehende Ernte drehen. Hier haben wir die bekanntesten für dich aufgelistet:

rob *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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